Wassili Michailowitsch Sarubin

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Wassili Michailowitsch Sarubin (russisch Василий Михайлович Зарубин; * 1894 in Moskau; † 1972) war ein sowjetischer Geheimdienstoffizier.

Leben[Bearbeiten]

Von 1920 bis 1948 stand Sarubin überwiegend im Dienst der sowjetischen Auslandsspionage. Gemeinsam mit seiner Frau Elisabeta Sarubina, geborene Liza Rosenzweig, wurde er als illegaler Resident (Agentenführer) eingesetzt. Nach Kurzeinsätzen in Südamerika, Japan und den USA ging er 1927 für zwei Jahre nach Dänemark. Anschließend siedelte er mit seiner Frau nach Paris über, wo er u.a. mit der Ausspähung der antisowjetischen Allrussischen Militärunion, einem Verband ehemaliger Offiziere der Zarenarmee im Exil, befasst war. Er war 1930 an der Entführung des emigrierten Generals Alexander Kutepow in die Sowjetunion beteiligt. [1]

In Berlin, seinem nächsten Posten (1934–1938), führte er u. a. den im RSHA für die Gegenabwehr zuständigen Gestapo-Beamten und SS-Hauptsturmführer Willy Lehmann (1884–1942). [2] Offiziell arbeitete er in Berlin als Vertreter des US-Filmproduzenten Paramount Pictures, nach der Legende war er tschechischstämmiger US-Bürger.[3]

Nach seiner Rückkehr nach Moskau 1939 warf ihm der neue NKWD-Chef Lawrenti Beria Spionage für die Gestapo vor. Auf der Webseite des Russischen Auslandsgeheimdienstes SWR, der sich in der Tradition der sowjetischen Dienste sieht, ist vermerkt, er habe die Untersuchung „mit großer Würde“ überstanden.[4]

Allerdings wurde er zunächst aus dem Auslandsdienst entfernt. Anfang 1940 leitete er im Kriegsgefangenenlager Koselsk die Befragung der dort internierten polnischen Offiziere; er benannte Kandidaten für weitere Befragungen in Moskau. Die überwältigende Mehrheit der von ihm befragten Polen wurde im April und Mai 1940 in Katyn erschossen. [5]

Von 1941 bis 1944 kam er als Resident in Washington (als Vasily Zubilin) zum Einsatz.[6] Er wurde vom FBI enttarnt und musste als Persona non grata die USA verlassen.[7]

Er wurde zweimal mit dem Leninorden ausgezeichnet.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. G.A. Andrejenkowa, W.M. Sarubin i katynskoje delo, in: Westnik Katynskogo Memoriala, 14(2014), S. 70-72.
  2. Andrejenkowa, a.a.O., S. 73.
  3. Allen Weinstein/Alexander Vassiliev: The Haunted Wood. Soviet Espionage in America – the Stalin Era. New York 1999, S. 111-114; Andrejenkowa, a.a.O., S. 73.
  4. Sluschba Wneschnej Raswedki Rossijskoj Federazii - Sarubin Wassili Michailowitsch, aufgerufen am 14. Juli 2015.
  5. Janusz Zawodny: Katyń. Paris 1989, S. 116-117.
  6. Christopher Andrew: The Mitrokhin Archive. The KGB in Europe and the West. London 1999, S. 161-162.
  7. Weinstein/Vassiliev, a.a.O., S. 276.

Literatur[Bearbeiten]

  • Christopher Andrew: The Mitrokhin Archive. London 1999, S. 162-165.
  • Robert J. Lamphere: The FBI-KGB War. 1986, S. 27-29.
  • Zbrodnia katyńska w świetle dokumentów. Wyd. Gryf. London 1982, S. 26-28.
  • G.A. Andrejenkowa, W.M. Sarubin i katynskoje delo, in: Westnik Katynskogo Memoriala, 14(2014), S. 67-80.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]