Wuchtbrumme

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Als Wuchtbrumme wird umgangssprachlich eine wegen ihrer Körpermaße oder wegen ihres Selbstbewusstseins beeindruckende Frau bezeichnet.

Sprachwissenschaftlich ist der Begriff, der aus „Wucht“ und „Brumme“, dem umgangssprachlichen Ausdruck für Hummeln, zusammengesetzt ist, seit den 1960er Jahren belegt und galt anfangs als Jargonausdruck und gruppensprachliches Synonym für „hübsches Mädchen“.[1] Der Ausdruck war bereits in den 1970er Jahren ein Modewort, welches rasch zum Klischee wurde und mit die Zugehörigkeit zu bestimmten (jugendlich erscheinenden) Kreisen zeigen sollte.[2]

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mittlerweile hat sich die Bedeutung auf Powerfrau oder (Bairisch) Vollweib[3] verschoben, die „mit Hummeln im Hintern“ beziehungsweise mit Elan und Schwung ihr Leben gestaltet. Bei der Brumme oder Hummel schwingen im deutschen Gebrauch Elemente aus Kulturgeschichte und Volksglauben mit, die die Hummeln als Verkörperung von Hexen sahen. Im Gegensatz zu Tusse oder Zicke ist die Bezeichnung Wuchtbrumme positiv besetzt.

Bei jüngeren Verwendungen spielt auch eine provinzielle, ländliche Herkunft mit, so bei der Bezeichnung der Hauptfigur Luise Koschinsky, die aus Meppen stammt, in der Fernsehserie Olm unterwegs. Die Schriftstellerin Tatjana Kruse hat den Begriff mehrmals verwendet. Krimis und Romane wie Wuchtbrummenalarm oder Die Wuchtbrumme[4] beschreiben vollschlanke und kodderschnäuzige Single-Frauen, die sich durch Liebesabenteuer und Karrieredesaster mühen, ohne sich unterkriegen zu lassen. Der Begriff ist so eindeutig konnotiert, dass er sich auch als Kurzcharakterisierung in Drehbüchern eignet.

Die Hamburger Zeit subsumiert darunter die Sängerin Pink.[5] Sie bringe zum Ausdruck, dass der Taillenumfang einer Frau sich nicht umgekehrt proportional zu ihrer sozialen Stellung verhalten müsse, und breche zudem auch rassistische Eingrenzungen ein. Körperliche Fülle in Szene zu setzen, sei zuvor auf schwarze Musikerinnen begrenzt gewesen, von Queen Latifah, Neneh Cherry bis Miriam Makeba oder Missy Elliott.

Im umgangssprachlichen Gebrauch im Ruhrgebiet ist Wuchtbrumme negativ besetzt, da der Begriff hier häufig eine Frau bezeichnet, deren körperlichen Ausmaße mit „wuchtig“ assoziiert werden.

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der ehemaligen amerikanischen Fluggesellschaft Pan American erhielten während des Kalten Krieges mehrere für West-Berlin-Flüge eingesetzte Boeing 727 zeitweise den Namen Clipper Wuchtbrumme.[6]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Charles V. J. Russ: The German language today: a linguistic introduction. Verlag Routledge, 1994, ISBN 0-415-10438-6, S. 51.
  2. Die dichterische Metapher. Untersucht in der Versdichtung Puskins. - München: Fink (1974). 207 S. 8°, Astrid Forberger, W. Fink, 1974
  3. Sandra Fomferek: Bayrisches Vollweib trifft kölsche Wuchtbrumme. In: Die Welt. 27. März 2007.
  4. Tatjana Kruse: Die Wuchtbrumme. Von Mord, Totschlag und weiblicher Paranoia. Verlag der Criminale, ISBN 3-935877-79-X.
  5. Susanne Messmer: Musik: Die Wuchtbrumme. Warum die Sängerin Pink anders ist als all die fleißigen, disziplinierten Heldinnen des Pop. In: DIE ZEIT. 20. November 2003 Nr. 48.
  6. Names of the Pan Am Clippers, PDF