Walpketal

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Koordinaten: 51° 23′ 1″ N, 8° 2′ 17″ O

Reliefkarte: Nordrhein-Westfalen
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Walpketal
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Nordrhein-Westfalen

Das Walpketal, wegen eines mittelalterlichen Leprosenhauses auch Seufzertal genannt, ist ein Tal im Stadtgebiet von Arnsberg und steht in weiten Teilen unter Naturschutz. Benannt ist es nach dem gleichnamigen Bach Walpke. Dieser ist 6,8 km lang.

Blick von Arnsberg nach Westen mit dem Walpketal

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Walpketal war historisch von Bedeutung, weil auf einem Berg oberhalb des Zusammenflusses von Ruhr und Walpke die Rüdenburg errichtet wurde. Diese kontrollierte das Walpketal. Das Tal gehörte lange zu den Besitzungen der Herren von Rüdenberg.

Im Mittelalter und der frühen Neuzeit lag im Tal weit außerhalb der Stadtmauern das Leprosenhaus der Stadt Arnsberg. Das Haus hatte einen Hofraum, einen Garten und zwei Teiche. Das Leprosenhaus ist der Grund, weshalb das Tal zumeist Seufzertal genannt wird. Das Kloster Wedinghausen hatte im Tal Fischteiche. In der nähern Umgebung gab es alten Bergbau und damit verbunden Eisenherstellung. An der Walpke selbst gab es noch im 16. Jahrhundert fünf Schleifhütten. Am Oberlauf der Walpke wurde noch im 17. Jahrhundert Eisen gefördert.[1]

Im 17. Jahrhundert erwarb Hermann Dücker Besitzungen im Tal der Walpke, die ihm 1652 Kurfürst Maximilian Heinrich von Bayern abkaufte. Dieser machte daraus einen Teil seines Tiergartens. Außerdem ließ er an der Walpke eine Pulvermühle bauen.

Von einem Hof mit Ausflugslokal abgesehen ist das Tal heute unbewohnt. Durchquert wird das Tal von der Landesstraße 735. Am Ausgang des Tales befindet sich eine Schützenhalle.

Naturschutzgebiet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Großteil des Tales ist 1998 vom Hochsauerlandkreis mit dem Landschaftsplan Arnsberg als Naturschutzgebiet mit Namen Seufzertal und einer Größe von 45,2 ha ausgewiesen worden. Unterschieden werden die schutzwürdigen Biotope Oberlauf der Walpke, Mittleres Walpketal und Seufzertal.

Der Oberlauf des Baches läuft durch ein schmales Kerbsohlental mit Laubwaldbesatz. Es gibt auch einige Fichtenparzellen. Insgesamt ist der Oberlauf ein Beispiel für einen naturnahen Bach des Nordsauerländer Oberlandes und ein gutes Forellengewässer. Im Mittellauf bildet der Bach ein relativ breites Sohlental aus, in dem das Gewässer mäandert. Lockere Fichtenbestände gehen am Bachrand in Erlen- und Eschenbestände über. Weiter nach Osten dominiert Grünland. Im unteren Bereich gibt es Viehweiden, teilweise auch braches Nassgrünland. Es gibt auch Ufergehölze und Gebüsche, sowie Fischteiche. Kennzeichnend als Kulturlandschaft ist die Kleinteiligkeit.

In den vergangenen Jahren wurden Teile des Bachlaufes renaturiert.

Aus der Fauna finden sich im Tal unter anderem die Bachforelle, die Plattbauchlibelle, der Teichmolch, die Wasseramsel oder die Zweigestreifte Quelljungfer.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karl Féaux de Lacroix: Geschichte Arnsbergs. Arnsberg 1895, S. 90 f.
  • Katrin Liebelt: Die Sozialstruktur der Residenzstadt Arnsberg im 17. Jahrhundert. Dortmund 1996, S. 84.
  • Hochsauerlandkreis – Untere Landschaftsbehörde: Landschaftsplan Arnsberg. Meschede 1998, S. 72.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wilfried Reininghaus, Reinhard Köhne: Berg-, Hütten- und Hammerwerke im Herzogtum Westfalen im Mittelalter und der frühen Neuzeit. Münster 2008, S. 189 f.