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Volker von Collande

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Volker von Collande, 1968

Volker Hubertus Valentin Maria von Mitschke-Collande, oft nur Volker von Collande, (* 21. November 1913 in Dresden; † 29. Oktober 1990 in Hannover) war ein deutscher Schauspieler, Drehbuchautor und Regisseur.

Volker von Collande entstammte einer jüngeren schlesischen Adelsfamilie von Mitschke-Collande und war der Sohn des Kunstmalers Constantin von Mitschke-Collande (1884–1956) und dessen erster Ehefrau Hilde Wiecke (1892–1984), deren Vater Paul Wiecke Schauspieler und Theaterdirektor in Dresden war.

Collande heiratete in erster Ehe am 29. Oktober 1936 in Berlin-Wilmersdorf Ingeborg Hertel (* 25. Juni 1917 in Berlin), die Tochter des Ingenieurs Paul Hertel und seiner Frau Hedwig. Die Ehe wurde am 30. Juli 1938 in Berlin geschieden.

Grabensemble Collande/Dahmen mit Volker von Collande (vorn) auf dem Friedhof Ohlsdorf

In zweiter Ehe heiratete er am 13. April 1939 in Berlin-Dahlem die Tanzpädagogin Gisela Hartwig genannt von Naso (* 20. Dezember 1917 in Berlin; † 6. Februar 2008 in Frankfurt am Main), die Tochter des Schriftstellers Eckart Hartwig genannt von Naso (1888–1976), Chefdramaturg der Württembergischen Staatstheater in Stuttgart, und seiner Frau Ursula geb. von Witzendorff (1895–1945). Diese Ehe wurde am 29. November 1942 ebenfalls in Berlin geschieden. Aus dieser Ehe ist der Sohn Peter Maximilian, genannt Max.

In dritter Ehe heiratete von Collande am 28. Juni 1944 in Berlin-Charlottenburg die Ballettmeisterin Isabella Vernici (* 28. Juni 1915 in Poltawa, Ukraine; † 26. Juli 1986 in München), die Witwe des Ballett-Solotänzers Max Modler und uneheliche Tochter des Künstlers Iwan Grigorjewitsch Miassojadow mit Malwine Vernici. Die Ehe wurde am 4. April 1950 in Hamburg geschieden.

Schließlich heiratete er in vierter Ehe am 16. Dezember 1950 die Sprecherzieherin und Stimmtherapeutin Irene Nathusius (* 29. März 1928 in Hamburg, † 2018), Tochter des Kaufmanns Walter Berthold Nathusius und der Gerda Maria Schurig. Die gemeinsame Tochter Nora von Collande ist ebenfalls Schauspielerin und Autorin, der gemeinsame Sohn Cornelius wurde Diplom-Geologe und war als EDV-Organisator tätig.

Auch seine Schwester Gisela von Collande (1915–1960) war eine bekannte Schauspielerin.

Volker von Collande wurde auf dem Friedhof Ohlsdorf beigesetzt bei Planquadrat AC 11 nahe Stiller Weg und Riedemann-Mausoleum.

Collande machte zunächst eine Maurerlehre und absolvierte danach ein Architektur-Studium an der Staatsbauschule Dresden. Erst danach nahm er Schauspielunterricht und debütierte 1933 im Deutschen Theater Berlin als Valentin in Faust. Im selben Jahr begann er als Regieassistent und Radiosprecher in Stuttgart. Bereits zum 1. September 1932 war Collande der NSDAP beigetreten (Mitgliedsnummer 1.319.361).[1][2]

In den Folgejahren arbeitete er als Theaterschauspieler in Berlin und ab 1947 in Saarbrücken sowie in den 1950er Jahren am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg.

Daneben wirkte er seit 1933 als Darsteller in über 30 Spielfilmen, als Drehbuchautor sowie als Regisseur von Filmen und Hörspielen. Besonders populär wurde der von ihm gedrehte Spielfilm Hochzeit auf Immenhof (1956). Später arbeitete er als Theaterintendant am Theater Freiburg, am Theater Regensburg und am Theater Wolfsburg und war als Kulturberater der Volkswagen AG tätig.

1980 war er mit Walter Eichner, Dieter Hadamczik[3] und Manfred von Keitz einer der Mitbegründer[4] und nachfolgend Ehrenpräsident der Interessengemeinschaft der Städte mit Theatergastspielen (InThega), welche heute etwa gleich groß dem Deutschen Bühnenverein, dem Fachverband der stehenden Bühnen, über 470 Mitglieder vereint.

  • Walter von Hueck, Johann Georg von Rappard, u. v. a.: Genealogisches Handbuch des Adels, Adelige Häuser. B (Briefadel). Band XX, Band 104 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 1993, ISSN 0435-2408, S. 302. (Portrait in den unpagnierten Vorseiten).
  • Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 2: C – F. John Paddy Carstairs – Peter Fitz. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 117 f.

Einzelnachweise

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  1. Bundesarchiv (BArch) R 9361-IX KARTEI/28791199.
  2. Ernst Klee: Das Kulturlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. S. Fischer, Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-10-039326-5, S. 100.
  3. Verbände und Institutionen, InThega, In: Deutsches Bühnenjahrbuch 1988/89. F. A. Günther & Sohn, Berlin 1988.
  4. Dieter Hadamczik: Flächendeckend auf Tournee. Wanderbühnen als Träger eines neuen Theatersystems. In: Kleine Schriften der Gesellschaft für Theatergeschichte. Heft 34/35, Berlin 1988, S. 158–169, insb. S. 167.