Wilfred Lucas

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Wilfred Lucas (1915)

Wilfred Van Norman Lucas (* 30. Januar 1871 im Gebiet Ontario; † 13. Dezember 1940 in Los Angeles, Kalifornien) war ein kanadisch-amerikanischer Theater- und Filmschauspieler, Regisseur und Drehbuchautor.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wilfred Lucas wurde als Sohn eines Pfarrers der Wesleyan Church in Kanada geboren. Er besuchte die McGill University und emigrierte nur wenig später in die Vereinigten Staaten. Seine Showkarriere begann Lucas in den späten 1880er-Jahren als Bariton-Sänger, dann wandte er sich aber der Schauspielerei zu und konnte dort schnell einige Erfolge zu verzeichnen. 1904 gab er sein Debüt am Broadway in der Komödie The Superstition of Sue, bis 1928 sollte er dort noch in sechs weiteren Stücken auftreten. Als einer der ersten namhaften Theaterschauspieler drehte er bereits 1908 seinen ersten Film The Greaser's Gauntlet, als die Mehrzahl der Theaterdarsteller dem Filmgeschäft noch kritisch und abwertend entgegenstand. In der Folgezeit stand Lucas mehrmals unter Regie von David Wark Griffith, sowohl in Hauptrollen als auch in Nebenrollen.

1912 bildete der Kurzfilm An Outcast Among Outcasts Lucas' erste Regiearbeit, bis 1933 sollte er bei über heute weitgehend vergessenen 50 Filmen Regie führen. Auch als Autor beteiligte er sich an zahlreichen Filmen während der Stummfilmzeit. Neben einigen Dokumentarfilmen führte Lucas unter anderem auch bei der Kurzfilm-Komödie The Speed Kings (1913) mit Mabel Normand Regie, in welcher mehrere Rennstars ihrer Zeit Gastauftritte hatten. In der Stummfilmzeit war Lucas ein erfolgreicher Regisseur, dessen Reisen ihn zeitweise bis nach Australien führten, wo er um 1920 mehrere Filme drehte. Mit Beginn des Tonfilmes 1920er-Jahre konzentrierte er sich jedoch mehr auf seine Schauspielkarriere. Lucas letzte eigenständige Regiearbeit war The Unwritten Law (1932) mit Greta Nissen in der Hauptrolle, ein Jahr später war er noch Co-Regisseur von Phil Rosen beim Horrorfilm The Sphinx (1933). Damit endete seine Laufbahn hinter der Kamera.

Neben seiner Arbeit als Regisseur erzielte Lucas als Filmschauspieler größere Erfolge, so erhielt er gute Kritiken für seine Hauptrolle im Drama Acquitted (1916) und spielte im selben Jahr in Herbert Beerbohm Trees Macbeth-Version den Macduff. Ab den 1920er-Jahren siedelte er wegen seines fortschreitenden Alters zunehmend auf Charakterrollen um, häufig als respektable Autoritätsfigur. Mit Beginn des Tonfilmes erhielt Lucas meist nur noch kleinere Rollen, gelegentlich bekam er allerdings noch größere Auftritte, etwa in zwei Langfilmen von Laurel und Hardy: In Hinter Schloss und Riegel (1930) war er der strenge Gefängnisdirektor und in In Oxford (1940) spielte der den Dekan von Oxford, in dessen Bett Laurel und Hardy versehentlich schlafen. Außerdem hatte Lucas eine Nebenrolle als herzloser Jugendbeamter in Charlie Chaplins Tragikomödie Moderne Zeiten (1936). Er arbeitete bis zu seinem Tod als Schauspieler und trat so in über 400 Filmen auf.

1917 heiratete Wilfred Lucas die Schauspielerin und Drehbuchautorin Bess Meredyth. Ihr gemeinsamer Sohn John Meredyth Lucas arbeitete später ebenfalls als Drehbuchautor. Nach seiner Scheidung von Bess im Jahre 1927 heiratete Lucas 1929 in zweiter Ehe. Er verstarb im Dezember 1940, eineinhalb Monate vor seinem 70. Geburtstag, in Los Angeles.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Regisseur (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1912: An Outcast Among Outcasts
  • 1913: The Speed Kings
  • 1914: The Love Victorious
  • 1914: The Trey o' Hearts
  • 1918: Morgan's Raiders
  • 1920: The Man from Kangaroo
  • 1921: The Shadow of Lightning Ridge
  • 1926: Her Sacrifice
  • 1932: The Unwritten Law
  • 1933: The Sphinx

Als Schauspieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]