Walter Frodl

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Walter Frodl (* 16. Dezember 1908 in Straßburg; † 10. April 1994 in Wien) war ein deutsch- österreichischer Kunsthistoriker.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Walter Frodl[1] wurde am 16. Dezember 1908 in Straßburg im Elsaß geboren. 1919 kam er nach Kärnten. Seine akademische Ausbildung erhielt er an der Universität Graz, wo er sich 1942/43 auch habilitierte. 1936 erfolgte seine Bestellung zum Landeskonservator für Kärnten. Nach der Übertragung der Museumsliegenschaft in der Museumgasse in Klagenfurt samt Einrichtungen und Sammlungen 1942 in das Eigentum des Reichsgaues Kärnten, wodurch die Institution den Status einer öffentlichen Einrichtung erhielt, wurde Frodl amtierender Direktor des Gaumuseums. Zugleich blieb er Gaukonservator, wobei Erika Hanfstaengl seine Mitarbeiterin war. Außerdem war er Denkmalschutzbeauftragter im besetzten Adriatischen Küstenland. Nach seiner Habilitation hielt er als Kunsthistoriker Vorlesungen an der Karl Franzensuniversität und an der Technischen Hochschule in Graz. Durch rechtzeitige Bergungsmaßnahmen kamen die Sammlungen des Gaumuseums nicht zu Schaden, als das Museumsgebäude durch alliierte Bombenangriffe auf Klagenfurt schwer in Mitleidenschaft gezogen wurde.

Nach dem Ende der NS-Herrschaft verließ Frodl Kärnten und setzte seine Berufslaufbahn 1948 vierzigjährig als steirischer Landeskonservator fort. 1952 wurde er Vorstand des Instituts für österreichische Kunstforschung des Bundesdenkmalamtes in Wien. 1960 wurde er als ordentlicher Professor, Ordinarius und Vorstand des Instituts für Kunstgeschichte und Denkmalpflege an die Technische Hochschule in Wien berufen. 1965 bis 1970 war er Präsident des Österreichischen Bundesdenkmalamtes. Walter Frodl veröffentlichte zahlreiche Fachbücher, so über Kärntner Kunststätten, die Glasmalerei in Kärnten und über alte Ansichten aus Kärnten. Aus seiner Feder stammt auch die Geschichte der österreichischen Denkmalpflege. Er starb im Alter von 85 Jahren am 10. April 1994 in Wien.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die romanische Wandmalerei in Kärnten. Verlag Johann Leon sen., Klagenfurt 1942
  • Die gotische Wandmalerei in Kärnten. Verlag Johann Leon sen., Klagenfurt 1944
  • Glasmalerei in Kärnten. Verlag Johann Leon sen., Klagenfurt 1950
  • Kärntner Kunststätten. Verlag Johann Leon sen., Klagenfurt 1955
  • mit Eva Frodl-Kraft: Kunst in Südtirol. Bruckmann Verlag, München 1960
  • mit David T. Rice: Österreich: Mittelalterliche Wandmalerei. Piper Verlag, München 1964
  • Idee und Verwirklichung: Das Werden der staatlichen Denkmalpflege in Österreich. Böhlau Verlag, Wien 1988

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eva Frodl-Kraft: Gefährdetes Erbe. Böhlau, Wien 1997, ISBN 3-205-98757-8, S. 434 (Auszug bei Google Books)
  • Anton Kreuzer: Kärntner biographische Skizzen Kärntner Druckerei, Klagenfurt 2003.
  • Deutsche Biographische Enzyklopädie, Band 3, München 1996.
  • Kärnten in der Literatur, Klagenfurt 1960.
  • Kleine Zeitung, Klagenfurt, vom 23. Oktober 2001, S. 74 f.
  • Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender, Berlin 1983.
  • Das Landesmuseum für Kärnten, Klagenfurt 1984, S. 6.
  • Who is Who in Österreich, 6. Ausgabe, Cham 1985.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eva Frodl-Kraft: Gefährdetes Erbe. Böhlau, Wien 1997, S. 434

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]