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Wartislaw IV.

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Reitersiegel von Herzog Wartislaw IV., 1309 – Umzeichnung aus Theodor Pyls Pommerschen Geschichtsdenkmälern, 1894

Wartislaw IV. (* um 1290; † 1. August 1326) war Herzog von Pommern-Wolgast.

Wartislaw IV. war der einzige Sohn des Herzogs Bogislaw IV. und dessen dritter Gemahlin Margareta von Rügen, einer Tochter des Fürsten Wizlaw II. Sein Geburtsjahr ist nicht überliefert. Da er am 6. Mai 1308 erstmals ein eigenes Siegel führte, mag er um 1290 geboren sein. Er hatte noch vier Schwestern: Eufemia, Margaretha, Jutta und Elisabeth.

Ab 1309 war Wartislaw IV. Herzog zu Pommern-Wolgast. Er führte für kurze Zeit (1319–1320) als Vormund des minderjährigen Markgrafen Heinrich II. von Brandenburg die Regierungsgeschäfte in Brandenburg und erließ in dieser Eigenschaft beispielsweise am 29. September 1319 eine Landesverordnung für die Neumark.[1] Er schloss 1321 eine Erbeinung mit dem Fürstentum Rügen, die bereits 1325 mit dem Aussterben des Rügenschen Fürstenhauses wirksam wurde. Während seine Herrschaftsübernahme im Fürstentum Rügen offenbar widerspruchslos hingenommen wurde, kam es nach seinem bereits 1326 erfolgten Tod zu jahrelangen Erbkriegen gegen Mecklenburg, in denen sich Pommern letztlich behauptete.

Außerdem erweiterte er 1317 sein Herrschaftsgebiet im Osten durch die Erwerbung der Länder Schlawe-Stolp aus der Erbmasse der Herzöge von Pommerellen von der Mark Brandenburg.

Siegel von Herzogin Elisabeth, Witwe von Herzog Wartislaw IV., 1327 – Umzeichnung aus Theodor Pyls Pommerschen Geschichtsdenkmälern, 1894

Die Gemahlin von Herzog Wartislaw hieß Elisabeth. Aus welcher Familie sie stammte, ist nicht sicher überliefert. Nach dem Chronisten Nicolaus von Klemptzen († 1552) war sie „eines Herzogen aus der Schlesie Tochter“. Spätere Historiker nahmen als ihren Vater einen Herzog Heinrich von Schlesien oder Herzog Bolko I. von Schweidnitz-Jauer an. Abweichend davon vertrat der Historiker Robert Klempin († 1874) die Ansicht, ihr Vater sei Markgraf Hermann der Lange von Brandenburg gewesen. Der Historiker Martin Wehrmann († 1937) lehnt dies ab; nach seinem Urteil „wird man Elisabeth als eine Schlesierin ansehen müssen“.[2] Aus der Ehe gingen drei Söhne hervor:

Herzogin Elisabeth überlebte ihren Ehemann und starb als Witwe nach dem 1. Februar 1350.

Für die Berliner Siegesallee gestaltete August Kraus eine marmorne Büste Wartislaws als Nebenfigur der Denkmalgruppe 9 neben dem zentralen Standbild für Heinrich das Kind, Brandenburg, enthüllt am 22. März 1900.

Commons: Wartislaw IV. – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. ↑ Carl Traugott Gottlob Schönemann: Codex für die practische Diplomatik. Zweyter Theil, Heinrich Dieterich, Göttingen 1803, S. 58–62.
  2. ↑ Martin Wehrmann: Genealogie des pommerschen Herzogshauses. Saunier, Stettin 1937, S. 77.
VorgängerAmtNachfolger
Bogislaw IV.Herzog von Pommern-Wolgast
1309–1326
Bogislaw V.