Voisthaler Hütte

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Voisthaler Hütte
ÖAV-Schutzhütte Kategorie I
Voisthaler Hütte (1992)

Voisthaler Hütte (1992)

Lage Obere Dullwitz; Steiermark, Österreich
Gebirgsgruppe Hochschwab
Geographische Lage: 47° 36′ 43,9″ N, 15° 10′ 50,7″ OKoordinaten: 47° 36′ 43,9″ N, 15° 10′ 50,7″ O
Höhenlage 1654 m ü. A.
Voisthaler Hütte (Steiermark)
Voisthaler Hütte
Erbauer Alpine Gesellschaft d’Voisthaler
Besitzer Alpenverein Austria Ortsgruppe Voisthaler des ÖAV
Erbaut 1898; Neubau: 2020
Bautyp Schutzhütte
Übliche Öffnungszeiten Mitte Mai bis Ende Oktober
Beherbergung 25 Betten, 35 Lager
Winterraum Lager
Hüttenverzeichnis ÖAV DAV

Die Voisthalerhütte ist eine Schutzhütte der Ortsgruppe Voisthaler der Sektion Austria des ÖAV. Eröffnet am 10. Juli 1898,[1] liegt sie im Hochtal der Oberen Dullwitz der Hochschwabgruppe (Steiermark). Sie liegt am Nordalpenweg und Nord-Süd-Weitwanderweg. Erbaut hatte sie die „Alpine Gesellschaft d'Voisthaler“, später eine Sektion des Österreichischen Alpenvereins (ÖAV), die im Jahr 2018 als Ortsgruppe Voisthaler zusammen mit den von ihr betreuten Hütten (Voisthaler-Hütte, Sonnschien-Hütte und Fleischer-Biwakschachtel nahe dem Hochschwabgipfel) in die Sektion Austria des ÖAV eingegliedert wurde. Der nach einem Jahrhundert desolate Bauzustand der Voisthaler-Hütte machte einen Neubau notwendig, der im Jahr 2020 errichtet und 2021 eröffnet werden soll.

Aufstieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Aflenzer Bürgeralm (1500 m), Gehzeit: 3½ Stunden
  • Gh. Bodenbauer (884 m), Gehzeit: 4 Stunden (über Trawiessattel)
  • Gh. Schwabenbartl (814 m), Gehzeit: 2¾ Stunden (bei Schneelage ist der Ochsensteig nicht begehbar; Umweg über Reitsteig ist ca. 1 Stunde länger)
  • Seewiesen (950 m), Gehzeit: 2½ Stunden

Neubau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Zusammenschluss der Voisthaler mit der Sektion Austria wurde wegen des schlechten Bauzustands der Hütte, der wegen der behördlichen Auflagen eine Renovierung gemäß modernen technischen und Umwelterfordernissen unwirtschaftlich erscheinen ließ, ein Neubau beschlossen. Der Hüttenwirt Thomas Panhölzl beendete nach sechs Jahren seine Tätigkeit.[2] Ihm folgten mit der Sommersaison 2019 Lieselotte Schleicher und Maja Ludwig als neues Hüttenwirtinnen-Duo nach. Wie schon bei der inzwischen vollendeten Seethalerhütte auf der Dachsteinwarte wurde ein Architektenwettbewerb ausgeschrieben (Juryvorsitz Arch. DI Doris Hallama), an dem neun Architekturbüros teilnahmen.[3] Der erste Preis wurde der Grazer „Dietger Wissounig Architekten ZT GmbH“ zuerkannt, danach folgte die Beantragung im Gesamtverein und die Ausarbeitung der Einreichpläne für die Baubewilligung.[4]

Der preisgekrönte Entwurf erfüllt nach dem Urteil der Jury den Anforderungskatalog am besten. Ein einfacher, quaderförmiger Baukörper mit einem wenig geneigten, südorientierten Pultdach ist so positioniert, dass die Materialseilbahn für die Versorgung arbeitssparend direkt im Kellergeschoß der Hütte endet. Das Gelände wird ohne viel Abtragungs- und Aufschüttungsarbeiten von zwei Kellergeschossen für Technik- und Lagerräume und drei Stockwerken (Küche und Gasträume für 70 Personen, Zimmer für Pächter und Personal, Schlafräume mit Zimmern von zwei bis sechs Betten, kein Großraummatratzenlager) optimal ausgenützt, der monolithische Baukörper folgt den Maximen der Bescheidenheit und Zurückhaltung. Die Fassaden bestehen aus sägerauen Lärchenholzbrettern, deren Verwitterung das Wirken von Wetter und Umwelteinflüssen wiedergeben soll. Ein Winterraum ist nicht vorgesehen, der Windfang des Eingangs dient bei geschlossener Hütte als Notraum.

Technisch ist die Hütte nach dem heutigen Stand einer energie- und ressourcensparenden Technik konzipiert. Photovoltaikpaneele auf dem Pultdach sind Teil einer bivalenten Stromversorgung aus Solarstrom, Pufferbatterien und einem rapsbeheizte Blockheizkraftwerk für längere Schlechtwetterperioden. Ein raffiniertes trivalentes Wärmeerzeugungssystem speist eine Pumpenwarmwasserheizung, nutzt die Abwärme der Stromerzeugung und Wärmeaustauscher am Küchenherd und Rauchrohr mit einem Pufferspeicher; die Warmwasserleitungen sind als Zirkulationssystem ausgelegt; eine Biokläranlage für das Küchen- und Sanitärabwasser gehört zum Standard. Sonnenterrassen und eine überdachte Boulderwand an der Hütte sollen Wanderern und Kletterern auch im Freien ein anziehendes Ambiente bieten.[5] Die Projektkosten sind mit 1,6 Mio. Euro nur relativ wenig höher als die Sanierung der alten Hütte gekostet hätte (1,4 Mio.). Um das Projekt zu finanzieren, wurde eine Spendenaktion gestartet.[6]

Touren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hochschwab (2277 m), Gehzeit: 2¼ Stunden
  • Hutkogel (2035 m), Gehzeit: 1 Stunde
  • Karlhochkogel (2096 m), Gehzeit: 1½ Stunden (ab Trawiessattel unmarkiert, nur bei klarem Wetter begehbar)
  • Mitteralm (1900 m), Gehzeit: 2 Stunden
  • Ringkamp (2153 m), Gehzeit: 2½ Stunden
  • Wetterkogel (2055 m), Gehzeit: 1 Stunde

Übergang zu anderen Hütten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eröffnung der Voisthalerhütte. In: Das Vaterland, Morgenblatt, 3. Juli 1898, S. 5, Spalte 3 Mitte. (Online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/vtl
  2. Ulf Tomaschek: Abrissparty mit Kinky Slinky. In: Kleine Zeitung (Graz). Styria Media Group, 24. Oktober 2018, abgerufen am 1. April 2019.
  3. Karin Elixhauser, Harald Herzog: Architektur-Wettbewerb Voisthalerhütte. Österreichischer Alpenverein Sektion Austria, Juni 2018, abgerufen am 1. April 2019.
  4. Alpenverein Austria Nachrichten, Jahrgang 126/2, April-Juni 2019, Editorial S. 3
  5. Marie-Louise Eckelsberger: Details zum Ersatzbau, Alpenverein Austria Nachrichten, Jahrgang 126/2, April-Juni 2019, S. 10
  6. Crowdfunding