Wolfgang Ritte

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Wolfgang Ritte

Wolfgang Ritte (* 7. Januar 1953 in Bocholt) ist ein deutscher Stabhochspringer.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits als Kind begann Wolfgang Ritte unter Anleitung seines Großvaters mit dem Stabhochsprung und blieb ihm bis in die Altersklassen treu. Während seiner langen Laufbahn auf Leichtathletikanlagen gewann er von der Jugend aufwärts bis zu den Senioren 100 deutsche und 48[1] internationale Meistertitel (Stand: September 2022).

1971 wurde Ritte als 18-jähriger Deutscher Jugendmeister und Jugendrekordhalter mit 4,86 m (Halle: 4,90 m). Er bestritt im Nationaltrikot acht Junioren- und in den Jahren 1972 und 1973 zwei A-Länderkämpfe bei den Männern.

Ritte stellte in den verschiedenen Altersklassen (von der Jugend bis zu den Senioren) 80 Deutsche Rekorde, 68 Europarekorde und 51 Weltrekorde auf. Allein im Stabhochsprung verbesserte er den Weltrekord 50-mal[2]. Er hält den Weltrekord für Männer in der Altersklasse M55 (55–59 Jahre) mit 4,60 m, in der Altersklasse M60 (60–64 Jahre) mit 4,32 m.[3] sowie in der Altersklasse M65 (65–69 Jahre) mit 4,05 m.[4] In der Altersklasse M70 (70–74 Jahre) hält er den Hallenweltrekord mit 3,55 m. In der Altersklasse M50 (50–54 Jahre) hält er den Europarekord mit 4,73 m. Seine 1984 erzielte Bestleistung im Stabhochsprung M30 (30–34 Jahre) beträgt 5,11 m.

Ritte bestritt auch mehrere Zehnkämpfe. 1971 wurde er mit 7116 Punkten Dritter bei den Deutschen Jugendmeisterschaften. Bis 2018 hielt er den in Stendal aufgestellten Weltrekord im Zehnkampf der M60 mit 8123 Punkten (100 m: 12,76 (−0,5), Weit: 5,52 (0,0), Kugel: 12,64, Hoch: 1,55, 400 m: 62,27, Hürden: 15,33 (+1,5), Diskus: 38,74, Stabhoch: 4,00, Speer: 35,98, 1500 m: 7:06,64).[5]

Ritte hat 1999 an der Trainerakademie des Deutschen Leichtathletik-Verbandes in Mainz seine Trainerausbildung abgeschlossen. Er war viele Jahre als Nachwuchstrainer im Verein und Leichtathletik-Verband Nordrhein (LVN) tätig und hat sich auch im LVN bei der Ausbildung der Übungsleiter engagiert.

Ritte lebt in Moers am Niederrhein als Ministerialbeamter im Ruhestand. Er startet für den SC Bayer 05 Uerdingen. Stationen zuvor waren der Weseler TV und zu Beginn TuB Bocholt.

Auch Rittes Frau[6], sein Sohn und seine Tochter sowie der Schwiegersohn sind aktive Leichtathleten.[7]

Ehrungen und Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ritte wurde 2007, 2014 und 2018[8] zum deutschen Senioren-Leichtathleten des Jahres gewählt. 2008 ernannte ihn eine Experten-Jury zum Weltseniorensportler des Jahres („World Masters of the Year“). Die Proklamation fand am 23. November 2008 unter Anwesenheit von Prinz Albert von Monaco vor 700 geladenen Gästen bei der World Athletics Gala im „Salle des Etoiles“ (Sternensaal) des Monte Carlo Sporting Club statt.[9][10] Die Trophäe erhielt er von den Stabhochspringern Jelena Gadschijewna Issinbajewa (Russland) und Sergej Bubka (Ukraine).

Anfang 2009 wurde Ritte in Marathon (GRE) auch zum besten Seniorensportler Europas (European Best Master) ausgezeichnet.[11]

Bei der Sport-Gala 2015 seiner Heimatstadt Moers wurde Wolfgang Ritte durch den Bürgermeister, Christoph Fleischhauer, für sein Lebenswerk geehrt.

Im März 2008 wurde Wolfgang Ritte auf den Social-Media-Kanälen des Deutschen Leichtathletik-Verbandes als erster Seniorensportler zum „Ass des Monats“ gewählt.[12]

In den Jahren 2015 und 2019 wurde er durch den Deutschen Leichtathletik-Verband als „Deutschlands Senioren-Leichtathlet 2014 bzw. 2018“ geehrt.[13][14]

2019 erhielt Wolfgang Ritte von der WMA (World Masters Athletics) für das Jahr 2018 den Titel „World Best Master Of The Year: Category Jumps“ und von der EMA (European Masters Athletics) für die beiden aufeinanderfolgenden Jahre 2018 und 2019 die Awards „European Best Master Of The Year: Category Jumps“.[15][16]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]