Westerbork

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Westerbork
Flagge des Ortes Westerbork
Flagge
Wappen des Ortes Westerbork
Wappen
Provinz Drenthe Drenthe
Gemeinde Flagge der Gemeinde Midden-Drenthe Midden-Drenthe
Fläche
 – Land
 – Wasser
16,54 km2
16,47 km2
0,07 km2
Einwohner 4.805 (1. Jan. 2018[1])
Koordinaten 52° 51′ N, 6° 37′ OKoordinaten: 52° 51′ N, 6° 37′ O
Bedeutender Verkehrsweg N374 N381 N856
Vorwahl 0593
Postleitzahlen 9411, 9431–9432, 9434, 9441
Lage von Westerbork in der Gemeinde Midden-Drenthe
Lage von Westerbork in der Gemeinde Midden-DrentheVorlage:Infobox Ort in den Niederlanden/Wartung/Karte
Westerbork, Kirche

Westerbork ist ein Dorf in der niederländischen Gemeinde Midden-Drenthe, Provinz Drenthe.

Etwa sieben Kilometer nördlich der Gemeinde befand sich in der Zeit des Nationalsozialismus das Durchgangslager Westerbork, ein KZ-Sammellager, von dem aus über 100.000 Juden und „Zigeuner“ in die Konzentrationslager deportiert wurden. Unter diesen befanden sich auch Anne Frank und Etty Hillesum. Das Lager wurde bereits in der Zeit vor der deutschen Invasion eingerichtet – ursprünglich als Auffanglager für jüdische Flüchtlinge aus dem nationalsozialistischen Deutschland, um diesen mit einer provisorischen Behausung, Wasser und Nahrungsmittel helfen zu können. Den Nationalsozialisten kam dies sehr zupass, da sie das Lager samt Einwohnern praktisch übernehmen und seinem neuen Zweck zuführen konnten.

Radioteleskop[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Westerbork Synthese-Radioteleskop
Westerbork Synthese-Radioteleskop

In der Nähe von Westerbork befindet sich seit 1969 das Westerbork Synthese-Radioteleskop (WSRT), ein aus vierzehn 25 Meter großen verschiebbaren Parabolantennen bestehendes Radiointerferometer für astronomische Beobachtungen im Wellenlängenbereich von 3,6 bis 110 cm. Von diesen Radioteleskopen sind zehn Antennen festmontiert, während zwei am östlichen Ende des Arrays auf Schienen bewegt werden können. 1,4 Kilometer östlich davon befindet sich ein zweites Paar beweglicher Schüsseln.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sitzverteilung im Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Auflösung der Gemeinde ergab sich seit 1982 folgende Sitzverteilung:

Partei Sitze[2]
1982 1986 1990 1994
PvdA 6 6 6 4
Gemeentebelangen Westerbork 1 4
CDA 3 3 3 3
VVD 4 4 3 2
Gesamt 13 13 13 13

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eva M. Moraal: Westerbork. Methodische Überlegungen zu einer Geschichte seiner Bedeutung. In: Janine Doerry, Alexandra Klei u. a. (Hrsg.): NS-Zwangslager in Westdeutschland, Frankreich und den Niederlanden. Geschichte und Erinnerung. Paderborn 2007, S. 119–132.
  • Andreas Pflock: Auf vergessenen Spuren. Ein Wegweiser zu Gedenkstätten in den Niederlanden, Belgien und Luxemburg. Herausgegeben von der Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 2006.
  • Pim Griffioen: Westerbork. In: Dan Diner (Hrsg.): Enzyklopädie jüdischer Geschichte und Kultur (EJGK). Band 6: Ta–Z. Metzler, Stuttgart/Weimar 2015, ISBN 978-3-476-02506-7, S. 379–383.
  • Die Entstehung der astronomischen Anlage sowie der Bestand des Lagers spielen in Harry Mulischs Erfolgsroman Die Entdeckung des Himmels eine wichtige Rolle.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Westerbork – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kerncijfers wijken en buurten 2018 Centraal Bureau voor de Statistiek, abgerufen am 15. September 2018 (niederländisch)
  2. Sitzverteilung im Gemeinderat, abgerufen am 15. September 2018 (niederländisch)