Wingas

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Wingas
Rechtsform GmbH
Gründung 1993
Sitz Kassel, Deutschland
Leitung Gerhard König, Ludwig Möhring, Artour Chakhdinarov, Gennady Ryndin
Mitarbeiter 550 (2014)
Umsatz 12,59 Mrd. EUR (2014)
Website www.Wingas.com

Die Wingas GmbH (Außenauftritt und Eigenschreibweise WINGAS) mit Sitz in Kassel ist ein führendes deutsches Gashandelsunternehmen. Wingas ist eine Tochter der W & G Beteiligungs-GmbH & Co. KG (W&G), einem Gemeinschaftsunternehmen der BASF-Tochter Wintershall, des größten deutschen Erdöl- und Erdgasproduzenten, und der russischen Gazprom Germania, einem Tochterunternehmen von Gazprom. Wintershall hält 50 Prozent plus einen Anteil an W&G, der russische Erdgasproduzent 50 Prozent minus einen Anteil.

Aktivitäten[Bearbeiten]

Wingas wurde 1993 durch Wintershall und Gazprom zum gemeinsamen Erdgashandel und -vertrieb gegründet. Wingas handelt und vertreibt Erdgas an Stadtwerke, regionale Versorger, Industriebetriebe und Kraftwerke in Deutschland und im europäischen Ausland. Als europäisches Energieunternehmen ist Wingas in Deutschland, Belgien, Frankreich, Großbritannien, Österreich, der Tschechischen Republik, Dänemark und den Niederlanden aktiv. Der Marktanteil in Deutschland lag im Jahr 2014 bei 20 Prozent.[1]

Neben der Vermarktung von Erdgas vermietet die Wingas seit 1996 freie Übertragungskapazitäten an nationale und internationale Telekommunikationsunternehmen. Die Lichtwellenleiter (LWL-Kabel) sind neben dem Erdgasnetz der Schwestergesellschaft Gascade verlegt worden. Das Glasfaserkabelnetz erstreckt sich aktuell über eine Länge von 7.000 Kilometern.[2]

Entflechtung[Bearbeiten]

Nach den Vorgaben des dritten Liberalisierungspakets der EU, welches durch die Novellierung des Energiewirtschaftsgesetzes in nationales Recht umgesetzt wurde, ist der Wingas-Konzern ab 2010 mit der Ausgliederung des Transportnetzes und der Speicheraktivitäten weitgehend entflechtet und umstrukturiert worden. Im Zuge dieser Restrukturierung wurde 2012 die ehemalige Wingas GmbH & Co KG in die W & G Beteiligungs-GmbH & Co. KG (W&G) umgewandelt und das gesamte Gashandels- und -vertriebsgeschäft des Konzerns auf die neu gegründete Tochter Wingas GmbH übertragen.

Die W&G ist somit seit 2012 Muttergesellschaft der „neuen“ Wingas. Das Speichergeschäft wird als Tochter der Wingas in einer neu gegründeten Tochter, Astora GmbH & Co. KG, geführt.

Gastransport[Bearbeiten]

Hauptartikel: Gascade

Gascade (vormals Wingas Transport) ist seit Februar 2012 als sog. Independent Transmission Operator (ITO) für den diskriminierungsfreien Betrieb des Ferngasnetzes zuständig. Die Beteiligungen an den Pipelines NEL (Norddeutsche Erdgasleitung) und OPAL (Ostsee-Pipeline-Anbindungs-Leitung) werden von der WIGA Transport Beteiligungs-GmbH & Co. KG[3] direkt gehalten.

Gasspeicher[Bearbeiten]

Astora ist seit Februar 2012 für das Speichergeschäft als direkte Tochter der Wingas tätig. Im niedersächsischen Rehden verfügt Astora über den größten unterirdischen Erdgasspeicher Westeuropas – mit einem Volumen von 4,4 Milliarden Kubikmetern Arbeitsgas. Das entspricht dem Jahresbedarf von zwei Millionen Einfamilienhäusern oder in etwa einem Fünftel der in Deutschland vorhandenen Speicherkapazität für Erdgas. Beim Speicher Rehden handelt es sich um ein ehemaliges natürliches Erdgasvorkommen, gefördert wurde seinerzeit durch Wintershall.[4] Seit 2013 betreibt Astora im niedersächsischen Jemgum einen der größten Erdgaskavernenspeicher Deutschlands. Das Arbeitsgasvolumen wird bis 2018 bis zu 1 Milliarde Kubikmeter betragen. Im Mai 2007 wurde der Erdgasspeicher Haidach bei Straßwalchen in Salzburg mit einem Speichervolumen von bis zu 1,2 Milliarden Kubikmetern Erdgas von der Astora, der Rohöl-Aufsuchungs AG (RAG) und Gazprom Export in Betrieb genommen. Bis 2011 wurde dieser nur ans deutsche Gasnetz angebundene Speicher auf 2,6 Milliarden Kubikmeter ausgebaut. Seit 2014 ist er auch an das österreichische Gasnetz angebunden.

Sonstiges[Bearbeiten]

Im Dezember 2013 genehmigte die EU-Kommission die komplette Übernahme von Wingas durch Gazprom, ein staatsnahes russisches Unternehmen. Die endgültige Übernahme sollte im Herbst 2014 abgeschlossen sein. Am 20. Dezember 2014 wurde der Anteilstausch zwischen BASF und Gazprom aufgrund des aktuell schwierigen politischen Umfelds abgesagt.[5]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. [1]. Factsheet der Wingas GmbH. Abgerufen am 21. August 2015.
  2. [2]. Abgerufen am 21. August 2015.
  3. [3]. Website der Wiga Transport. Abgerufen am 21. August 2015.
  4. Astora-Website. Abgerufen am 21. August 2015.
  5. BASF-Tochter setzt weiter auf Russland-Geschäft", Handelsblatt.com. Abgerufen am 21. August 2015.