Walther Rehm

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Walther Rehm (* 13. November 1901 in Erlangen; † 6. Dezember 1963 in Freiburg im Breisgau) war ein deutscher Literaturwissenschaftler.

Leben und Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rehm verbrachte einen Großteil seiner Schulzeit in Straßburg und legte 1919 sein Abitur am Maximiliansgymnasium München ab. Danach studierte er Germanistik, Geschichte und Kunstgeschichte an der Universität München.

1923 wurde er mit einer Arbeit über das literarische Renaissancebild des 18. und 19. Jahrhunderts zum Dr. phil. promoviert und war seit 1929 Privatdozent Neuere deutsche Literaturgeschichte in München. Aufgrund von unverhohlen geäußerter Kritik an der nationalsozialistischen Weltanschauung und Politik scheiterten geplante Berufungen nach Würzburg, Marburg/Lahn, Göttingen und Straßburg. Der Eintritt in die NSDAP im Jahr 1942 sowie in den NS-Lehrerbund und die NS-Volkswohlfahrt waren erzwungen. Das Entnazifizierungsverfahren nach 1945 gestaltete sich aufgrund der Parteimitgliedschaft allerdings schwierig; erst 1950 wurde er voll rehabilitiert.

Nach einer Lehrstuhlvertretung war Rehm seit 1940 ordentlicher Professor für Neuere Deutsche Literaturgeschichte an der Universität Gießen. Von 1943 bis zu seinem Tode lehrte er an der Universität Freiburg.

Sein Sohn war der Musikwissenschaftler Wolfgang Rehm.

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Zeit des Nationalsozialismus vermochte sich Rehm in seinen wissenschaftlichen Arbeiten vom völkischen Zeitgeist zu lösen, indem er sich gezielt dem Unheroischen etwa in den Werken Dostojewskis, Kierkegaards und Jean Pauls zuwendete. Besonders einflussreich blieben seine Studien zum Nachleben der Antike (Griechentum und Goethezeit) sowie zum Totenkult bei Novalis, Hölderlin und Rilke (Orpheus. Die Dichter und die Toten). Schließlich war er auch historisch-kritischer Editor tätig. Besondere Verdienste erwarb er sich um die Edition der Briefe von und an Johann Joachim Winckelmann.

Mitgliedschaft in Gesellschaften und Akademien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Mitglied der Winckelmann-Gesellschaft in Stendal

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1960 Winkelmann-Plakette der Stadt Stendal

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Todesgedanke in der deutschen Dichtung vom Mittelalter bis zur Romantik (1928)
  • Der Renaissancekult um 1900 und seine Überwindung (1929)[2]
  • Jacob Burckhardt ( Biographie ) von Walter Rehm . Verlag Huber Frauenfeld u. Leipzig 1930
  • Der Untergang Roms im abendländischen Denken (1930)
  • Griechentum und Goethezeit (1936)
  • Europäische Romdichtung (1939)
  • Experimentum Medietatis (1947)
  • Kierkegaard und der Verführer (1949)
  • Orpheus. Die Dichter und die Toten (1950)
  • Götterstille und Göttertrauer (1951). Aufsatzsammlung
  • Der Dichter und die neue Einsamkeit (1969)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Walther Rehm Nachruf von Hugo Kuhn im Jahrbuch 1964 der Bayerischen Akademie der Wissenschaften (PDF-Datei).
  2. Walther Rehm bei leo-bw.de