Westindische Zedrele

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Westindische Zedrele
Westindische Zedrele (Cedrela odorata)

Westindische Zedrele (Cedrela odorata)

Systematik
Rosiden
Eurosiden II
Ordnung: Seifenbaumartige (Sapindales)
Familie: Mahagonigewächse (Meliaceae)
Gattung: Zedrelen (Cedrela)
Art: Westindische Zedrele
Wissenschaftlicher Name
Cedrela odorata
L.

Die Westindische Zedrele (Cedrela odorata), auch Westindische Zeder, Spanische Zeder oder nach ihrem verkürzten spanischen Namen Cedro genannt, ist eine Pflanzenart in der Familie der Mahagonigewächse (Meliaceae). Diese Art wächst von Mexiko über die Karibik und Mittelamerika bis ins tropische Südamerika. Sie wurde im Pazifik auf Hawaii und den Galapagosinseln, im Indischen Ozean auf Madagaskar sowie in den afrikanischen Staaten Südafrika, Tansania, Ghana, Sierra Leone, Nigeria und Elfenbeinküste eingeführt.[1]

Die Bezeichnung „Zeder“ ist allerdings verwirrend, denn Zedrelen sind Laubbäume und Zedern Nadelbäume.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vegetative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gefiederte Laubblätter bei jungen Pflanzen
Offene Früchte

Cedrela odorata wächst als laubabwerfender Baum und erreicht Wuchshöhen von über 40 Meter. Der Stammdurchmesser erreicht bis zu 3 Meter. Es werden nur kleine Brettwurzeln oder Riffelungen gebildet. Die gräuliche bis bräunliche Borke ist im Alter rau und furchig. Die Zweige besitzen eine kahle Rinde mit spärlich verteilten Lentizellen.

Die wechselständig und spiralig an den Zweigen angeordneten Laubblätter sind mindestens 30 cm lang und paarig gefiedert. Die mehr oder weniger gegenständig an der Blattrhachis angeordneten bis über 30 Blättchen besitzen einen 1 bis 2 cm langen Stiel. Die meist kahle Blättchenspreite ist bis etwa 15 cm lang und bis 6 cm breit, sie ist eiförmig bis elliptisch, mit ganzem Rand, sowie gerundeter bis spitzer, teils leicht herzförmiger, öfters schräger oder ungleicher Basis und bespitzem bis zugespiztem oder geschwänztem oberen Ende. Sie ist dünnledrig, auf beiden Seiten kahl und besitzt zehn bis zwölf Seitennerven auf jeder Seite des Mittelnervs.

Generative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cedrela odorata ist einhäusig monözisch. Die kahlen, reich verzweigten und langen rispigen, thyrsigen Blütenstände sind endständig nur schwach behaart. Die fünfzähligen und funktionell eingeschlechtlichen, duftenden Blüten besitzen eine doppelte Blütenhülle. Sie sind relativ klein und kurz gestielt. Die fünf kleinen Kelchblätter sind verwachsen und spärlich flaumig behaart mit fünf kurzen, ungleichen Zähnen. Der becherförmige Kelch besitzt einseitig einen Schlitz. Die fünf freien, weißen und dachigen, aufrechten Kronblätter sind bei einer Länge von etwa 8 mm röhrig zusammenstehend mit kurzen ausgebogenen Zipfeln. Sie sind auf beiden Seiten flaumig behaart und innen, unten gekielt und mit dem Kiel dem Fruchtknoten anliegend, anhaftend. Die fünf, knapp eingeschlossenen Staubblätter und der kahle, fünfkammerige, längliche, oberständige Fruchtknoten sind in einem kurzen Androgynophor verwachsen. Wobei die kahlen Staubfäden unten am Stiel des Androgynophors angeheftet sind und unten jeweils Nektarien besitzen. In jeder Fruchtknotenkammer befinden sich etwa zwölf Samenanlagen. Der relativ kurze, dickliche, knapp vorstehende Griffel ist kahl, mit breiter, kopfiger und schwach gelappter Narbe. Die weiblichen Blüten besitzen Staminodien mit Antheroden und die männlichen Blüten einen leicht reduzierten Pistillode.

Die kahle, fünfklappige, holzige und vielsamige, ellipsoide bis verkehrt-eiförmige, septifragrale Kapselfrucht ist bei einer Länge von bis etwa 3–5 cm länglich bis ellipsoid und ist mit hellen Lentizellen gesprenkelt. Sie öffnet sich an der Spitze krallenförmig. Die, mit Flügel, bis 3 cm langen, braunen und abgeflachten Samen sind einseitig geflügelt.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 56.[2]

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Erstveröffentlichung von Cedrela odorata erfolgte 1759 durch Carl von Linné in Systema Naturae 10. Auflage, 2, S. 940[3]. Als Lectotypus wurde 1960 P. Browne: Civil & Nat. Hist. Jamaica, 1756, Tafel 10, Figur 1 durch C.E. Smith in Fieldiana, Bot., 29(5), S. 314 festgelegt.

Synonyme für Cedrela odorata L. sind: Cedrela adenophylla Mart., Cedrela brachystachya (C.DC.) C.DC., Cedrela brownii Loefl. ex Kuntze, Cedrela caldasana C.DC., Cedrela ciliolata S.F.Blake, Cedrela cubensis Bisse, Cedrela dugesii S.Watson, Cedrela glaziovii C.DC., Cedrela guianensis A.Juss., Cedrela hassleri (C.DC.) C.DC., Cedrela huberi Ducke, Cedrela imparipinnata C.DC., Cedrela longipes S.F.Blake, Cedrela longipetiolulata Harms, Cedrela mexicana M.Roem., Cedrela mexicana var. puberula C. DC., Cedrela mourae C.DC., Cedrela occidentalis C.DC. & Rose, Cedrela odorata var. xerogeiton Rizzini & Heringer, Cedrela palustris Handro, Cedrela paraguariensis Mart., Cedrela paraguariensis var. brachystachya C.DC., Cedrela paraguariensis var. hassleri C.DC., Cedrela paraguariensis var. multijuga C.DC., Cedrela rotunda S.F.Blake, Cedrela sintenisii C.DC., Cedrela velloziana M.Roem., Cedrela whitfordii S.F.Blake, Cedrela yucatana S.F.Blake, Surenus brownii Kuntze, Surenus glaziovii (C.DC.) Kuntze, Surenus guianensis (A.Juss.) Kuntze, Surenus mexicana (M.Roem.) Kuntze, Surenus velloziana (M.Roem.) Kuntze.[4]

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Holz der Westindischen Zedrele wird aufgrund der guten Bearbeitbarkeit gerne als Ersatz für Mahagoni genutzt. Außerdem ist das Holz ein beinahe unverzichtbares Baumaterial für Konzertgitarrenhälse sowie Zigarren-Humidore. Der dezente Geruch des Holzes harmoniert in angenehmer Weise mit der Zigarre und hält gleichzeitig Schädlinge von ihr fern. Aus dem Holz wird auch ätherisches Öl gewonnen, welches als westindisches Zedernöl bezeichnet wird.[5]

Gefährdung und Schutz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Westindische Zedrele wird aufgrund der anhaltenden Ausbeutung von der Weltnaturschutzunion IUCN in der Roten Liste gefährdeter Arten[6] als gefährdet („Vulnerable“) geführt.

Die Art ist in Anhang 3[7] des Washingtoner Artenschutz-Übereinkommens (CITES) mit ihren Beständen in Kolumbien, Guatemala und Peru aufgeführt. Damit ist der Handel mit Stämmen, gesägtem Holz und Furnierblättern von dieser Art bestimmten Bedingungen unterworfen.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Westindische Zedrele (Cedrela odorata) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Cedrela odorata bei PROTA4U, abgerufen am 17. November 2017.
  2. Cedrela mexicana bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. Louis.
  3. Erstveröffentlichung eingescannt bei biodiversitylibrary.org.
  4. Cedrela odorata bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. Louis.
  5. Robert Tisserand, Rodney Young: Essential Oil Safety. Second Edition, Churchill Livingstone, 2014, ISBN 978-0-443-06241-4, S. 240 f.
  6. Cedrela odorata in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2009. Eingestellt von: Americas Regional Workshop (Conservation & Sustainable Management of Trees, Costa Rica, November 1996), 1998. Abgerufen am 27. Januar 2010..
  7. The CITES Appendices. CITES Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora, abgerufen am 27. Januar 2010 (englisch, Die Appendixe des Washingtoner Artenschutzübereinkommens CITES).