Worms-Heppenheim

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Heppenheim
Stadt Worms
Ehemaliges Gemeindewappen von Heppenheim
Koordinaten: 49° 36′ 19″ N, 8° 15′ 55″ O
Höhe: 110 m ü. NHN
Fläche: 9,84 km²
Einwohner: 2077 (2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 211 Einwohner/km²
Eingemeindung: 7. Juni 1969
Postleitzahl: 67551
Vorwahl: 06241
Karte
Lage von Heppenheim in Worms
Evangelische Kirche

Heppenheim (bis 1969 Heppenheim an der Wiese; Aussprache ˈhepnhaɪ̯m, im Dialekt ˈheprʊm) ist ein Ortsteil von Worms im südlichen Wonnegau. Das Dorf liegt etwa 9 Kilometer westlich der Stadt im Süden Rheinhessens im Eisbachtal und ist umgeben von Wiesen und landwirtschaftlich genutzten Flächen, auf denen vor allem Wein, Zuckerrüben und Getreide angebaut werden. Das Wappen von Worms-Heppenheim zeigt in Silber zwei gekreuzte blaue Rebmesser (Heppen) mit roten Griffen unter gestieltem, grünem Kleeblatt auf grauem Grund.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort ist im Lorscher Codex mit 33 Schenkungen erwähnt und hat damit die meisten Schenkungsurkunden der Wormser Vororte aufzuweisen, gefolgt von Ibersheim mit 27 und Pfeddersheim mit 7. Die erste Urkunde wurde ausgestellt am 3. November 766 oder 767 zur Zeit von Pippin dem Jüngeren.[2] Damals schenkten Wither und Lantfrid zum Seelenheid der Titsuind eine Hofreite in Hepphenheim.

1141 gab es erstes Wormser Besitzrecht in Heppenheim. 1398 hieß es erstmals „Heppenheim yn dem Dorffe off der Wiesen“. Im März 1460 kam es zur Plünderung und Einäscherung Heppenheims durch Kurmainz als Folge eines Krieges des Mainzer Erzbischofs Diether von Isenburg gegen den Kurfürsten Friedrich von der Pfalz. Die Pest suchte den Ort 1623 heim und nur zwei Jahre später herrschte eine Hungersnot. Mehr als die Hälfte der Bewohner flohen vor den französischen Revolutionstruppen, welche 1792 den Ort besetzten. In der Besatzungszeit gehörte Heppenheim zum Département du Mont-Tonnerre. 1814 endete die französische Herrschaft in der Region. [3]

1967 begann die Partnerschaft mit der französischen Gemeinde Ampilly-le-Sec im Département Côte-d’Or (Burgund). Seit der Eingemeindung am 7. Juni 1969[4] ist Heppenheim der westlichste Stadtteil der rheinland-pfälzischen Stadt Worms. Ende Dezember 2003 betrug die Einwohnerzahl 2.073 Personen, bis zum Jahresanfang 2009 schrumpfte sie um knapp 6,1 % auf 1.947 Personen.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Datum Einwohner
1925 1.631[5]
1933 1.678[5]
1939 1.855[5]
1968 2.097[4]
2014 2.077[1]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Worms-Heppenheim

Religiöse Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wegen der bislang noch unzulänglichen Versorgung mit DSL- bzw. Breitbandkabel von Heppenheim und der benachbarten Region wurden am 14. Mai 2009 durch Vertreter der betroffenen Verbandsgemeinde Monsheim und einem Wormser Internetbeauftragten gemeinsam Förderanträge für schnelles Internet dem Geschäftsstellenleiter der Breitbandinitiative des Landes Rheinland-Pfalz überreicht.[6]

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1886 bis 1968 lag Heppenheim an der mittlerweile abgebauten Bahnstrecke Worms–Grünstadt; der Bahnhof steht noch.

Anfahrt mit dem Auto: Die Autobahn A 61 ist rund fünf Minuten entfernt (Ausfahrt 'Worms').

Mit dem Bus: Heppenheim hat fünf Bushaltestellen, die von drei Buslinien angefahren werden:

  • Linie 451 Grünstadt – Worms
  • Linie 404 Worms – Worms-Heppenheim
  • Linie 414 Worms - Worms-Heppenheim

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Astrid Bechtel (* 1972), 44. Deutsche Weinkönigin 1992/1993
  • Anneliese Pauly (* 1954), verh. Schäfer, wohnhaft in München, schreibt unter dem Namen Anne Neunecker Drehbücher für Fernsehserien und -reihen, wie „Sturm der Liebe“, „SOKO 5113“, „Lindenstraße“ u. a.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karl Johann Brilmayer: Rheinhessen in Vergangenheit und Gegenwart. Giessen 1905, S. 213–215.
  • Raimund Schmitt: Heppenheim an der Wiese. Ein Heimatbuch in Text, Bildern und Dokumenten. o. O. [Worms-Heppenheim] 1971.
  • Werner Kropp: Heppenheim an der Wiese vor 250 Jahren. Beschreibung einer Karte aus dem Jahre 1735. In: Joachim Schalk (Hrsg.): Festschrift für Fritz Reuter zum 60. Geb. (= Der Wormsgau). Sonderheft. Worms 1990, S. 132–142.
  • Werner Kropp: Heppenheim an der Wiese. Geschichte, Gegenwart und Zukunft. In: Worms 2007 – Heimatjahrbuch für die Stadt Worms. 2. Jahrgang. Worms 2006, S. 68–73.
  • Irene Spille: Stadt Worms (= Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz. Band 10). Worms 1992, S. 188–197.
  • Mathilde Grünewald, Ursula Koch: Worms und seine Stadtteile. In: Mathilde Grünewald, Alfried Wieczorek (Hrsg.): Zwischen Römerzeit und Karl dem Großen. Band 1. Lindenberg im Allgäu 2009, S. 260–265.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Worms-Heppenheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Einwohner der Stadt Worms nach Wohnart (Memento des Originals vom 2. April 2015 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.worms.de (PDF; 14 kB), Einwohner mit Hauptwohnsitz in Worms (oder Vororten) zum jeweiligen Erhebungsdatum
  2. Karl Josef Minst: Lorscher Codex III, Lorsch 1970, Urkunde 858
  3. Geschichte von Heppenheim
  4. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006. (Memento vom 26. Dezember 2011 im Internet Archive), S. 201 (PDF; 2,6 MB).
    00Hinweis: Es liegt ein aktuelles Verzeichnis (2016) vor, das aber im Abschnitt „Gebietsänderungen – Territoriale Verwaltungsreform“ keine Einwohnerzahlen angibt.
  5. a b c Der Landkreis Worms auf www.verwaltungsgeschichte.de
  6. Förderanträge für schnelles Internet überreicht. Stadt Worms, 14. Mai 2009, archiviert vom Original am 25. März 2011; abgerufen am 28. November 2017.