Wolfgang Klemperer

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Wolfgang Benjamin Klemperer (* 18. Januar 1893 in Dresden; † 25. März 1965 in Los Angeles, Kalifornien) war ein Luft- und Raumfahrt-Wissenschaftler und Ingenieur, der zu den Pionieren der frühen Luftfahrt zählt.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Meldeliste für die Rhön 1920 in der Flugsport; Klemperer startete für die Flugwissenschaftliche Vereinigung Aachen

Wolfgang wurde als Sohn der österreichischen Staatsangehörigen Leon und Charlotte Klemperer in Dresden geboren. Nach der Grundschule baute er bereits 1912 sein erstes Fluggerät mit Motorantrieb. Im Ersten Weltkrieg absolvierte er 1916 die Fliegeroffiziersschule der k.u.k. Luftfahrtruppen in Wiener Neustadt und kam als Beobachter an die Isonzofront, wo er 43 Einsätze durchführte. Im Anschluss erfolgte seine Versetzung zum Wiener Flieger-Arsenal, wo er unter anderem ein Bombenzielgerät entwickelte. Bei Kriegsende wurde er in Aspern zum Piloten ausgebildet. Er wurde als Offizier dreimal ausgezeichnet. Nach seiner Militärzeit studierte Klemperer an der Technischen Universität Dresden, graduierte als Diplomingenieur und wurde Assistent von Theodore von Kármán im Bereich Luftfahrt- und Raketenforschung an der RWTH Aachen.

Im Jahre 1920 gewann er den ersten Rhön-Flugwettbewerb und erhielt im folgenden Jahr das Segelflieger-Zertifikat mit der Nr. 1 für den längsten Flug. Er flog neun Minuten länger als Orville Wright und länger als Hans Gutermuth zuvor. Klemperer war auch an der Gründung der Flugwissenschaftlichen Vereinigung Aachen beteiligt.

Klemperer wurde 1922 Leiter der Forschung und Entwicklung bei Zeppelin in Friedrichshafen; er war maßgeblich an der Planung des Luftschiffes LZ 126 („USS Los Angeles“) sowie an dessen Flugtests auch in den USA beteiligt.

Nach seiner Promotion zum Dr.-Ing. an der RWTH Aachen übersiedelte er 1924 in die USA und begann eine Tätigkeit bei der Good Year Zeppelin Corporation in Akron. Von 1936 an arbeitete er für die Douglas Aircraft Company.[1]

1958 wurde er Direktor bei McDonnell Aircraft Corporation und leitete die Lenkflugkörper-Forschungsabteilung. Durch seine zahlreichen Publikationen und Vorträge auf dem Gebiet wurde er zu einem weltbekannten Raketenwissenschaftler.

Klemperer erhielt zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen wie zum Beispiel die Ehrendoktorate der Technischen Universität Wien, des American Institut für Luft- und Raumfahrt, der American Astronomical Society und der British Interplanetary Society

Im Laufe seiner Karriere veröffentlichte er regelmäßig unter seinem Kurzname „WB Klemperer“ in Fachzeitschriften der Aerodynamik, Raumfahrt und Navigation, sowie zu Segelflugzeugen. Klemperer war auch Inhaber zahlreicher US-Patente.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Frank-Dieter Lemke, Rolf Jacob: Die Akademischen Fliegergruppen in Deutschland bis 1945. Teil 1. In: Flieger Revue Extra. Nr. 29, März 2010, ISSN 0941-889X, S. 48