Wiesen-Gelbstern

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Wiesen-Gelbstern
Wiesen-Gelbstern (Gagea pratensis)

Wiesen-Gelbstern (Gagea pratensis)

Systematik
Monokotyledonen
Ordnung: Lilienartige (Liliales)
Familie: Liliengewächse (Liliaceae)
Unterfamilie: Lilioideae
Gattung: Gelbsterne (Gagea)
Art: Wiesen-Gelbstern
Wissenschaftlicher Name
Gagea pratensis
(Dum.)

Der Wiesen-Gelbstern (Gagea pratensis), oder auch Wiesen-Goldstern genannt, gehört zur Gattung Gelbstern (Gagea), und damit zur Familie der Liliengewächse (Liliaceae).

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwiebeln

Beim Wiesen-Gelbstern handelt es sich um eine zierliche mehrjährige krautige Zwiebelpflanze (Geophyt), die im zeitigen Frühjahr (meist im April) blüht und Wuchshöhen von 8 bis 20 cm erreicht. Der Blühbeginn liegt meist einige Tage nach dem Acker-Gelbstern.

Blattquerschnitt

Die Pflanze weist nur ein Grundblatt mit V-förmigem Blattquerschnitt auf, das 2 bis 4 mm breit wird. Die Hochblätter sind bewimpert. Das unterste Stängelblatt überragt den Blütenstand mit seinen ein bis sechs Blüten meist deutlich. Die sechs goldgelben bis grünlichgelben Perigonblätter sowie die Blütenstiele zeigen keine Behaarung – im Gegensatz zum Acker-Gelbstern. Die Perigonblätter sind nicht zugespitzt, sie laufen leicht stumpf aus. Die Pflanze verfügt über eine Hauptzwiebel mit 2 nackten, liegenden, gelblichen Nebenzwiebeln.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 36, 48 0der 60.[1]

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die etwas wärmeliebende Art bevorzugt mäßig trockene, Lehm- und Lössböden. Sie kommt vor allem in Gesellschaften der Ordnung Polygono-Chenopodietalia aber auch der Verbände Mesobromion oder Alysso-Sedion vor.[1]

Die Art kam früher sowohl in Äckern, Weinbergen wie auf frischen Wiesen und Weiden vor. Durch Veränderungen in der Art der Bodenbearbeitung ist der Wiesen-Gelbstern aus Äckern weitgehend verschwunden und in Weinbergen deutlich seltener geworden. Im Grünland siedelt der Wiesen-Gelbstern bevorzugt in der Nähe von Obstbäumen, er ist außerdem häufiger auf Pferdeweiden als auf Rinderweiden zu finden, noch seltener in reinen Mähwiesen. Häufig sind (oftmals sterile) Vorkommen auf Friedhöfen und in Parkanlagen. Die Art ist hier Indiz für die bäuerliche Vornutzung der Anlagen[2].

In manchen Jahren ist die Art aufgrund ausbleibender Blüte nur schwer zu finden.

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wiesen-Gelbstern, Illustration

Der Wiesen-Gelbstern ist eine in weiten Teilen Mittel- und Osteuropas verbreitete, gemäßigt-kontinentale Art. Das Verbreitungsgebiet reicht von Europa bis zur nordwestlichen Türkei.[3] In Deutschland kommt er nur sehr zerstreut bis selten vor, er fehlt in weiten Teilen Baden-Württembergs, in Südbayern sowie in Nordwestdeutschland und steht in den meisten Bundesländern auf der Roten Liste gefährdeter Arten. In Großbritannien und Norwegen kommt die Art nicht vor.

Verwandte Arten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verwandte Arten sind der Acker-Gelbstern, der Wald-Gelbstern, der Scheiden-Gelbstern und der Kleiner Gelbstern.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellenangaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. Unter Mitarbeit von Angelika Schwabe und Theo Müller. 8., stark überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 125.
  2. erstmals Raabe 1981
  3. Rafaël Govaerts (Hrsg.): Gagea pratensis - Datenblatt bei World Checklist of Selected Plant Families des Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew. Zuletzt eingesehen am 29. September 2016.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gagea pratensis – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien