Weltraumlagezentrum

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Weltraumlagezentrum
— WRLageZ —
Weltraumlagezentrum.png

Internes Verbandsabzeichen (Wappen)
Aufstellung 1. Juli 2009
Land Flag of Germany.svg Deutschland
Streitkräfte Bundeswehr
Teilstreitkraft Bundeswehr Logo Luftwaffe with lettering.svg Luftwaffe
Stärke 13 Soldaten + 2 Zivilisten
Unterstellung COA KdoOpFüLuSK.svg Zentrum Luftoperationen
Sitz Uedem
Leitung
Militärischer Leiter Oberst i. G. Thomas Spangenberg
Ziviler Leiter Gerald Braun (DLR e. V.)

Das deutsche Weltraumlagezentrum (WRLageZ) mit Sitz in Uedem wurde am 1. Juli 2009 aufgestellt und wird von einer zivil-militärischen Doppelspitze befehligt.[1] Es hat die Aufgabe, deutsche weltraumgestützte zivile Systeme (TanDEM-X) sowie militärische der Bundeswehr (SATCOMBw-2 und SAR-Lupe) zu schützen. Dazu werden alle erdnahen Objekte im Weltraum überwacht und bei Bedarf aufgeklärt, um einen verlässlichen und eindeutigen Objektkatalog zu erstellen und gegebenenfalls zu verifizieren.

Aufgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Den Anstoß für die Errichtung des Weltraumlagezentrums gaben die durch den Generalinspekteur der Bundeswehr veröffentlichten konzeptionellen Grundvorstellungen der Bundeswehr zur militärischen Nutzung des Weltraums sowie die Überzeugung, dass die gesicherte Nutzung des Weltraums für weltweite militärische Operationen einen immer höheren Stellenwert erlangt. Aber auch außerhalb der Streitkräfte ist der uneingeschränkte Zugang zu Weltraumanwendungen mittlerweile essentiell.[2] Der internationale Luftverkehr ist heute von Satellitennavigation abhängig und ein durch Wettersatelliten gewonnener Wetterbericht hilft, Unwetter rechtzeitig vorherzusagen und Schutzmaßnahmen einzuleiten. Daher sind am Weltraumlagezentrum nicht nur die Luftwaffe, sondern auch zivile Stellen wie das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt beteiligt.

Das Weltraumlagezentrum ist auf militärischer Seite zusammen mit dem Nationalen Lage- und Führungszentrum für Sicherheit im Luftraum Teil der Operationszentrale der Luftwaffe (OPZLw) und Bestandteil des Zentrums Luftoperationen der Luftwaffe.

Der zivile Anteil des ressortgemeinsamen Weltraumlagezentrums wird vom Raumfahrtmanagement im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt gestellt. Gerald Braun leitet die Einrichtung seit 2011 gemeinsam mit wechselnden militärischen Ansprechpartnern in einer Doppelspitze.

Das Verbandsabzeichen (Wappen) zeigt auf Gebäuden und öffentlichen Auftritten auch das Logo des DLR.[3]

Die Aufgaben im Einzelnen lauten:

  • Erstellung und Bewertung der Weltraumlage in ressortübergreifender Kooperation.
  • Beratung der Entscheidungsträger auf der strategischen, operativen und bei Bedarf taktischen Ebene bezüglich der Weltraumlage und deren möglichen Einflusses auf die eigene Operationsführung.
  • Erstellen und Publizieren von Warnmeldungen vor Kollisionen mit Weltraumobjekten, wie z. B. Meteoriten oder Weltraumschrott.
  • Erstellen und Bereitstellen von Prognosen über den Eintritt von Objekten in die Erdatmosphäre und das mögliche Schadenspotential.
  • Erstellen und Publizieren von Warnmeldungen vor Angriffen auf eigene Satelliten (boden, luft- und raumbasiert) sowie Annäherung an eigene Satelliten.
  • Analysieren und Bewerten von Informationen zu Raketenstarts und Raumfahrtprogrammen sowie Rüstungsaktivitäten im Bereich ballistische Raketen, Weltraumwaffen und Antisatellitenwaffen.
  • Darstellen, Analysieren und Bewerten des Systemstatus, der Leistungsdaten, der Lebensdauer und des Zustands (health status) eigener und fremder Satellitensysteme (Raum- und Bodensegmente).[4]
  • Beobachtung des Weltraumwetters, d. h. der Stärke des Sonnenwindes wegen seiner Auswirkungen auf Satellitensysteme.[5]

Im September 2018 nahm das Weltraumlagezentrum ein RC-Teleskop in Betrieb.[6] 2019 wird das Phased-Array Radarsystem GESTRA (German Experimental Surveillance and Tracking Radar) auf der Schmidtenhöhe bei Koblenz den Vollbetrieb aufnehmen.[7][8][9]

Leiter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zeitraum Leiter
1. Juli 2009 bis Januar 2011 Oberst i. G. Harald Borst
Januar 2011 bis Dezember 2014 Oberst i. G. Olaf Holzhauer
seit Dezember 2014 Oberst i. G. Thomas Spangenberg

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Diana Gonzalez: DLR - Raumfahrtmanagement - Staatssekretärin Brigitte Zypries besucht Weltraumlagezentrum in Uedem. Abgerufen am 24. Oktober 2018.
  2. Den Weltraum fest im Blick luftwaffe.de, abgerufen am 20. Mai 2017
  3. Bundeswehr: Weltraumschrott – Bundeswehr forscht an Weltraumrückständen. 2. Februar 2017, abgerufen am 24. Oktober 2018.
  4. Weltraumlagezentrum: Der Auftrag. Luftwaffe, 30. Juli 2014, abgerufen am 7. Februar 2018.
  5. Lars Petersen: 3 Fragen an Sascha Jagusch. (Memento des Originals vom 9. Januar 2015 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.y-punkt.de In: y-punkt.de, 4. Dezember 2014, abgerufen am 9. Januar 2015.
  6. Neues Teleskop für die Luftwaffe luftwaffe.de abgerufen am 19. Oktober 2018
  7. WELTRAUMÜBERWACHUNG MIT GESTRA fhr.fraunhofer.de
  8. Satelliten vs. Schrott: Die Bundeswehr will helfen wired.de, abgerufen am 19. Oktober 2018
  9. Ines Klose: Neuer Radar soll Weltraumschrott aufspüren. Spiegel.de, 16. Oktober 2017, abgerufen am 24. Oktober 2018.