Margot Frank

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Grabstein für Margot und Anne Frank in Bergen-Belsen

Margot Betti Frank (* 16. Februar 1926 in Frankfurt am Main; † Anfang März 1945 im KZ Bergen-Belsen) war ein ursprünglich aus Deutschland stammendes jüdisch-niederländisches Opfer des Holocaust. Sie ist bekannt geworden als die drei Jahre ältere Schwester von Anne Frank in deren berühmten Tagebuch.

Leben[Bearbeiten]

Margot Frank wurde als erstes Kind ihrer Eltern Otto Frank und Edith Frank-Holländer geboren. Den Namen Betti erhielt sie in Erinnerung an die früh verstorbene Schwester ihrer Mutter.[1]

In Frankfurt besuchte Margot zunächst die Ludwig-Richter-Schule, später die Varentrapp-Schule, und erhielt zusätzlich jüdischen Religionsunterricht.[2]

Die Familie Frank übersiedelte nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1934 von Frankfurt in Deutschland nach Amsterdam in den Niederlanden in eine Wohnung am Merwedeplein 37 im Stadtteil Rivierenbuurt (deutsch: Flussviertel). Margot besuchte die nahe gelegene öffentliche Schule in der Jekerstraat.[2] Nach der Besetzung der Niederlande im Zweiten Weltkrieg durch die Deutschen 1940 gingen Margot und Anne auf dem jüdischen Lyceum zur Schule, nachdem es für Juden verboten wurde, nicht-jüdische Schulen zu besuchen.

Margot Frank wurde durch viele Überlebende beschrieben als die perfekte Tochter. Sie war brav, ruhig und bekam gute Zensuren in der Schule. Sie hatte den Plan, nach dem Krieg ins damalige Mandatsgebiet Palästina auszuwandern, um dort Hebamme zu werden.

Bald nach der Besetzung der Niederlande begann Otto Frank im Hinterhaus der von ihm vormals geleiteten niederländischen Niederlassung der Opekta-Werke ein Versteck für seine Familie und die befreundete Familie van Pels vorzubereiten.

Am 5. Juli 1942 erhielt Margot einen Aufruf, um sich zum Transport in ein Arbeitslager nach Deutschland zu melden. Die Familie tauchte daraufhin am folgenden Tag in ihr Versteck unter, Familie van Pels folgte später, einige Monate später folgte Fritz Pfeffer, ein Bekannter. Im Versteck wurden die Untergetauchten durch befreundete Mitarbeiter aus dem Betrieb versorgt. Margot verhielt sich im Versteck immer sehr ruhig und zurückhaltend, so dass die Helferin Miep Gies später nur über sie sagen konnte: „Sie war anwesend und das war alles“.[3]

Am 4. August 1944 wurde das Versteck verraten und die Untergetauchten wurden verhaftet. Sie wurden zuerst ins Durchgangslager Westerbork verbracht und anschließend mit dem letzten Transport ins KZ Auschwitz-Birkenau deportiert. Dort wurden sie voneinander getrennt.

Stolpersteine für Familie Frank in Aachen

Margot und Anne gelangten mit einem weiteren Transport im Oktober 1944 ins KZ Bergen-Belsen. Dort starb Margot im März 1945 einige Tage vor ihrer Schwester und wenige Wochen vor der Befreiung des KZ.

Wie Anne hat Margot während des Krieges ein Tagebuch geführt, dieses wurde aber nicht gefunden.

Margot Frank wurde in dem Spielfilm Das Tagebuch der Anne Frank (1959) von Diane Baker und in Anne Frank (2001) von Jessica Manley dargestellt. In den beiden BBC-Produktionen The Diary of Anne Frank wurde sie von Emma Harbour (1987) und Felicity Jones (2001) dargestellt.

In Margot Franks zeitweiliger Heimatstadt erinnern vor der letzten frei gewählten Wohnung am Pastorplatz 1 in Aachen im Gehweg eingelassene Stolpersteine an das Schicksal der Familie.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Anne Frank Stichting - Anne Franks Familie
  2. a b Carol Ann Lee: Otto Franks Geheimnis. München 2005, ISBN 3-492-04477-8
  3. Anne Frank Stichting - Die acht Untergetauchten