Viszeralchirurgie

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Die Viszeralchirurgie (von lat. viscera = „Eingeweide“) ist die „Chirurgie des Bauchraumes und der Bauchwand, der endokrinen Drüsen und der Weichteile einschließlich Transplantation“.[1] Sie umfasst als Abdominalchirurgie (Bauchchirurgie) die operative Behandlung der Bauch-Organe, d. h. des gesamten Verdauungstraktes einschließlich der Speiseröhre, des Magens, des Dünn- und Dickdarmes, des Enddarmes, der Leber, der Bauchspeicheldrüse und der Milz. Weiterhin zählt die operative Behandlung der Schilddrüse und der Nebenschilddrüse sowie die Behandlung von Eingeweidebrüchen und die Transplantation von Bauchhöhlenorganen wie Leber, Niere, Pankreas und Dünndarm zur Viszeralchirurgie. Viszeralchirurgische Erkrankungen sind unter anderem akute Verletzungen, Tumoren, Entzündungen und Fehlbildungen der genannten Organe.

In den letzten Jahren setzt sich in immer mehr Bereichen der Viszeralchirurgie die Minimal-invasive Chirurgie und insbesondere die laparoskopische Chirurgie durch. In einigen Regionen Deutschlands trennt man zwischen den Facharztweiterbildungen Allgemeinchirurgie und Viszeralchirurgie. Die gemeinsame medizinische Fachgesellschaft ist die Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie.

Zu den Pionieren der Viszeralchirurgie zählt vor allem Theodor Billroth, der 1881 die Magendarmchirurgie begründete.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wilhelm Hartel (Hg.): Viszeralchirurgie – Quellen, Entwicklung, Status. Reinbek 2001.
  • Margret Liehn, Lutz Steinmüller, Sabine Bröker, Ursula Engel, Hendrik Schimmelpenning, Ralf Weise, Marianne Preuth: Allgemein- und Viszeralchirurgie, in: Margret Liehn, Brigitte Lengersdorf, Lutz Steinmüller und Rüdiger Döhler: OP-Handbuch. Grundlagen, Instrumentarium, OP-Ablauf, 6., aktualisierte und erweiterte Auflage. Springer, Berlin Heidelberg New York 2016, ISBN 978-3-662-49280-2, S. 37–174.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Christoph Weißer: Viszeralchirurgie. In: Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil, Wolfgang Wegner (Hrsg.): Enzyklopädie Medizingeschichte. De Gruyter, Berlin/ New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 1448 f.; hier: S. 1448.