Wartkowo

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Wartkowo
Wartkowo führt kein Wappen
Wartkowo (Polen)
Wartkowo
Wartkowo
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Westpommern
Powiat: Kołobrzeg
Gmina: Gościno
Geographische Lage: 54° 0′ N, 15° 41′ OKoordinaten: 53° 59′ 58″ N, 15° 40′ 36″ O
Einwohner: 427 (31. März 2011[1])
Telefonvorwahl: (+48) 94
Kfz-Kennzeichen: ZKL
Wirtschaft und Verkehr
Nächster int. Flughafen: Stettin-Goleniów



Wartkowo (deutsch Wartekow) ist ein Dorf in der Stadt- und Landgemeinde Gościno (Groß Jestin) im Powiat Kołobrzeski (Kolberg) der polnischen Woiwodschaft Westpommern.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf liegt in Hinterpommern, etwa 20 Kilometer südlich von Kołobrzeg (Kolberg) und 97 Kilometer nordöstlich von Stettin (Szczecin).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf wurde im Mittelalter als Angerdorf angelegt. Die erste urkundliche Erwähnung als Wartowne findet sich in einer Urkunde aus dem Jahre 1260, die aber möglicherweise unecht ist. Die erste gesicherte urkundliche Erwähnung erfolgte 1266, als Bischof Hermann von Cammin dem Camminer Domkapitel in einem Tauschgeschäft unter anderem das Dorf Wortchowe übertrug.

Im 17. Jahrhundert wird Wartekow als Lehen im Besitz der Familie Blankenburg genannt. Um 1784 gab es in Wartekow zwei Vorwerke und auf der Gemarkung des Dorfs ein weiteres Vorwerk, Klein Vorbeck genannt, zwei Vollbauern, von denen einer eine Gaststätte betrieb, drei Halbbauern und insgesamt 14 Feuerstellen (Haushalte).[2] 1804 wurde das Gut Wartekow für 50.000 Taler von dem Obersten Heinrich Ferdinand von Bardeleben (1748-1822) aufgekauft. Sein Sohn Karl Moritz Ferdinand von Bardeleben (1777-1868) verkaufte es 1828 an den Rittmeister Heinrich Karl Wilhelm Georg von Eickstedt (1788-1867)[3]. Im Rahmen der Separation zwischen Gutsherrschaft und Bauern gründete Eickstedt auf der Gemarkung des Guts das neue Gut Eickstedswalde, das er 1840 zusammen mit dem Vorwerk Klein Vorbeck vom Wartekow abtrennte. Das alte Gut Wartekow verkaufte er 1858 an den General von Röbel, dessen Familie es in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts besaß.[4] Das Gut ging danach durch mehrere Hände, der letzte Gutsbesitzer war bis 1945 Walter Schmidt.

Seit dem 19. Jahrhundert bestanden die Landgemeinde Wartekow und der Gutsbezirk Wartekow nebeneinander. Bei der Auflösung der Gutsbezirke in Preußen wurde 1929 eine vergrößerte Landgemeinde Wartekow gebildet, zu der neben der bisherigen Landgemeinde und Gutsbezirk Wartekow auch die bisherigen Gutsbezirke Eickstedswalde, Groß Vorbeck und Karkow gehörten. Bald danach wurde aber Eickstedswalde mit Groß Vorbeck als eigene Landgemeinde wieder ausgegliedert. Vor 1945 gehörte die Landgemeinde Wartekow zum Landkreis Kolberg-Körlin im Regierungsbezirk Köslin der Provinz Pommern.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Region im Mai 1945 von der Roten Armee besetzt und anschließend zusammen mit ganz Hinterpommern unter polnische Verwaltung gestellt. Spätestens seit dem deutsch-polnischen Grenzvertrag gehört die Region zu Polen.

Kirchspiel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die evangelische Kirche von Wartekow war eine Filiale von Ramelow. Zu ihr eingepfarrt waren die Dörfer Karkow und Groß Vorbeck. Ihre Patrone waren die Gutsbesitzer von Wartekow und Karkow.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Manfred Vollack: Das Kolberger Land. Seine Städte und Dörfer. Ein pommersches Heimatbuch. Husum Druck- und Verlagsgesellschaft, Husum 1999, ISBN 3-88042-784-4, S. 686–693.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. GUS 2011: Ludność w miejscowościach statystycznych według ekonomicznych grup wieku (polnisch), 31. März 2011, abgerufen am 28. Mai 2017
  2. Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königlich Preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern. Teil II, Band 2, Stettin 1784, S. 607, Nr. 129.
  3. Gothaisches genealogisches Taschenbuch der adeligen Häuser 1901. Zweiter Jahrgang, S.238
  4. Heinrich Berghaus: Landbuch des Herzogtums Pommern und des Fürstentums Rügen. Teil III, Band 1, Anklam 1867, S. 463–464.