Werner Holmberg

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Werner Holmberg, 1853, Gemälde von Per Södermark

Gustaf Werner Holmberg (* 1. November 1830 in Helsinki; † 24. September 1860 in Düsseldorf) war ein finnischer Maler der Düsseldorfer Schule.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Holmberg, eines der zahlreichen Kinder der finnlandschwedischen Eheleute Olof und Josefina Holmberg, besuchte ab 1840 die Grundschule in Helsinki. 1846 wechselte er auf ein privates Lyzeum, wo er in seinem letzten Schuljahr von dem Maler Johan Erik Lindh unterwiesen wurde. Privatunterricht in Malerei erhielt er bereits in den Jahren 1842 oder 1843 bei Pehr Adolf Kruskopf. Dieser riet ihm, sich an der Kunstakademie St. Petersburg weiter auszubilden. Doch der Plan wurde aufgegeben. Im Frühjahr 1848 beteiligte sich Holmberg mit zwei Gemälden an einer Ausstellung des Finnischen Kunstvereins. Nachdem er ab 1848 für zwei Jahre von seinen Eltern, die für ihren Sohn eine Beamtenlaufbahn anstrebten, zu einem Studium der Rechtswissenschaft gezwungen worden war, begann er eine Ausbildung zum Architekten. Parallel durfte er an der Universität bei Magnus von Wright Zeichenunterricht nehmen und die Zeichenschule des Finnischen Kunstvereins besuchen, wo Berndt Abraham Godenhjelm (1799–1881) als Kunstlehrer unterrichtete.1850 unterstütze er den Maler Robert Wilhelm Ekman bei Fresken im Dom von Turku. In dieser Zeit begann Holmberg mit der freien Komposition von Landschaftsbildern. 1853 willigte der Vater ein und erlaubte seinem Sohn ein Malereistudium in Düsseldorf. Holmberg war der erste finnische Künstler, der dort Landschaftsmalerei studierte. Als er 1853 ankam, zählte er 30 nordische Künstler, die sich in Düsseldorf aufhielten.[1] Von 1853 bis 1854 war er Privatschüler von Erik Bodom, von 1854 bis 1856 nahm er Privatunterricht bei Hans Fredrik Gude, dessen Landschafterklasse an der Kunstakademie Düsseldorf er in den Jahren 1855/1856 ebenfalls besuchte.[2][3] Er heiratete Anna Glad (1834–1909), eine Schülerin von Otto Mengelberg in Düsseldorf, die fortan die Malerei aufgab. Holmberg, der als erster finnischer Maler von internationalem Niveau angesehen wird, starb im September 1860 in Düsseldorf an einer Lungentuberkulose, an der er seit Jahren gelitten hatte. In seinem Todesjahr war er von der Kunstakademie St. Petersburg zum Mitglied ernannt und an die Großherzoglich-Sächsische Kunstschule Weimar berufen worden.[4]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutsche Landschaft (Bauernhof in Westfalen), 1855
Gewitter über dem Näsijärvi, 1860
Straße in Häme (Ein heißer Sommertag), 1860

Holmberg, dessen Werk insbesondere von Andreas Achenbachs Arbeiten beeinflusst war, malte oft großformatige Landschaften, meist Motive aus Deutschland, Norwegen und Finnland, die er in Aquarellzeichnungen vorbereitete. Er zeichnete auch Karikaturen. Viele seiner Bilder gelten als künstlerische Wiederentdeckung der finnischen Landschaft. 1890 kaufte der finnische Staat eine große Sammlung seiner Aquarellstudien auf.

  • Der Kyrö-Wasserfall, 1854, Ateneum, Helsinki[5]
  • Deutsche Landschaft (Bauernhaus in Westfalen), 1855, Pori Art Museum
  • Landschaft bei Leppälahti, 1859
  • Gewitter über dem Näsijärvi, 1860
  • Straße in Häme (Ein heißer Sommertag), 1860, Ateneum, Helsinki
  • Postweg in Tavastia, 1860, Ateneum, Helsinki
  • Landschaft in Birkala

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Thieme-Becker, Band 17, S. 391 f.
  • Eliel Aspelin: Werner Holmberg. Hans lefnad och verk. 1890

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Werner Holmberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bernd Henningsen, Janine Klein u.a. (Hrsg.): Wahlverwandtschaften – Skandinavien und Deutschland 1800–1914. Ausstellungskatalog, Deutsches Historisches Museum, Berlin 1997, S. 314. – Vgl. Sabine Schroyen: „A true brotherhood seems to reign among them.“ Der Künstlerverein Malkasten und seine internationalen Mitglieder. In: Bettina Baumgärtel (Hrsg.): Die Düsseldorfer Malerschule und ihre internationale Ausstrahlung 1819–1918. Michael Imhof Verlag, Petersberg 2011, ISBN 978-3-86568-702-9, Band 1, S. 279, Fußnote 39
  2. Bettina Baumgärtel, Sabine Schroyen, Lydia Immerheiser, Sabine Teichgröb: Verzeichnis der ausländischen Künstler und Künstlerinnen. Nationalität, Aufenthalt und Studium in Düsseldorf. In: Bettina Baumgärtel (Hrsg.), Band 1, S. 432
  3. Rudolf Theimann: Die Schülerlisten der Landschafterklassen von Schirmer bis Dücker. In: Wend von Kalnein: Die Düsseldorfer Malerschule. Verlag Philipp von Zabern, Mainz 1979, ISBN 3-8053-0409-9, S. 146
  4. Wend von Kalnein: Der Einfluß Düsseldorfs auf die Malerei außerhalb Deutschlands. In: Wend von Kalnein: Die Düsseldorfer Malerschule. Verlag Philipp von Zabern, Mainz 1979, ISBN 3-8053-0409-9, S. 201
  5. Bettina Baumgärtel (Hrsg.), Band 2, S. 345, Katalog-Nr. 286