Villa Wewersbusch

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
BW

Die Villa Wewersbusch ist eine denkmalgeschützte Fabrikanten-Villa in Velbert-Langenberg.[1]

Die ersten Jahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Landhaus "Haus Wewersbusch" wurde für den Langenberger Seidenfabrikanten Walter Hoddick (1863–1929) und seine Ehefrau Margareta Hoddick geborene Feldhoff (1879–1943) nach Plänen des Hamburger Architekten Hugo Groothoff 1910/1911 erbaut. Der Einzug erfolgte am 12. März 1912. Der Aussenbau des über unregelmäßigem Grundriss errichteten großen Landhauses greift mit seinen Sprossenfenstern, grünen Läden, verschieferten Giebeln, Mansardendächern und weiß gestrichenen Dachgesimsen Elemente des bergischen Heimatstiles auf. Im Inneren sind Treppenhalle, Wandtäfelungen, bemalte Decken und Intarsierte Türen der Bauzeit erhalten. Im ersten Weltkrieg richtete das Ehepaar Hoddick im Haus ein Reservelazarett ein. Beim Niederbergischen Musikfest 1939 beherbergte Margarete Hoddick zahlreiche Musiker als Gäste. Nach dem Tod von Margaretha Hoddick am 19. Juli 1943 erwarb die Deutsche Reichspost das Grundstück samt Gebäude rückwirkend zum 19. Juli 1943 für ca. 380.000 Reichsmark von der Erbengemeinschaft.

Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Februar 1945 erhielt Langenberg im Rahmen der Genfer Konvention den Status einer Lazarettstadt. Hierdurch wurde neben dem Deutschen Lazarett im Provinzial-Krankenhaus (Bürgerhaus), der Berufsschule (Brucherschule), der Frohnbergschule, der Oberschule und dem Hordthaus auch die Villa Wewersbusch umfunktioniert, um Kranke und Verwundete zu behandeln und zu pflegen. Das Langenberger Bürgerhaus blieb bis Anfang der 1950er Jahre ein Krankenhaus.[2]

Die Post[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorerst als Wohn- und Verwaltungshaus für den Langenberger Sender gedacht, wurde die Villa Wewersbusch ab 1952 als Lehrstätte der Oberpostdirektion Düsseldorf überwiegend für Aus- und Fortbildungsmaßnahmen genutzt. Zwischen 1956 und 1958 wurde die Lehrstätte wegen des wachsenden Bildungsbedarfs erweitert. So baute man nicht nur die Küche im Haupthaus aus, sondern errichtete einen zweigeschossigen Längsbau (B-Trakt) sowie zwei großzügige Seminarräume (Aula). Anfang der 1970er wurde der B-Trakt erweitert und der C-Trakt angebaut. Dazu wurde die Aula um einen Lehrsaal sowie einen Flur ergänzt. Hierfür musste das Treppenhaus erweitert und das Dach komplett neu aufgebaut werden. Die letzten großen Sanierungsarbeiten unter Bauherrschaft der Post wurden im Jahre 1998 durchgeführt. Hierbei wurde das Gebäude den inzwischen gewandelten Ansprüchen an ein modernes Tagungshotel angepasst.

Hotelbetrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende 2005 verkaufte die Deutsche Post AG die Deutsche Post Wohnen GmbH an die Aurelius AG, eine Private Equity-Gesellschaft mit Sitz in München.[3] Hierbei wurde jedoch nur das Hotelgeschäft verkauft, die Immobilien gehören weiterhin der Post. Schon kurz nach Abschluss der Transaktion übernahmen Aurelius-Sanierungsspezialisten bei der Deutsche Post Wohnen das Ruder. Ihre ersten Maßnahmen bestanden in der Umbenennung des Unternehmens in „GHOTEL hotel & living“, um so die erforderliche Neuausrichtung einzuleiten.[4]

Im April 2008 kaufte der US-Investor Lone Star das Haus zusammen mit rund 1300 anderen Post-Immobilien für ca. eine Milliarde Euro. Nur einen Monat später verhinderten Probleme beim Brandschutz die Neueröffnung des geplanten Friends-Hotels, so seien bereits 2006 durch die Stadt Velbert aufgestellte Brandschutz-Auflagen nicht erfüllt worden.[5][6]

Internat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum 1. April 2012 erwarb die private Ganztagsschule Bergisches Internat das ca. 20.000 m² große, parkähnliche Grundstück samt inzwischen denkmalgeschützter Villa und passte die Gebäude dem aktuellen Brandschutz und den Internatsbedürfnissen an. Als Dependance des auf dem Gut Falkenberg 1977 gegründeten Haupthauses in Erkrath-Hochdahl verfügt das Bergische Internat in der Villa Wewersbusch auf ca. 4000 m² heute über 13 Schul- und Klassenräume sowie 50 Internatszimmer.[6]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Teil A der Denkmalliste der Stadt Velbert, Nr. 292
  2. Kulturlexikon Langenberg (PDF; 6,5 MB)
  3. Aurelius Investkapital kauft Deutsche-Post-Wohnen, Wer-zu-wem.de, 5. Juni 2006
  4. GHOTEL – Von der Post-Mitarbeiterunterkunft zur Business-Hotelkette, Aurelius Invest
  5. Brandschutz: Hotel bleibt zu, Der Westen, 20. Mai 2011
  6. a b Villa Wewersbusch wird Internat, Der Westen, 3. Februar 2012

Koordinaten: 51° 20′ 29″ N, 7° 7′ 58″ O