Wildgehege

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Wildgehege sind eingefriedete Flächen, auf denen sonst wildlebende Tiere, die meist dem Jagdrecht unterliegen, dauernd gehalten werden.[1] Heute haben sie oft eine touristische und gastronomische Funktion, seltener auch die der Erhaltung gefährdeter Wild- und Haustierarten, wobei eine artgerechte Haltung gewährleistet sein sollte. Wildgehege, mit Ausnahme der Wildgatter, können zu befriedeten Bezirken erklärt werden. In der Schweiz gibt es keine Wildgehege.

Arten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jagdgehege oder Jagdgatter zur Hege und Nutzung von Schalenwild in Größe von mindestens einem Eigenjagdbezirk.
  • Der Wildpark ist ein großes Jagdgehege und muss behördlich anerkannt sein.
  • Schau- und Sondergehege: Die kleinste Form der Wildgehege unterliegen nicht dem Jagdrecht. Ein solches Wildgehege ist zum Beispiel das Eiszeitliche Wildgehege Neandertal.
  • Wild- und Pelztierfarm: Gehege zur Fleisch- und Pelzerzeugung. Soweit Wild darin gehalten wird, unterliegt es nicht dem Jagdrecht, sondern der landwirtschaftlichen Wildhaltung.

Sonstige Wildgehege sind Auswilderungsgehege für die Arterhaltung, Eingewöhnungsgatter, Hegegatter und Wintergatter.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zeichnung eines Wildgeheges, 15. Jahrhundert

Die ersten Wildgehege entstanden im letzten vorchristlichen Jahrhundert im italienischen und im gallischen Teil des Römischen Reiches. Von Karl dem Großen ist eine Urkunde von 812 nachgewiesen, die auf die Unterhaltung eines Wildgeheges und dessen Grenzen Bezug nimmt.

Großbritannien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf den Britischen Inseln sind sie seit dem frühen Mittelalter nachgewiesen, im Domesday Book sind einige von ihnen aufgelisted. In den beiden Jahrhunderten nach der normannischen Landnahme 1066 nahm ihre Zahl dramatisch zu, auf etwa 3000 (mit einer Durchschnittsgröße von 40 Hektar) in England, um die 50 in Wales sowie 80 in Schottland. Diese mittelalterlichen Gehege, die sowohl der Holz- und Nahrungsgewinnung als auch der Jagd dienten, umfassten nicht nur Waldgebiete, sondern auch Seen, Wiesen, offene Heidelandschaften oder sonstige unkultivierten Flächen. Sie lagen in der Regel am Rande des Besitzes des Eigentümers. Zu den größten zählte ein bei Woodstock gelegener mit einem Durchmesser von elf Kilometern.

Ab dem 13. Jahrhundert begann ein langsamer Niedergang. Ihre Unterhaltung, insbesondere der Umzäunung, aber auch die Hege wurden als zu teuer erachtet, längere Abwesenheit ihrer Besitzer führte zu Mismanagement. Zunehmend trat auch die Nutzung des Holzes in den Vordergrund oder sie wurden gerodet und anschließend landwirtschaftlich genutzt. Von den übrigen gingen etliche in den ab dem 18. Jahrhundert verbreitet entstehenden Landschaftsgärten auf.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Wildgehege – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Haseder S. 916