Wolf Hirtreiter

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Globus, 1974, Neuperlach, München
Kräutlmarktbrunnen 1972

Wolf Hirtreiter (* 6. März 1922 in Zwiesel; † 11. März 2014[1] in Gröbenzell) war ein deutscher Bildhauer. Von ihm stammen zahlreiche Skulpturen in öffentlichen und kirchlichen Bauten.

Hirtreiter diente während des Zweiten Weltkriegs als Jugendlicher in der Wehrmacht. Nach Kriegsende absolvierte er zunächst eine kaufmännische Lehre. Von 1950 bis 1956 studierte er in München an der Akademie der Bildenden Künste bei Anton Hiller Bildhauerei.

Hirtreiter fertigt seine Arbeiten in Stein, Bronze, Holz und Email. Zu seinen Werken zählen der Kräutlmarktbrunnen aus dem Jahr 1972 am Marienplatz in München und ein bronzener Glasbehälter im Bayerischen Wirtschaftsministerium. Wesentlich mitgestaltet wurden von ihm beispielsweise die Kirchen in Lindberg, Bischofsreut, Passau-Auerbach, Winzer und Jandelsbrunn.

Er war von 1955 bis zu deren Auflösung 1992 Mitglied der Künstlerorganisation Donau-Wald-Gruppe. 1959 wurde Hirtreiter mit der silbernen Ehrenmedaille der Stadt Graz sowie mit dem Kulturpreis der Stadt Kiel ausgezeichnet. 1972 erhielt er den Ostbayerischen Kulturpreis und 1999 das Bundesverdienstkreuz.

Anekdotisches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sterntalerfigur aus dem Jahre 1965

Im Jahr 1965 entstand die etwa 1,50 Meter hohe Bronzefigur Sterntaler des Bildhauers und Keramikers Ferdinand Auerhammer. In der damals üblichen Weise zeigt die Figur das Mädchen aus dem Grimmschen Märchen Die Sterntaler, das seinen Rock hochhält, um darin die vom nächtlichen Himmel fallenden Silbertaler aufzufangen. Diese Münzen sind plastisch abgebildet und tragen verschieden Aufschriften. Eine zeigt das Fertigungsjahr 1965, eine andere die Aufschrift: "Dem Architekt + Künstlern". Neben den Bildhauern Arno Visino und Wolf Hirtreiter wurde auch Josef Fottner eine Münze mit der Prägung "Kunstmaler Fottner" gewidmet. Die Plastik diente ursprünglich als Brunnenfigur, auf dessen hochgehobenen Rock sich die Wasserstrahlen trafen. Mit der Renovierung der Gröbenzeller S-Bahn-Station verschwand die Brunnenanlage, die Figur blieb an derselben Stelle erhalten.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gemeinde Gröbenzell: Gröbenzell im Blick Nr.90, Seite 2 vom 17. April 2014

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]