Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks

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Der Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks e.V. (ZVDH) ist als eingetragener Verein ein Arbeitgeberverband, dem unmittelbar alle Dachdecker-Landesinnungen und Landesinnungsverbände in Deutschland angehören. Seine Aufgabe liegt in der Vertretung der fachlichen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Interessen des Dachdeckerhandwerks.

Wesentliche Eckdaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verband wurde am 2. April 1949 in Marburg (Lahn) gegründet und hat 2013 etwa 7.400 Mitgliedsbetriebe, die im Durchschnitt jährlich einen Umsatz von etwa acht Milliarden Euro erwirtschaften.[1] Sein Sitz ist in Köln.[2]

Dem Verband gehören die 16 Dachdeckervertretungen der Bundesländer als unmittelbare Mitglieder an, wobei sich der konkrete Mitgliedsname (Landesinnungsverband, Landesverband, Landesinnung) nach der Größe des jeweiligen Bundeslands richtet.[3]

Tätigkeitsbereiche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Vertritt vertritt die fachlichen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Interessen seiner Mitglieder auf nationaler und internationaler Ebene. Er stellt unter anderem Fachregeln, Richtlinien und Arbeitshinweise rund um das Tätigkeitsgebiet „Dachdeckerhandwerk“ auf.[4] Er kann auch Tarifverträge abschließen.[5] Darüber hinaus ist er mitverantwortlich für die Verwaltung der gemeinsamen Einrichtungen auf tarifvertraglicher oder anderer Rechtsgrundlage, wie beispielsweise der Lohnausgleichsklasse im Dachdeckerhandwerk.[6] Über Mandatsträger aus den eigenen Reihen übt der ZVDH auf verschiedenen Ebenen der Politik in seinem Sinne Einfluss aus.[7]

Der Verband schließt weiterhin zur Optimierung der Beschaffungslogistik seiner Mitglieder Rahmenverträge mit Dienstleistern, wie zum Beispiel mit Versicherern, Kraftfahrzeugherstellern und Lieferanten von Berufskleidung sowie Materialgarantie-Vereinbarungen mit den Zulieferern des Dachdeckerhandwerks ab.[8]

Der Verband plant, koordiniert und verwirklicht er eine gesamtberufsständische Öffentlichkeitsarbeit. Er ist an der Herausgabe der seit 1879 unter verschiedenen Namen erscheinenden Verbandszeitschrift DDH – Das Dachdecker-Handwerk für Dach-, Wand- und Abdichtungstechnik beteiligt.[9] Außerdem organisiert er gemeinsam mit Holzbau Deutschland - dem Bund deutscher Zimmermeister - die Branchenmesse DACH+HOLZ International und verschiedene Bundeskongresse.[1]

Im Zusammenhang mit einer Förderung der Berufsausbildung, der Nachwuchssicherung sowie der Durchführung von Berufsbildungsmaßnahmen ist der Verband Träger des Bundesbildungszentrums (BBZ) des Deutschen Dachdeckerhandwerks in Mayen/Eifel[10] und arbeitet eng mit dem Berufsbildungswerk des Deutschen Dachdeckerhandwerks e.V. (BBW) zusammen.[11] Darüber hinaus bietet der ZVDH bundesweite Fortbildungen, Seminare und Weiterbildungen an. [4] Diesbezüglich koordiniert der ZVDH die Berufsbildung auf Bundesebene und erarbeitet gemeinsam mit den beteiligten Bundesministerien und dem Sozialpartner IG Bauen-Agrar-Umwelt (BAU) Aus- und Fortbildungsvorschriften im Dachdeckerhandwerk.[4] Außerdem gestaltet der ZVDH die DachAusbV (Dachdeckerausbildungsverordnung), die Richtlinien enthält über die Berufsausbildung zum Dachdecker und zur Dachdeckerin.[12]

Im Rahmen der sogenannten „Aktion DACH“, einer Gemeinschaftsaktion des Zentralverbandes des deutschen Dachdeckerhandwerks und seiner Mitglieder mit Unternehmen der Bedachungsindustrie und des Fachhandels, werden gemeinsame Aufgaben im Bereich des Marketings koordiniert und insbesondere auf die ZielgruppeEndkunde“ ausgerichtet.[13]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b "Die Berufsorganisation: Über den Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks" Website des Zentralverbands des Deutschen Dachdeckerhandwerks. Abgerufen am 27. März 2013.
  2. Jens Kirsch: Geographie des deutschen Verbandswesens. Mobilität und Immobilität der Interessenverbände im Zusammenhang mit dem Regierungsumzug. LIT Verlag, Münster 2006, ISBN 3-8258-7029-4, S. 313 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  3. "Leistungen der Berufsorganisation: Die Landesverbände" Website des Zentralverbands des Deutschen Dachdeckerhandwerks. Abgerufen am 27. März 2013.
  4. a b c "Leistungen der Berufsorganisation: Der ZVDH" Website des Zentralverbands des Deutschen Dachdeckerhandwerks. Abgerufen am 27. März 2013.
  5. Tarifregister NRW: Branche Dachdeckerhandwerk. In: Tarifregister Nordrhein-Westfalen, Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales. Abgerufen am 10. April 2013 (PDF; 18 kB).
  6. Hans-Joachim Müssig: Der lange Weg des Dachdeckerhandwerks in das 21. Jahrhundert: Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft. Verlag Rudolf Müller, Köln 2003, ISBN 3-481-02014-7, S. 191 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  7. Geschäftsbericht des ZVDH 2007, S. 44. Abgerufen am 12. April 2013 (PDF; 1,3 MB).
  8. "Informationen für Mitgliedsbetriebe" Website des Zentralverbands des Deutschen Dachdeckerhandwerks. Abgerufen am 27. März 2013.
  9. Eintrag in der Zeitschriftendatenbank, Abteilung überregionale Bibliographische Dienste, Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz. Abgerufen am 10. April 2013.
  10. Website der Stadt Mayen: Fachschulen in Mayen. Abgerufen am 10. April 2013.
  11. "BBW - Berufsbildungswerk Mayen" Website des Bundesbildungszentrums des Deutschen Dachdeckerhandwerks e.V. Abgerufen am 27. März 2013.
  12. Neue Dachdecker Ausbildungsverordnung tritt in Kraft – Inhalte, Fristen, Ziele, in: handwerker-tk.de vom 19. Mai 2016
  13. "Ziele der Aktion DACH" Website der Aktion DACH, Betreiber: D+W-Service GmbH für Management, PR und Messewesen. Abgerufen am 27. März 2013.