Willi Markus

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Willi Markus (* 13. August 1907 in Berlin; † nach 1969) war ein deutscher SA- und SS-Führer.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Markus war der Sohn des Kürschnermeisters Franz Markus († 15. Oktober 1915) und dessen Ehefrau Wilhelmine. Nach dem Besuch der Volksschule und einer Militärknabenschule in Sachsen erlernte der Sohn ebenfalls das Kürschnerhandwerk. Anschließend war er als Geselle und Ende der 1920er Jahre als Kraftfahrer tätig.

Am 1. September 1926 trat Markus in die Sturmabteilung, dem Kampfverband der NSDAP ein. Sein Eintritt in die Partei folgte 1928 (Mitgliedsnummer 98.332). In den folgenden Jahren machte Markus Karriere in der Berliner SA: 1933 wurde er schließlich zum Führer eines Sturmbanns der von Richard Fiedler geführten SA-Standarte 6. Nach Fiedlers Beförderung zum Führer der Brigade 30 wurde Markus sein Nachfolger als Führer der Standarte 6 im Rang eines Standartenführers.

Im September desselben Jahre beteiligte sich Markus nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Berlin aus den 1960er Jahren an der Ermordung von Ali Höhler, dem Mörder von Horst Wessel: Als Angehöriger einer von Karl Ernst und Rudolf Diels geführten Gruppe, zu der auch Fiedler gehörte, erschoss Markus demnach Höhler mit anderen am Rande eines Waldstücks zwischen Berlin und Frankfurt an der Oder. Das in dieser Sache in den 1960er Jahren gegen Markus und einige andere anhängige Strafverfahren wurde schließlich 1969 eingestellt, da ihnen nur Beihilfe zu der Tat nachgewiesen werden konnte, die zu dieser Zeit bereits verjährt war.

Am 1. November 1934 trat Markus als Feldjägerstandarten und -bereitschaftsführer in das SA-Feldjägerkorps über. Vom 20. Dezember 1934 bis zum 20. März 1935 führte er die Feldjägerbereitschaft in Köln. Anschließend übernahm er die Führung der Feldjäger-Abteilung II Pommern. Am 1. April 1935 wurde er dort zum Hauptmann des Feldjägerkorps ernannt. Nach der Auflösung des Feldjägerkorps wurde Markus am 1. April 1936 in die Schutzpolizei übernommen: In dieser fand er zunächst Verwendung bei der Schutzpolizei in Stettin. Vom 22. Dezember 1936 bis zum 31. März 1937 war er Führer der 4. Lehrabteilung Schöneberg.

Am 20. Mai 1937 wurde Markus zum Führer der Motorbereitschaft in Weimar ernannt. Am 10. Mai 1938 wurde ihm die Aufgabe übertragen, die Motorsturmbereitschaft in Klagenfurt aufzubauen, die er anschließend im Rang eines Hauptmanns der Gendarmerie führte.

Am 24. Februar 1937 heiratete Markus Dora Flamm, die Schwester der Ehefrau Fiedlers, der so zu seinem Schwippschwager wurde. Aus der Ehe gingen mindestens zwei Söhne und eine Tochter hervor.

Am 1. Juli 1939 wechselte Markus in die Schutzstaffel (SS) (Mitgliedsnummer 337.756), in die er im Rang eines Sturmbannführers aufgenommen wurde. Nachdem er am 15. März 1941 die Führung der 112. SS-Standarte in Litzmannstadt (Lodz) übernommen hatte, folgte am 20. April 1941 seine Beförderung zum Obersturmbannführer. Seit 1941 nahm Markus mit der Waffen-SS aktiv am Zweiten Weltkrieg teil.

Literatur[Bearbeiten]

  • Wilfried Kugel: Der Unverantwortliche: das Leben des Hanns Heinz Ewers. 1992.

Archivalien[Bearbeiten]

  • Bundesarchiv: SS-Führerpersonalakte
  • Bundesarchiv: Unterlagen des Rasse- und Siedlungshauptamtes