Wolfgang Wessels

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Wolfgang Wessels (2011)

Wolfgang Theodor Wessels (* 19. Januar 1948 in Köln) ist ein deutscher Politikwissenschaftler.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wolfgang Wessels ist seit 1994 Inhaber des Jean-Monnet-Lehrstuhls am Forschungsinstitut für Politische Wissenschaft und Europäische Fragen der Universität zu Köln. Zuvor war er Direktor des Instituts für Europäische Politik (IEP) und des Political and administrative Departments am College of Europe in Brügge. Zeitweise war er geschäftsführendes Präsidialmitglied der Europa-Union Deutschland.

Schwerpunkte seiner Forschung und Lehre sind das politische System der Europäischen Union und dabei insbesondere der Europäische Rat, die Rolle der EU im internationalen System, die Vertiefung und Erweiterung der EU sowie Theorien der Internationalen Beziehungen und Europäischen Integration. Gemeinsam mit Werner Weidenfeld gibt er seit 1980 das „Jahrbuch der Europäischen Integration“ und seit 1991 das Taschenbuch „Europa von A-Z“ heraus.

Wessels ist eingebunden in eine Vielzahl von Forschungs- und Lehrnetzwerken: Er ist Vorsitzender des Vorstands des Instituts für Europäische Politik (IEP, Berlin) und der Trans European Political Studies Association (TEPSA, Brüssel). Seit 1981 ist er Visiting Professor am Europakolleg Brügge und Natolin, am Europainstitut der Universität Basel, an der Diplomatischen Akademie Wien und der Freien Universität (FU) Berlin. Seit 2010 ist er Vize-Präsident des deutschen Konsortiums zur Gründung der Türkisch-Deutschen Universität in Istanbul.

Wolfgang Wessels hat verschiedene Forschungsprojekte koordiniert, die unter anderem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft, der Fritz-Thyssen- und der Volkswagen-Stiftung sowie der Europäischen Kommission gefördert wurden bzw. noch werden. In den letzten Jahren war er Koordinator des ERASMUS Academic Network „LISBOAN – researching and teaching the Treaty of Lisbon“ und des „Observatory of Parliaments after the Lisbon Treaty (OPAL)“ und betreute das „Marie Curie Initial Training Network (EXACT)“ im Bereich EU-Außenbeziehungen, das Jean Monnet Modul „Europe@Work - Where the Ivory Tower meets Political Life“, das „Erasmus Academic Network on Parliamentary Democracy in Europe (PADEMIA)“, sowie das Ph.D. training programm „Pegasus“. Seit April 2016 ist Wessels zudem Koordinator des Horizon 2020 Forschungsprojektes „FEUTURE: The Future of EU-Turkey Relations: Mapping Dynamics and Testing Scenarios“. Darüber hinaus betreute er das 2017 ausgelaufene Projekt „Studying the European Council – Mastering and Disseminating Knowledge about a Key Institution (SUMMIT)“[1] und leitet die aktuellen Projekte „Blickwechsel – TRIANGLE“, „Jean Monnet Chair for Turkey and European Union Studies (MONTEUS)“ sowie „EUCOPAS – Debating the European Union in Cologne and Paris“.[2]

Wolfgang Wessels ist seit 1994 Inhaber eines „Ad personam Jean-Monnet Lehrstuhls“. Die Europäische Kommission würdigte diesen im Jahre 2007 für herausragende Forschung und Lehre im Bereich der europäischen Integration mit dem „Jean Monnet – Europäische Studien“-Preis in Gold („Jean Monnet – European Studies GOLD“). Wolfgang Wessels wurde überdies im Jahre 2011 mit dem „Award for Lifetime Achievement in Contemporary European Studies“ der University Association for Contemporary European Studies (UACES) sowie 2015 mit dem Universitätspreis der Universität zu Köln in der Kategorie „Forschung“ für hervorragende wissenschaftliche Leistungen ausgezeichnet.[3] Im Juni 2016 erhielt er zudem den „Vision for Europe“-Award des Prague European Summit.[4]

Ende 2015 veröffentlichte Wolfgang Wessels sein neues, englischsprachiges Standardwerk „The European Council“ im Verlag Palgrave Macmillan.[5]

Nach seiner Emeritierung im Jahr 2016 wurde das Centrum für Türkei und EU Studien (CETEUS) an der Universität zu Köln gegründet, um die Arbeit des zuvor bestehenden Lehrstuhls für Europäische Politik fortsetzen und sich in Zukunft insbesondere mit Themen rund um die Europäische Union und die Türkei befassen zu können. Wolfgang Wessels übernahm in diesem Zusammenhang das Amt des Direktors.[6]

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Europäische Rat: Stabilisierung statt Integration? Geschichte, Entwicklung und Zukunft der EG-Gipfelkonferenzen (= Europäische Studien des Instituts für Europäische Politik, Band 13), Europa-Union-Verlag, Bonn 1980, ISBN 3-7713-0142-4 (Dissertation Uni Köln 1979, 472 Seiten).
  • als Herausgeber mit Werner Weidenfeld: Europa von A-Z. Taschenbuch der europäischen Integration, Nomos, Bonn / Berlin / Baden-Baden 1991-2016ff, ISBN 978-3-8487-0519-1 (14. Auflage, 2016).
  • als Herausgeber mit Werner Weidenfeld: Jahrbuch der Europäischen Integration 1980-2015ff, Nomos, Bonn/Baden-Baden 1981-2015ff. ISSN 0721-5436.
  • Das politische System der Europäischen Union, Wiesbaden 2008.
  • The European Council, Basingstoke 2016.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Summit: Home. Abgerufen am 30. März 2017 (englisch).
  2. CETEUS: Projekte. Abgerufen am 30. März 2017 (deutsch).
  3. https://www.portal.uni-koeln.de/universitaetspreis.html
  4. „Vision for Europe“ Award 2016 für Prof. Dr. Wolfgang Wessels. (uni-koeln.de [abgerufen am 11. Oktober 2016]).
  5. https://he.palgrave.com/page/detail/the-european-council-wolfgang-wessels/?sf1=barcode&st1=9780333587461
  6. CETEUS: CETEUS. In: www.ceteus.uni-koeln.de. Abgerufen am 11. Oktober 2016.