Wege zur Kunst

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Wege zur Kunst ist ein Skulpturenweg in Schwäbisch Gmünd-Straßdorf, der im Jahr 2002 eingerichtet wurde und seither ständig erweitert wird.[1]

Die Skulpturen befinden sich auf der Hochfläche nördlich von Straßdorf rechts und links von der nach Schwäbisch Gmünd führenden Landesstraße L1075 vor der Kulisse des Albtraufs. Es werden ausschließlich Werke von Bildhauern aus dem Gmünder Raum berücksichtigt. Träger des Projekts ist der FörderVerein Straßdorf e.V.[2] Der Weg hat eine Länge von rund 3,5 Kilometer, einzuplanende Gehzeit etwa anderthalb Stunden.[3]

Die Open-Air-Ausstellung umfasst:

  • Ecce me - da bin ich, Max Seiz, Bronzeguss, 2002
    Die Skulptur erscheint wie ein griechischer Kouros. Seiz hat dazu geschrieben: "Ich bin als freier Mensch an das All gebunden, mit dem Land verbunden – mit Dir eingebunden und doch ein freier Mensch." Das lateinische Ecce me! heißt wörtlich übersetzt Sieh mich! im Sinne von Hier bin ich! oder auch Da bin ich!
  • Sieh doch im Osten das Morgenrot, Eckhart Dietz, Edelstahlguss, 2002
    Der Bildhauer erinnert sich an die vogelkundlichen Studien in seiner Jugend. Die Figur geht in Richtung Rechberg, der Blick zur aufgehenden Sonne nach Osten zum Rosenstein.[4]
  • Daphne, Josef Baumhauer, Bronzeguss, 2002
    Daphne, eine Nymphe, verwandelt sich in einen Baum, um sich dem zudringlichen Gott Apollon zu entziehen.
  • Hirtin, Fritz Nuss, Bronzeguss, 1978
    Die Figur erinnert an die ausgedehnten Straßdorfer Schafweiden.
  • Stele, Rolf Haug, Betonguss, um 1965
    Durch eine Kriegsverletzung fast völlig erblindet, fand Rolf Haug (* 1922 in Schwäbisch Gmünd; † 2001 ebenda) seine eigene Ausdrucksform insbesondere in der abstrakten Umsetzung seines Menschenbildes. Er lebte in Straßdorf und lehnte es zeitlebens ab, mit Ausstellungen an die Öffentlichkeit zu treten.
  • Mädchen, Jakob Wilhelm Fehrle, Bronzeguss, 1952
  • Die anvertrauten Pfunde, Paulamaria Walter, Betonrelief, 1963
    Das Relief thematisiert das Gleichnis von den anvertrauten Talenten und befand sich seit 1963 an einer Fassade der 2001 abgerissenen Landeszentralbank-Filiale in Villingen-Schwenningen.[5]
  • Lebensalter, Adolf Bidlingmaier, Muschelkalkrelief, 1939
    Das Muschelkalkrelief von Adolf Bidlingmaier (* 1905 in Schwäbisch Gmünd; † 1945) befand sich seit 1939 an der Fassade des 2006 abgerissenen Gebäudes der Landesbank Baden-Württemberg in der Königsstraße 5 in Stuttgart. Um die 30 Tonnen schwere Plastik aufzubauen, waren ein Fundament und eine Rückwand aus 60 Tonnen Beton erforderlich.[6]
  • Sitzender Löwe, Eugen Greiner, Steinskulptur, um 1935 (Kopie 2013)
    Eugen Greiner (* 1891 in Schwäbisch Gmünd; † 1944 ebenda) war ein ausgesprochener Tierfreund, was auch in seinen vielen weitgehend naturalistischen Tierplastiken Ausdruck findet. Ein weiterer Löwe befindet sich im Stadtgarten (Schwäbisch Gmünd).[7]
  • Sitzendes Mädchen, Albert Holl, Steinskulptur, 1932 (Kopie 2014)
    Der 1890 in Schwäbisch Gmünd geborene Künstler erhielt 1911/12 an der Münchener Akademie der bildenden Künste seine entscheidenden bildhauerischen Impulse. Er lehrte an der Staatlichen Höheren Fachschule für Edelmetallindustrie, heute Hochschule für Gestaltung Schwäbisch Gmünd.[8]
  • Wallfahrer, Daniel Wagenblast, Aluguss, 2013
    Die Figur stand im Gelände der Landesgartenschau Schwäbisch Gmünd 2014 als Leihgabe am Josefsbach neben der Stadtvilla in der Parlerstraße 12.[9] Sie erinnert an eine Wallfahrt vom Schwäbisch Gmünder Heilig-Kreuz-Münster (auf dem linken Arm der Skulptur) an der Straßdorfer Marienkapelle (auf dem rechten Arm) vorbei zur Marienkirche auf dem Rechberg, den die Gmünder Bevölkerung 1945 aus Dank, dass ihre Stadt vom Zweiten Weltkrieg weitgehend verschont blieb, unternommen hat. Münster, Marienkapelle und Rechberg kann man von der Skulptur, die eigens für diesen Standort geschaffen wurde, aus sehen.
  • Marienkapelle, Barockbau, 1719
    Die Marienkapelle ist in den Skulpturenpfad integriert und soll ein Querverweis zu weiteren sakralen Bauten in Straßdorf sein: Die im Kern romanische alte Pfarrkirche St. Cyriakus beim Friedhof und die neue Pfarrkirche St. Cyriakus, die 1913–1915 von Hans Herkommer im Jugendstil errichtet wurde.

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wege zur Kunst – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Skulpturen in Strassdorf. Wege zur Kunst. Abgerufen am 26. Juli 2014
  2. Website des FörderVerein Straßdorf e.V.
  3. FörderVerein Straßdorf e.V. (Hrsg.): Wege zur Kunst. Übersichtsplan, Schwäbisch Gmünd 2015.
  4. Webseite Eckhart Dietz: Beschreibung und Werkfotos
  5. Bericht des Südkuriers am 8. März 2008
  6. Bericht der Rems-Zeitung am 18. Juli 2011
  7. Bericht der Rems-Zeitung am 5. Mai 2013
  8. Bericht der Rems-Zeitung am 24. Juli 2014
  9. Abbildung von 2014, Bericht der Rems-Zeitung am 24. April 2014