Ossip Zadkine

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Kyrillisch (Russisch)
Осип Цадкин
Transl.: Osip Cadkin
Transkr.: Ossip Zadkin
Willem Sandberg und Ossip Zadkine (re.) (1965)
Signatur
Enthüllung des Monuments „Die zerstörte Stadt“ in Rotterdam 1953

Ossip Zadkine (* 4. Juli 1890 in Wizebsk, Kaiserreich Russland; † 25. November 1967 in Paris) war ein weißrussisch-französischer Maler, Aquarellmaler und Bildhauer des Kubismus.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit 16 Jahren ging Ossip Zadkine 1906 nach England. Er betrieb dort neben Sprachstudien auch Studien im Modellieren und besuchte eine Kunstschule in Sunderland und das Regent Street Polytechnic in London. Nach kurzem Aufenthalt in seiner Weißrussischen Heimat siedelte er 1909 nach Paris um. Er besuchte 6 Monate ohne jeden Nutzen die École des Beaux-Arts in Paris, debütierte aber schon 1911 im "Salon d'automne". Ossip Zadkine war zwar zeitlebens ein Bewunderer Auguste Rodins, der aber ohne Einfluß auf seine eigene Kunst blieb. Seit 1912 beschickte seine Werke für die Künstlergruppe die "Indépendants". Ossip Zadkine schloss sich in den Jahren von 1914 bis 1925 der kubistischen Bewegung an. Unter dem Einfluß des Kubismus, entstanden seitdem ganz selbständige Werke in seiner eigenen lyrisch-musikalisch gefärbten Kunst. Ossip Zadkine fertigte direkt aus dem Stein beziehungsweise aus dem Holz heraus seine Plastiken.

Im Ersten Weltkrieg war er Sanitäter und wurde verwundet. 1921 erhielt er die Französische Staatsbürgerschaft. 1921 und 1925 war er Lehrer an der Grande Chaumière in Paris. Ossip Zadkine stellte seit 1923 im "Salon de Tuileries" und im "Salon d'Automne" aus. Nun entwickelte er seinen eigenen Stil weiter, der sich stark am Primitivismus und der afrikanischen Skulptur orientierte. 1941 emigrierte er in die USA. In New York unterrichtete er an der Art Students League of New York. 1945 kehrte er nach Paris zurück und wurde wiederum Lehrer an der Grande Chaumière. 1950 wurde Ossip Zadkine bei der Biennale in Venedig mit dem Bildhauerpreis ausgezeichnet.

Er war verheiratet mit Valentine Prax.

Ossip Zadkine starb im Jahr 1967 im Alter von 77 Jahren in Paris. Er ruht auf dem Cimetière du Montparnasse.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sein bekanntestes Werk ist vermutlich die Skulptur „Die zerstörte Stadt“ (nl: De verwoeste Stad), eine 6,50 m hohe Bronzeplastik, die 1951-53 entstand, ein Denkmal, das an die mutwillige Zerstörung Rotterdams durch die deutsche Luftwaffe 1940 erinnern soll.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1950 Biennale Preis in Venedig für Bildhauerei
  • 1960: Grand prix national des arts

Ausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1911: Teilnahme am Salon des Indépendants und am Salon d’Automne, Paris
  • 1920: erste Ausstellung in seinem eigenen Atelier in Paris, rue Rousselet
  • 1927 im Centaur in Brüssel
  • 1927 Galerie Barbazanges in Paris
  • 1931 in Philadelphia
  • 1932: Biennale Venedig
  • 1933 in Chicago
  • 1933 Petit Palais in Paris
  • 1934: Retrospektive im Palais des Beaux-Arts, Brüssel
  • 1937: Teilnahme an der Exposition des maîtres de l’art indépendant im Petit Palais anlässlich der Weltausstellung in Paris
  • 1941 1941 in d. Gal. Wildenstein in New York
  • 1941 Galerie Brummer in New York
  • 1943 Valentine Gallery in New York
  • 1944 Bognou Gallery in London
  • 1948 Palais des Beaux-Arts in Brüssel
  • 1948 Stedelik Museum in Amsterdam,
  • 1949 Retrospektive im Musée National d’Art Moderne, Paris
  • 1949 Museum Boymans in Rotterdam
  • 1950 Biennale in Venedig
  • 1952 Leicester Gallery in London
  • 1954 im Museum in Arnheim
  • 1954 Französisches Haus an der Königsallee in Düsseldorf
  • 1958 Maison de la Pensée Française in Paris
  • 1959: documenta II, Kassel
  • 1959 Galleria La Palma in Locarno.

Schüler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Liste ist chronologisch nach den Geburtsjahren der Künstler geordnet. Es wird kein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Christa Lichtenstein: Ossip Zadkine (1890–1967): der Bildhauer und seine Ikonographie, Mann, Berlin 1980
  • Gaston-Louis Marchal: Ossip Zadkine, La sculpture ... toute une vie, Les éditions du Rouerge, Millau 1992, ISBN 2-905209-64-X
  • Andreas Weiland, (Re-)Discovering Zadkine, in: Art-in-Society, No. 10 online

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ossip Zadkine – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien