Viernau

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Viernau
Viernau
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Viernau hervorgehoben
Koordinaten: 50° 40′ N, 10° 33′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Schmalkalden-Meiningen
Verwaltungs­gemeinschaft: Haselgrund
Höhe: 400 m ü. NHN
Fläche: 15,9 km2
Einwohner: 1988 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 125 Einwohner je km2
Postleitzahl: 98547
Vorwahl: 036847
Kfz-Kennzeichen: SM, MGN
Gemeindeschlüssel: 16 0 66 082
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Forststr. 16
98547 Viernau
Webpräsenz: www.viernau.de
Bürgermeisterin: Monique Avemarg (FWG)
Lage der Gemeinde Viernau im Landkreis Schmalkalden-Meiningen
Altersbach Aschenhausen Belrieth Benshausen Bermbach Birx Breitungen Brotterode-Trusetal Christes Dillstädt Einhausen (Thüringen) Ellingshausen Erbenhausen Fambach Floh-Seligenthal Frankenheim/Rhön Friedelshausen Grabfeld Henneberg (Thüringen) Hümpfershausen Kaltensundheim Kaltenwestheim Kühndorf Leutersdorf Mehmels Meiningen Melpers Metzels Neubrunn Oberhof Oberkatz Obermaßfeld-Grimmenthal Oberschönau Oberweid Oepfershausen Rhönblick Rippershausen Ritschenhausen Rohr Rosa Roßdorf (Thüringen) Rotterode Schmalkalden Schwallungen Schwarza Springstille Steinbach-Hallenberg Stepfershausen Sülzfeld Unterkatz Untermaßfeld Unterschönau Unterweid Utendorf Vachdorf Viernau Wahns Wallbach Walldorf (Werra) Wasungen Wölfershausen Zella-Mehlis ThüringenKarte
Über dieses Bild

Viernau ist eine Gemeinde im Landkreis Schmalkalden-Meiningen im fränkisch geprägten Süden von Thüringen. Die Gemeinde ist Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Haselgrund, der weitere sechs Gemeinden angehören.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt am Südhang des Thüringer Waldes.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals wurde die Gemeinde im Jahr 1274 erwähnt.

Viernau war 1629–1711 von Hexenverfolgungen betroffen: Neun Frauen und ein Mann gerieten in Hexenprozesse. Zwei Angeklagte wurden verbrannt: 1657 wurde der Wirt Hans Furche zum Tod auf dem Scheiterhaufen verurteilt. Von den Prozessen gegen seine Frau und zwei Töchter ist der Ausgang unbekannt.[2]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kommunalwahl 2009
Wahlbeteiligung: 53,4 %
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60
50
40
30
20
10
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51,4 %
27,4 %
21,1 %

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Der Gemeinderat aus Viernau setzt sich aus 14 Ratsfrauen und Ratsherren zusammen.

(Stand: Kommunalwahl am 7. Juni 2009)

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ehrenamtliche Bürgermeisterin Frau Monique Avemarg wurde im Juli 2016 gewählt.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 28. April 1993 genehmigt.

Blasonierung: „In Gold unter einem roten Schildhaupt, darin eine vierzähnige goldene Säge, ein schwarzer Rabe mit ausgebreiten Flügeln.“

Das Wappen wurde von den Heraldikern Frank Diemar und Frank Jung gestaltet.

Ortskern von Viernau

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei Viernau befindet sich ein 4,5 Hektar bedeckendes Solarkraftwerk. Dieser „Solarpark“ befindet sich nicht im Besitz der Gemeinde.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Charakteristisch für den Ortskern rund um die evangelische Johanniskirche sind Häuser in Fachwerk und mit Schieferbeschlag.

Geschichtsdenkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kriegerdenkmal 1914-18,
rechts daneben die Gedenktafel
für die Gefallenen von 1870/71

Mitte der 1920er Jahre ließ die Gemeinde Viernau an der Hauptstraße nach Schmalkalden das Kriegerdenkmal zu Ehren der im Ersten Weltkrieg gefallenen „Helden“ errichten. Das Denkmal hat den Zweiten Weltkrieg und auch die DDR-Zeit überdauert und präsentiert sich in einem gepflegten Zustand. [3]

Im Juni 1989 stifteten die Angehörigen zweier 1943 bei der Zwangsarbeit ums Leben gekommenen jungen Italiener einen Gedenkstein auf dem Friedhof, auf dem sie den Dank an zwei einheimische Familien über die langjährige Pflege der Gräber ihrer Angehörigen zum Ausdruck brachten. Diese hatten als Militärinternierte im Sägewerk Menz gearbeitet. Auch Kriegsgefangene aus Polen und Frankreich (50 Personen) sowie Frauen und Männer aus der Sowjetunion mussten Zwangsarbeit verrichten: in der Werkzeugfabrik Richard Henkel, im Sägewerk Georg Ullmer sowie in verschiedenen Holzwerkstätten.[4]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Viernauer Gagen-Karneval findet jedes Jahr statt. Zu diesem Anlass wird ein „Dreigestirn“ gewählt, das aus Prinz, Prinzessin und Hofmarschall besteht. Am Rosenmontag findet die gleiche Prozedur mit Jugendlichen der Klassenstufe 8 statt. Hier wird zudem noch ein „Hofstaat“ gebildet. Jedes zweite Jahr kommen die Notehobler aus Weil am Rhein zu Gast. 2010 gab es den 57. Viernauer Karneval, der wie jedes Jahr zuvor mit zwei Umzügen gekrönt wird. Der erste ist am Sonntag und der zweite am Rosenmontag. Der Schlachtruf hat sich im Wandel der Zeit verändert: Hieß es ursprünglich: „Alibaba Gag-Gag“, ruft man heute nur noch „Gag Helau“.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alwin Günther (1906–1979), deutscher Politiker (KPD/SED), Gewerkschafter und Widerstandskämpfer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung der Gemeinden vom Thüringer Landesamt für Statistik (Hilfe dazu).
  2. Kai Lehmann: Unschuldig. Hexenverfolgung südlich des Thüringer Waldes. Über 500 recherchierte Fälle aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Wehry-Verlag, Untermaßfeld 2012, ISBN 978-3-9813902-8-5, S. 390 f.; Kai Lehmann: Ausstellung „Luther und die Hexen“. Bereich Viernau, Bibliothek Museum Schloss Wilhelmsburg Schmalkalden, 2012; Ronald Füssel: Die Hexenverfolgungen im Thüringer Raum (= Veröffentlichungen des Arbeitskreises für historische Hexen- und Kriminalitätsforschung in Norddeutschland. Bd. 2). DOBU-Verlag, Hamburg 2003, ISBN 3-934632-03-3, S. 253, (Zugleich: Marburg, Universität, Dissertation, 2000); Manfred Wilde: Die Zauberei- und Hexenprozesse in Kursachsen. Böhlau, Köln u. a. 2003, ISBN 3-412-10602-X, S. 518–522 und S. 617, (Zugleich: Chemnitz, Technische Universität, Habilitations-Schrift, 2002).
  3. Onlineprojekt Gefallenendenkmäler. Viernau, Kreis Schmalkalden-Meiningen, Thüringen.
  4. Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten und Studienkreis deutscher Widerstand 1933–1945 (Hrsg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933–1945. Band 8: Thüringen. VAS – Verlag für Akademische Schriften, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3-88864-343-0.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Viernau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien