Werner Kaden

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Werner Kaden (* 5. Januar 1928 in Olbernhau) ist ein deutscher Musikwissenschaftler.[1] Er gilt als einer der besten Kenner der erzgebirgischen und sächsischen Musikgeschichte.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1942 bis 1944 absolvierte Kaden die Lehrerbildungsanstalt in Annaberg, sie musste wegen Einberufung zum Kriegsdienst abgebrochen werden. Ab 1945 war er in Olbernhau als Neulehrer tätig. Hier gründete er 1952 die Volksmusikschule, deren Leitung er 1953 übernahm. Universitätsabschlüsse für das Fach Musikerziehung erwarb er 1952 an der Martin-Luther-Universität Halle/Wittenberg und 1956 an der Karl-Marx-Universität Leipzig. 1956 wurde er an das Pädagogische Institut Karl-Marx-Stadt und danach an die Pädagogische Hochschule Zwickau als Musikerzieher berufen. Ab 1963 leitete er dort die Fachrichtung Musikwissenschaft.[1]

Kaden promovierte 1965 an der Humboldt-Universität zu Berlin über Die Entwicklung der Arbeitersängerbewegung im Gau Chemnitz des Deutschen Arbeitersängerbundes von den Anfängen bis 1933.[2] Seine Diss. B legte er 1973 an der Universität Halle zur Thematik Zum Wertproblem in der Musik vor.[3] In der Folge hatte er eine Ordentliche Professur an der Pädagogischen HochschuleErnst Schneller“ in Zwickau für das Fach Musikästhetik inne. Er war korrespondierendes Mitglied der Akademie der Pädagogischen Wissenschaften der DDR[1] und Vorsitzender der Bezirksorganisation des Verbandes der Komponisten und Musikwissenschaftler der DDR im Bezirk Karl-Marx-Stadt. Zudem zeichnete er als Vorsitzender der Zentralen Fachkommissionen Musikerziehung bei den Ministerien für Volksbildung und für Hoch- und Fachschulwesen für die inhaltliche Ausgestaltung der Musiklehrerausbildung verantwortlich.[4] Mit der Wende wurde er 1990 in den Vorruhestand versetzt.

Er veröffentlicht Bücher und wissenschaftliche Aufsätze zu musikhistorischen, -ästhetischen und -pädagogischen Themen. Im letzten Jahrzehnt beschäftigte er sich hauptsächlich mit der musikkulturellen Entwicklung in Chemnitz und im Erzgebirge. Seit 1964 ist Werner Kaden auch als Konzertrezensent tätig.[1] Er lebt in Chemnitz.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Signale des Aufbruchs: Musik im Spiegel der „Roten Fahne“. Berlin: Verl. Neue Musik, 1988 ISBN 3-7333-0030-0
  • Viel Freuden bringt Frau Musica - Musikgeschichte von Annaberg-Buchholz 1496-1996, Sächsisches Druck- und Verlagshaus GmbH Dresden, 1996, ISBN 3-929048-84-1
  • Christian Gottlob Neefe: 5. Februar 1748–26. Januar 1798; Komponist und Musikdirektor, Lehrer Beethovens. Chemnitz: Verl. Heimatland Sachsen, 1998
  • Musikkultur im Erzgebirge – Beiträge zur Musikgeschichte einer Region. Chemnitz: Verl. Heimatland Sachsen, 2001 ISBN 3-910186-36-X
  • Vom Lehrerseminar zum Evangelischen Gymnasium – die Geschichte eines Schulhauses. Marienberg: Druck- und Verlagsgesellschaft Marienberg, 2007 ISBN 978-3-931770-74-7
  • 120 Jahre Erzgebirgische Philharmonie Aue. Altenburg: Kamprad, 2008 ISBN 978-3-930550-56-2

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Biographische Angaben zu Werner Kaden auf dem Einband seines Buches 120 Jahre Erzgebirgische Philharmonie Aue. Altenburg: Kamprad, 2008. ISBN 978-3-930550-56-2
  2. Bibliographische Angaben in der Deutschen Nationalbibliothek.
  3. Bibliographische Angaben in der Deutschen Nationalbibliothek.
  4. Christian Heermann: Ein Leben für die Musik und ihre Wissenschaft. Prof. Dr. Werner Kaden – Lehrerausbilder und Schriftsteller. 2011 (PDF)
  5. Neues Deutschland v. 9. April 1981, S. 3.