Wagnertuba

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Wagnertuba
engl., franz., ital.Wagner tuba
Wagnertuba
Klassifikation Aerophon
Blechblasinstrument
Verwandte Instrumente Horn, Tuba, Tenorhorn

Die Wagnertuba (auch Wagnertube,[1][2][3] Horntuba, Ringtuba oder Rheingoldtuba[4]) ist ein Blechblasinstrument.

Die Wagnertuba ist nicht, wie der Name vermuten lassen würde, mit der Tuba verwandt, sondern zählt zur Familie der Waldhörner. Es handelt sich dabei um ein eigenständiges Instrument mit drei oder vier Ventilen, das mit einem Waldhorn-Mundstück geblasen wird. Die Bauform ist dem Tenorhorn nachempfunden,[5] die Stimmung wie bei Waldhörnern in B und F. Vom Klangergebnis her lässt sich die Wagnertuba als eine Art Mischklang aus Waldhorn und (Tenor-)Posaune bezeichnen. Auch wird mit dem, im Gegensatz zum Waldhorn, nach oben ausgerichteten Schallstück eine bessere Schallausbreitung innerhalb des Raumes erreicht.

Wagnertuben werden in der Regel im Satz, d. h. je zwei Tenortuben in B (Tonumfang B–f²) und zwei Basstuben in F (Tonumfang F–a1) besetzt und von Hornisten geblasen. Daher sind sie auch wie das Waldhorn linksgriffig zu greifen.[5] Die B-Instrumente haben eine Rohrlänge von 290 cm, die Röhre der in F gestimmten ist 380 cm lang.[4]

Richard Wagner ließ sie sich für den Ring des Nibelungen um 1870 bauen.[5] Wagnertuben wurden u. a. von Anton Bruckner (in der 7. Sinfonie im 2. und 4. Satz, in der 8. Sinfonie und 9. Sinfonie jeweils im 3. Satz) eingesetzt. In der 8. und 9. Sinfonie sind stets entweder 8 Hörner oder 4 Hörner und 4 Wagnertuben besetzt. Auch im Ring des Nibelungen wechseln die Hornisten 5–8 zwischen Waldhörnern und Wagnertuben. Des Weiteren werden sie von Richard Strauss (z. B. in den Opern Elektra und Die Frau ohne Schatten oder in der sinfonischen Dichtung Eine Alpensinfonie) eingesetzt. Igor Strawinsky verwendet sie in Le Sacre du Printemps (zwei B-Tuben) und in der ersten Fassung (1911) des Balletts Der Feuervogel. Das wohl einzige Werk für Wagnertuba solo ist eine Burleske des deutschen Komponisten Johannes X. Schachtner und trägt den Titel Jägarna på Karinhall (Die Jäger auf Karinhall) – angelehnt an den gleichnamigen Titel des 1972 erschienenen Buches des schwedischen Autors Carl-Henning Wijkmark.

Seltener findet man die Wagnertuben heutzutage noch in Werken der Filmmusik. Als Beispiel wäre die Überarbeitung der Universal Logo Fanfare von Brian Tyler zu nennen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wagnertubas – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Alexander Wagnertube
  2. Engelbert Schmid Wagnertube
  3. Finke Wagnertube
  4. a b Kurzportrait Wagnertuba. In: Vienna Symphonic Library. Abgerufen am 3. April 2017.
  5. a b c Kurt Janetzky, Bernhard Brüchle: Das Horn – Eine kleine Chronik seines Werdens und Wirkens. Schott, Mainz 1984, ISBN 3-7957-2344-2, S. 82.