World Karate Federation

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Die World Karate Federation (WKF) ist ein weltweiter Karate-Dachverband. Die WKF wurde 1992 aus der ehemaligen World Union of Karate Do Organisations (WUKO) gegründet. Er ist der einzige Karate-Weltverband, der vom IOC anerkannt wird und hat mehr als 10 Millionen Mitglieder in 188 Ländern.[1] Er umfasst alle Erdteile und wurde lange vom Präsidenten und Gründungsmitglied Jacques Delcourt geführt. Die WKF organisiert Junioren- und Seniorenweltmeisterschaften (Karate World Championships), die alle zwei Jahre ausgetragen werden. Der aktuelle Präsident der WKF ist der Spanier Antonio Espinos. Sitz der WKF ist in Madrid, Spanien.

Geschichte der Gründung[Bearbeiten]

Zu Beginn der 1960er Jahre gab es in Japan viele kleinere Verbände, die alle miteinander stritten. Es gab die JKA, die All-Japan-University Karate League, die FAJKO und die All Japan Karate Do Federation Organisation. Der Präsident der FAJKO (Federation of all Japan Karate Do Organisations), Ryoichi Sasakawa, wollte diesen Zustand der Zersplitterung beenden und die ersten offiziellen Karate-Weltmeisterschaften der Welt organisieren. Hierfür nahm er Kontakt mit dem Französischen Karateka Jacques Delcourt auf. Delcourt war Gründer der EKU (European Karate Union). Nach längeren Gesprächen einigten sie sich auf die Gründung der WUKO. Sofort nach Gründung 1970 organisierten sie die erste Karate-Weltmeisterschaft der Geschichte in Tokio, Japan. Die zweite Weltmeisterschaft folgte 1972 in Paris, Frankreich. Die Dritte 1975 in Long Beach (Kalifornien), USA und die Vierte 1977 wieder in Tokio. Nun begann es kompliziert zu werden, da Hidetaka Nishiyama, ein ehemaliger WUKO-Vizepräsident, nach dem Karateeklat von 1972 (Japan verlor gegen England und weigerte sich noch einmal anzutreten) eigene Weltmeisterschaften organisierte. Er gründete hierfür die IAKF[2] (Internationale Amateur Karate Federation) und konkurrierte mit der WUKO um die IOC-Anerkennung. Seine Weltmeisterschaften führte er fast ort- und zeitgleich wie die WUKO-Weltmeisterschaften durch. 1975 in Los Angeles und 1977 in Tokio. 1986 änderte die IAKF ihren Namen in International Traditional Karate Federation ITKF. Nach Versuchen der WUKO mit der ITKF zu fusionieren, was anfangs jedoch misslang, konnte man 1991 endlich Einigkeit mit der ITKF herstellen. Die WUKO und die International Traditionell Karate Federation (ITKF) bildeten dann eine Konföderation, die zwei Jahre später vom IOC als einziger Weltverband für Karatesport anerkannt wurde. Die beiden Verbände fusionierten 1993 zur WKF.[3] Im Jahr 2000 wurden die 15. WKF Weltmeisterschaften in München, Deutschland ausgetragen.

Olympische Spiele[Bearbeiten]

Das Ziel der Teilnahme an den Olympischen Spielen wurde bis heute nicht erreicht. Im Jahr 2010 waren neben Baseball, Golf, Roller-sports, Rugby, Softball und Squash auch Karate in der engeren Auswahl für die Olympischen Sommerspiele 2016. Der IOC Vorstand hat im Oktober 2010 jedoch Rugby und Golf zur Teilnahme vorgeschlagen. Für 2020 wurde die dritte Bewerbung in Folge beim IOC eingereicht. Neben Karate stehen folgende Sportarten auf der Shortlist: Sportklettern, Baseball/Softball, Wushu, Rollersports, Squash und Wakeboard. Eine finale Entscheidung wurde im Mai 2013 auf der IOC-Sitzung in Buenos Aires getroffen. Das IOC entscheidet sich gegen Karate als Sportart bei den Olympische Spielen 2020. Die WKF betreibt zurzeit eine offizielle Kampagne unter dem Motto „The K is one the way“ und wirbt trotzdem um die Aufnahme der Sportart Karate bei zukünftigen Olympischen Spielen.[4]

Kategorien der Weltmeisterschaft[Bearbeiten]

  • Kumite: Team- und Einzelwertungen (Damen und Herren)
  • Kata: Team- und Einzelwertungen (Damen und Herren)

Weltmeisterschaften[Bearbeiten]

WKF Karate WM 2012 in Paris-Bercy
Team Germany 2012 in Paris
Kumite Männer. Links sitzt Aghayev
Kumite Frauen

Von 1970 bis 1992 wurden WUKO-Weltmeisterschaften ausgetragen.

Deutsche Erfolge bei WUKO/WKF Weltmeisterschaften[Bearbeiten]

Wettkampf Medaillen
Rang Jahr Ort Land Gold Silber Bronze Gesamt
1970 Tokio JapanJapan Japan 0 0 0 0
1972 Paris FrankreichFrankreich Frankreich 0 0 0 0
1975 Long Beach Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten 0 0 0 0
2 1977 Tokio JapanJapan Japan 0 1 0 1
1980 Madrid SpanienSpanien Spanien 0 0 0 0
1982 Taipei China RepublikRepublik China Republik China 0 0 0 0
6 1984 Maastricht NiederlandeNiederlande Niederlande 1 0 1 2
13 1986 Sydney AustralienAustralien Australien 0 0 1 1
9 1988 Kairo AgyptenÄgypten Ägypten 0 0 3 3
12 1990 Mexiko-Stadt MexikoMexiko Mexiko 0 0 2 2
13 1992 Grenada SpanienSpanien Spanien 0 0 4 4
11 1994 Kota Kinabalu MalaysiaMalaysia Malaysia 0 1 1 2
17 1996 Sun City SudafrikaSüdafrika Südafrika 0 0 1 1
6 1998 Rio de Janeiro BrasilienBrasilien Brasilien 1 1 4 6
3 2000 München DeutschlandDeutschland Deutschland 2 2 2 6
7 2002 Madrid SpanienSpanien Spanien 1 1 2 4
12 2004 Monterrey MexikoMexiko Mexiko 0 1 3 4
18 2006 Tampere FinnlandFinnland Finnland 0 0 2 2
7 2008 Tokio JapanJapan Japan 1 1 1 3
2010 Belgrad SerbienSerbien Serbien 0 0 0 0
2012 Paris FrankreichFrankreich Frankreich 0 0 0 0
2014 Bremen DeutschlandDeutschland Deutschland
2016 Linz OsterreichÖsterreich Österreich
Gesamte Medaillen 6 8 27 41


Mitgliedsländer[Bearbeiten]

  • European Karate Federation – mit mehr als 50 Mitgliedsländern
  • Asian Karate-Do Federation – mit 39 Mitgliedsländern
  • Afrikan Karate Federation – mit 42 Mitgliedsländern
  • Oceanian Karate Federation – mit 12 Mitgliedsländern
  • Panamerican Karate Federation – mit 37 Mitgliedsländern

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. World Karate Federation Countries Members. Abgerufen 14. September 2013.
  2. The adventure of the Karate Olympic Recognition until May, 2001. (englisch)
  3. DKV Chronik 1993Abgerufen 22. September 2013
  4. Website des IOC (PDF; 2,22 MB)

Weblinks[Bearbeiten]