Wuchtbrumme

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Als Wuchtbrumme wird umgangssprachlich eine wegen ihrer Körpermaße beeindruckende Frau bezeichnet.

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sprachwissenschaftlich ist der Begriff, der aus „Wucht“ und „Brumme“, dem umgangssprachlichen Ausdruck für Hummeln, zusammengesetzt ist, seit den 1960er Jahren belegt und galt anfangs als Jargonausdruck und gruppensprachliches Synonym für „hübsches Mädchen“.[1][2] Der Ausdruck war bereits in den 1970er Jahren ein Modewort, welches rasch zum Klischee wurde und die Zugehörigkeit zu bestimmten (jugendlich erscheinenden) Kreisen zeigen sollte.[3] Ende der 1980er/Anfang der 1990er Jahre drehte sich der Begriff zunächst wieder ins Negative, insbesondere mit dem Hinweis auf das jeweilige Gewicht der Angesprochenen.[4] Seit einigen Jahren wird der Begriff aber auch positiv besetzt für selbstbewusste Frauen, „die ihr Leben mit viel Schwung und Energie gestalten“.[2]

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Schriftstellerin Tatjana Kruse verwendet den Begriff bei Krimis und Romanen wie Wuchtbrummenalarm oder Die Wuchtbrumme beschreiben vollschlanke Single-Frauen, die sich nicht unterkriegen lassen.[5]

Die Hamburger Zeit verwendete den Begriff für die Sängerin Pink.[6] Sie bringe zum Ausdruck, dass der Taillenumfang einer Frau sich nicht umgekehrt proportional zu ihrer sozialen Stellung verhalten müsse. Körperliche Fülle in Szene zu setzen, sei zuvor auf schwarze Musikerinnen begrenzt gewesen, von Queen Latifah, Neneh Cherry bis Miriam Makeba oder Missy Elliott.

Im umgangssprachlichen Gebrauch ist Wuchtbrumme gelegentlich auch negativ besetzt, da der Begriff hier häufig eine Frau bezeichnet, deren körperlichen Ausmaße mit „wuchtig“ assoziiert werden.[7]

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der ehemaligen amerikanischen Fluggesellschaft Pan American erhielten während des Kalten Krieges mehrere für West-Berlin-Flüge eingesetzte Boeing 727 zeitweise den Namen Clipper Wuchtbrumme.[8]

Die Redaktion der Deutschen Welle erklärte den Begriff am 1. Juli 2013 zum „Wort der Woche“ und nannte als Beispiele für eine positive Besetzung des Wortes Beth Ditto und Cindy aus Marzahn.[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dudenredaktion: Von Arschgeige bis Wuchtbrumme: Die 333 lustigsten Schimpfwörter. Bibliographisches Institut GmbH, 2016, ISBN 978-3-411-91142-4 (google.com [abgerufen am 7. August 2020]).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Charles V. J. Russ: The German language today: a linguistic introduction. Verlag Routledge, 1994, ISBN 0-415-10438-6, S. 51.
  2. a b c Hanna Grimm: Die Wuchtbrumme. In: Deutsche Welle. 1. Juli 2013, abgerufen am 7. August 2020 (deutsch).
  3. Die dichterische Metapher. Untersucht in der Versdichtung Puskins. - München: Fink (1974). 207 S. 8°, Astrid Forberger, W. Fink, 1974
  4. Petra Cnyrim: Das Buch der fast vergessenen Wörter. Riva Verlag, 2016, ISBN 978-3-95971-242-2 (google.com [abgerufen am 7. August 2020]).
  5. Tatjana Kruse: Die Wuchtbrumme. Von Mord, Totschlag und weiblicher Paranoia. Verlag der Criminale, ISBN 3-935877-79-X.
  6. Susanne Messmer: Musik: Die Wuchtbrumme. Warum die Sängerin Pink anders ist als all die fleißigen, disziplinierten Heldinnen des Pop. In: DIE ZEIT. 20. November 2003 Nr. 48.
  7. Wuchtbrumme. Abgerufen am 1. Mai 2020.
  8. Names of the Pan Am Clippers, PDF