Wadim Abramowitsch Sidur

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Dieser Artikel behandelt den russischen Bildhauer Sidur. Für das jüdische Gebetbuch, siehe Siddur.

Wadim Abramowitsch Sidur (russisch Вадим Абрамович Сидур, wiss. Transliteration Vadim Abramovič Sidur; * 28. Juni 1924 in Dnjepropetrowsk, Ukraine; † 26. Juni 1986 in Moskau) war ein russischer Bildhauer.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Treblinka, 1966 geschaffen und seit 1979 am Amtsgerichtsplatz in Berlin-Charlottenburg aufgestellt
der Plastik zugehörige Gedenktafel

Im Zweiten Weltkrieg wurde er von der Schulbank weg an die Front geschickt. Nach dem Krieg arbeitete er bis zu seinem Tode als Künstler. Seine Werke behandeln vorwiegend Themen wie Krieg, Totalitarismus und Invalidität.

Besonders bekannt sind Sidurs Bronze-Skulpturen aus der Zyklus-Reihe. Einige stehen auch in deutschen Städten, zum Beispiel Der Mahner in Düsseldorf und Treblinka in Berlin-Charlottenburg. Am Rande des Friedrichsplatzes in Kassel befindet sich Sidurs Skulptur Den Opfern der Gewalt. Die Aufstellung dieser Skulptur im Jahre 1974 wurde von einer Bürgerinitiative ermöglicht, die das Geld dafür aufbrachte, den kleinformatigen Entwurf als Skulptur im Stadtraum zu verwirklichen. Vor der Würzburger St.-Johannis-Kirche steht sein Werk Tod durch Bomben, das Sidur der Stadt im Sinne der Völkerversöhnung stiftete.

In Russland hingegen waren seine Arbeiten zwischen 1968 und den Reformen und der beginnenden Auflösung der Sowjetunion Ende der 1980er Jahre nicht öffentlich ausgestellt. 2015 dann beschädigten bzw. zerstörten Aktivisten der Gruppierung „Wille Gottes“ mehrere Werke Sidurs während einer Retrospektive mit dem Titel Skulpturen, die wir nicht sehen in der Moskauer Manege.[1][2] Mit der Behauptung, die Exponate verletzten „Gefühle der Gläubigen“, verlangten sie die Schließung der Ausstellung.[3]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wadim Abramowitsch Sidur – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. LifeNews публикует видео погрома выставки нонконформистов в Манеже. Am 14. August 2015 auf lifenews.ru
  2. Rechtsradikale zerstörten Exponate in russischem Kunstraum. Am 15. August 2015 auf kleinezeitung.at
  3. "Православные активисты" разгромили выставку скульптур в Манеже. Am 14. August 2015 auf newsru.com (Versuch einer Übersetzung: «Die Orthodoxen Aktivisten», besiegten die Ausstellung der Skulpturen in der Manege. Am 15. August 2015 auf de.news-4-u.ru)