Wladimir Stefanowitsch Litwinenko

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Vladimir Stefanovich Litvinenko 2017.jpg
Wladimir Litwinenko
Влади́мир Стефа́нович Литвине́нко
Transl.: Vladimir Stefanovič Litvinenko
Transkr.: Wladimir Stefanowitsch Litwinenko
Litwinenko mit Freund Putin
Vladimir Putin visit to the Mining University in St Petersburg (2015-01-26) 10.jpeg

Wladimir Stefanowitsch Litwinenko (* 14. August 1955 in Nowoleninskoje, Region Krasnodar) ist ein sowjetischer und russischer Bergbauingenieur, Doktor der technischen Wissenschaften (1991), Professor, Rektor der Bergbau-Universität Sankt Petersburg (seit 1994), Spezialist für Brunnenbohrungen nach der Methode des Gesteinsschmelzens. Bekannt als Politiker, Leiter der Wahlkampagnen von Wladimir Putin, Oligarch, Milliardär und reichster Hochschulrektor in Russland (2016), vermutlich weltweit[1][2].

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geboren am 14. August 1955 in der Kolchose Nowoleninskoje, Region Krasnodar[3]. Sein Vater arbeitete dort als Schmied, die Mutter auf der Kolchose[4]. Nach anderen Angaben wurde er in Timaschewsk geboren[5].

Karriere in Wissenschaft und Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Er absolvierte die achtjährige Schule im Dorf Bolschaja Chwoschtschewatka im Oblast Woronesch.
  • Abitur an der Geologischen Technischen Schule von Novocherkassk
  • Nach dem Wehrdienst in der Sowjetarmee zog er nach Leningrad, arbeitete als Aufseher im Wohnheim des Leningrader Bergbauinstituts (LBI), dann ALS Leiter der Wirtschaftsabteilung des LBI.
  • 1977–1982 studierte er dort und schloss 1982 mit Auszeichnung an der Geologischen Vermessungsfakultät des LBI ab. der Fakultät für geologische Forschung mit einem Abschluss in Technologie und Ausrüstung für die Erkundung von Mineralien ab[6].
  • Er blieb in der Graduiertenschule in der Abteilung "Technologie und Technologie von Bohrlöchern".
  • 1982 Abschluss. Er arbeitete in Erkundungsaufträgen.
  • 1984–1986 Vize-Rektor für administrative und wirtschaftliche Arbeit des Leningrader Bergbauinstituts. Er arbeitete gleichzeitig als Lehrer (für was?).
  • 1986–1994 Vizerektor des Bergbauinstituts für wirtschaftliche und kommerzielle Außenwirtschaft.
  • 1987 verteidigte er seine Dissertation
  • 1992 Doktorarbeit und Habilitation[Anmerkung 1]
  • seit Juni 1994 (mit 39 Jahren) wurde er zum Rektor des Leningrader Bergbauinstituts gewählt. 2011, 2012 und 2016 wurde das Institut umbenannt, zuletzt in St. Petersburger Bergbau-Universität.
  • 1996 Er beaufsichtigte Wladimir Putins[Anmerkung 2] Dissertationsarbeit, zum Thema „Strategische Planung der Reproduktion der Mineral- und Rohstoffbasis der Region unter den Bedingungen der Bildung von Marktbeziehungen“, die angeblich eine Auftragsarbeit war.[Anmerkung 3]
  • 1996 (also nach der ‘erfolgreichen’ Promotion von Putin) wurde er zum Rektor gewählt und dann erneut - im April 1999, Mai 2004, April 2009, April 2014.
    Er übt das Amt immer noch aus. Auch in dieser Zeit verteidigten einige prominente Politiker aus dem nahen Umfeld Putins ‘erfolgreich’ ihre Dissertationen, z. B. Igor I. Setschin[Anmerkung 4], Wiktor A. Subkow[Anmerkung 5]. In beiden Fällen vermutet man ähnlich zweifelhafte Abläufe, wie bei Putin.
  • 2000, 2004 und 2012 war er Putins politischer leitender Wahlkampfmanager.
  • Am 11. Juni 2014 erhielt er die Ehrendoktorwürde der TU Bergakademie Freiberg, Sachsen, Deutschland.[7]

Oligarchenkarriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

PhosAgro.svg

Litwinenko besitzt 19,35 % der Aktien von PhosAgro, dem größten Düngemittelhersteller in Europa[Anmerkung 6]. Die firmeneigene arktische Phosphatmine gehörte einmal bis zu seiner Verhaftung überwiegend Michail Chodorkowski[8]. Sein Anteil ging quasi auf Litwinenko über.[8] Litwinenko behauptet, dass er 2004 für seine Beratungstätigkeit in Aktien bezahlt wurde und dass dies "keinen Gesetzen widersprach".[8]

PhosAgro wurde im Juli 2011 an der Londoner Börse (London Stock Exchange) gehandelt, und Litwinenko wurde als Vorsitzender unter den neuen Eigentümern aufgeführt[8]. Als Litwinenko nur 15 % hielt, waren seine Aktien etwa 260 Millionen US-Dollar wert.[2] Im April 2014 erwarb er weitere 4,9 % von Andrey Guryev, der das Unternehmen kontrolliert, für 269 Millionen US-Dollar.[9]

Privatleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Verbessern Ehefrau: Tatjana Petrowna Litwinenko (geb. Klowanitsch,* 1958), Mitbegründerin der UG (haftungsbeschränkt) «Service Center in der Nalitschnoi Straße» (russisch Центр Обслуживания на Наличной улице) (Sankt Petersburg, Bauunternehmen und Investor in Wohn- und Gewerbegebäuden.)

Litwinenko hat eine Tochter Olga (* 1983)[10][11]. Im Mai 2010 kümmerten sich Vater Wladimir und seine Frau um Olgas Tochter Ester-Maria (* 2009) und weigerten sich dann, sie Olga zurückzugeben[11]. Olga hat dies als Entführung angesehen und ein Gerichtsverfahren eingeleitet, um ihre Tochter zurückzubekommen. Olga beschreibt ihren Vater als "den reichsten Rektor in Russland" und einen "Russischen Oligarchen" ("самый богатый ректор России, олигарх"[10]). Als Olga im Sommer 2011 aus Russland floh, meldete Wladimir der Polizei, Olga und ihr anderer Sohn Mikhail seien entführt worden. Das Vermögen seiner Tochter wurde eingefroren[11] Laut Olga wurden alle Anwälte, die sie verteidigen, verhaftet und verurteilt[12] [13]

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. In der UdSSR und auch Russland entspricht das der Lehrbefähigung.
  2. damals stellvertretender Kanzleileiter des Präsidenten Boris Jelzin
  3. Litwinenko wurde auch kritisiert, weil er das Plagiat angeblich nicht entdeckt hatte. Nach Angaben der Tochter, Olga Litwinenko, habe sie ihren Vater beim Verfassen von Putins Doktorarbeit beobachtet.
    • Putin dissertation. ‘It All Boils Down to Plagiarism’
      Inhalt (sinngemäß) Clifford Gaddy: "Herr Litwinenko, der direkt an der Dissertation beteiligt war, soll Putin angeblich bei der Auswahl des Themas geholfen haben und war mehr oder weniger der Berater der Dissertation. Er selbst ist Mitglied der höheren Akkreditierungskommission, die von der Regierung benannte Stelle, die über Normen der Graduierung, Dissertationen und Qualitätskontrolle für die Hochschulbildung in Russland wacht. Daher ist es besonders skandalös, dass er zumindest in diesem Fall von Schäbigkeit und Plagiat betroffen ist, möglicherweise etwas Schlimmeres, was der buchstäbliche Kauf wäre, entweder durch Geld oder durch Politik beeinflussen, einer Dissertation von jemandem, der die Arbeit nicht wirklich gemacht hat. Dieser zweite Punkt ist nicht klar. Ich habe keinen Beweis dafür. Alles, was ich habe, ist ein Beweis für das Plagiat.
      Laut seiner Tochter Olga schrieb Wladimir Litwinenko selbst die Dissertation für Putin.
    • Ольга Литвиненко (Memento des Originals vom 17. Juli 2018 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/ester-maria.com, Ester-Maria.com, 8. Juni 2012
    • Warum studieren, ich kann doch schmieren, Der Spiegel
  4. Promoviert 1998, damals schon Freund und enger Vertrauter Putins. Jetzt Oligarch und Unternehmer.
  5. Promoviert 1998, damals schon Freund und enger Vertrauter Putins. Jetzt Oligarch und Unternehmer, inzwischen Haftbefehl in der EU wegen Verbindungen zur russischen Mafia.
  6. Größe gemessen an Mitarbeitern (2011: 24.512). Gemessen am Umsatz (2015: 3,23 Mrd. US-Dollar) liegt PhosAgro in Europa hinter Yara (Norwegen) und weltweit an achter Stelle

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Крылова А.: Der Rektor der St. Petersburger Bergbau-Universität wurde der reichste Akademiker in Russland: 2016 verdiente er 195,7 Millionen Rubel; Komsomolskaya Pravda, St. Petersburg, 13. Juni 2016.
    Forbes: Der reichste Rektor einer russischen Universität verlor 50 Millionen Dollar; regnum.ru 24. Juli 2017
  2. a b Die fabelhaften Reichtümer von Putins innerem Kreis, The Bureau of Investigative Journalism, 7. Juli 2012
  3. Без крепкой экономики нет сильных Вооруженных сил(deutsch Ohne eine starke Wirtschaft gibt es keine starken Streitkräfte .... sagt der Rektor des St. Petersburger Staatlichen Bergbauinstituts Wladimir Litwinenko), Waleri Schtizberg, Krasnaja Swesda, 30. November 2002
  4. Glücksticket als ‘geheim’ eingestuft
  5. Литвиненко Владимир Стефанович // История создания и развития Санкт-Петербургского государственного горного института. Т. 1. СПб.: Медиа-маркет, 1998. C. 164. тираж 2000. (deutsch Wladimir Stefanowitsch Litwinenko: Geschichte der Gründung und Entwicklung der Bergbau-Universität Sankt Petersburg.)
  6. Биография Владимира Литвиненко (deutsch Biografie von Wladimir Litwinenko)
  7. Rektor der St. Petersburger Bergbauuniversität erhielt Ehrenpromotion, TU Bergakademie Freiberg, 11. Juni 2014
  8. a b c d Midas Touch in St. Petersburg: Friends of Putin Glow Brightly deutsch Midas Touch in St. Petersburg: Freunde von Putin strahlen, New York Times, 1. März 2012
  9. Putin-Aktivist kauft PhosAgro-Anteil in Höhe von 269 Mio. US$ von Guryevs, Yuliya Fedorinova, Bloomberg, 28. April 2014
    • Wladimir Litwinenko, Rektor der St. Petersburger Bergbauuniversität Vermögen im Jahr 2019: 900 Millionen US-Dollar, № 112 In der Rangliste der 200 reichsten Geschäftsleute Russlands 2019; Fakten: PhosAgro Capital: 19,35%, Partner Andrei Guriev (№ 26), Igor Antoshin (№ 137). Im April 2017 kaufte er von Igor Antoshin einen Anteil von 4,8% an PhosAgro für 14,9 Milliarden Rubel.
  10. a b Ольга Литвиненко (Memento des Originals vom 17. Juli 2018 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/ester-maria.com, Ester-Maria.com, 8. Juni 2012
  11. a b c Дочь Владимира Литвиненко: У моего отца "синдром Ивана Грозного" deutsch Tochter von Wladimir Litwinenko: Mein Vater hat "Iwan der Schreckliche Syndrom", Rosbalt.ru, 24. April 2012
  12. Litvinenko: Putin chce pokazać Europie, że prawo Rosji obowiązuje wszędzie (deutsch Litwinenko: Putin will Europa das russische Gesetz aufzwingen), telewizjarepublika.pl, 5. November 2014
  13. Нелюбимая дочь друга Путина (deutsch Ungeliebte Tochter vom Freund Putins), 17. Juli 2017 , Radio Svoboda. Interview mit der Tochter Olga