Wilhelm Lorenz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wilhelm Lorenz

Wilhelm Lorenz (* 15. Oktober 1842 in Geseke, Westfalen; † 29. August 1926 in Karlsruhe) war ein deutscher Munitions- und Maschinenfabrikant sowie Konstrukteur.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch den frühen Tod der Eltern musste Lorenz den Besuch des Gymnasiums abbrechen. Nach seiner Schmiedelehre arbeitete er zunächst in Hagen in der Schraubenfabrik und Gesenkschmiede von Funcke & Hueck, später in Berlin, dann in einer Bielefelder Spinnerei und schließlich ab 1870 in der Lindener Zündhütchen- und Thonwarenfabrik von Georg Egestorff in der Landgemeinde Linden, einem Vorort von Hannover. Hier lernte er die Maschinen und Werkzeuge einer Munitionsfabrik kennen.

1875 arbeitete er zunächst als Ingenieur bei der Patronenfabrik Henry Ehrmann & Co. in Karlsruhe. Später wurde er Geschäftsführer und Prokurist und übernahm das Unternehmen 1878 selbst. Er fand Unterstützung beim Karlsruher Bankier Robert Koelle. Seine Firma, die Deutsche Metallpatronenfabrik Lorenz, baute er betriebsorganisatorisch und fabrikationstechnisch zu einem Branchenführer aus.

Der Firmenteil Maschinenbauabteilung wurde vor 1883 als „Maschinenfabrik Lorenz Karlsruhe“ verselbständigt.[1] 1889, auf dem Höhepunkt seiner Firmen, die zu dieser Zeit 400 bis 500 Beschäftigte hatten, entschloss sich Lorenz zum Verkauf aller Munitions- und Maschinenbaubetriebe einschließlich aller Patente und Rechte an ein Konsortium, hinter dem vor allem der Rottweiler Pulverfabrikant Max Duttenhofer stand. Der Kaufpreis betrug 6 Millionen Mark. Sein Unternehmen wurde in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und Lorenz Aufsichtsrat ohne eigene Kapitalbeteiligung, bis er sich nach Differenzen 1889 ganz zurückzog.

Sein Hauptinteresse galt fortan dem Konstruktionswesen. 1888 hatte er Gottlieb Daimler kennengelernt. In der 1890 gegründeten Daimler-Motoren-Gesellschaft (DMG) war Lorenz nach Daimler der größte Aktionär. Von 1890 bis 1926 war er Mitglied des Aufsichtsrats der DMG, 1899 bis 1903 stellvertretender Vorsitzender und danach bis 1909 Vorsitzender.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Maschinenfabrik Lorenz, Karlsruhe, Baden (PDF; 760 kB) Anzeiger zum Centralblatt der Bauverwaltung, 8. November 1882, S. 3, abgerufen am 14. Dezember 2012