Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung

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Hauptgebäude des ZEW im Quadrat L7

Das ZEW – Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung in Mannheim ist ein Wirtschaftsforschungsinstitut in der Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz (WGL). Es steht unter der Leitung des Präsidenten Achim Wambach und des kaufmännischen Direktors Thomas Kohl. Das ZEW ist laut RePEc-Rangliste eines der führenden europäischen Wirtschaftsforschungsinstitute.[1] Aktuell beschäftigt das ZEW 203 Mitarbeiter, davon 127 Wissenschaftler (Stand: 1. September 2020).[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gründung des ZEW erfolgte 1990, die wissenschaftliche Arbeit begann am 1. April 1991. Gründungsdirektoren waren Heinz König, wissenschaftlicher Direktor und Ernst-O. Schulze, kaufmännischer Direktor. 2005 wurde das Forschungsinstitut Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Von 1997 bis 2013 war Wolfgang Franz Präsident des ZEW. Sein Nachfolger wurde Clemens Fuest.[3] Achim Wambach übernahm das Amt des Präsidenten im April 2016.[4]

Gliederung und Ziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Organisatorisch gliedert sich das ZEW in acht Forschungsbereiche[5]:

  • Arbeitsmärkte und Personalmanagement
  • Innovationsökonomik und Unternehmensdynamik
  • Digitale Ökonomie (ehemals Forschungsbereich Informations- und Kommunikationstechnologien)[6]
  • Internationale Finanzmärkte und Finanzmanagement
  • Unternehmensbesteuerung und Öffentliche Finanzwirtschaft
  • Umwelt- und Ressourcenökonomik, Umweltmanagement
  • Soziale Sicherung und Verteilung[7]
  • Marktdesign[8]

Das ZEW verfolgt in diesen Sektoren vier Ziele:[9]

  • Forschung
  • wirtschaftspolitische Beratung
  • Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses
  • Meinungsbildung in Fachwissenschaft und Öffentlichkeit

Der übergreifende Forschungsleitgedanke am ZEW ist die ökonomische Analyse und das Design funktionstüchtiger Märkte und Institutionen in Europa. Die Kompetenz des ZEW liegt insbesondere im Bereich der angewandten Mikroökonometrie und bei rechenbaren allgemeinen Gleichgewichtsmodellen. Die Wissenschaftler des ZEW vermitteln ihre Forschungsergebnisse zum einen auf wissenschaftlichen Konferenzen und in Fachzeitschriften. Zum anderen geben sie diese aber auch über Studien, Publikationsreihen und Weiterbildungsveranstaltungen an die Öffentlichkeit weiter.

Besondere Beachtung finden die vom ZEW monatlich veröffentlichten „ZEW-Konjunkturerwartungen“. Sie sind ein wichtiger Frühindikator für die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland. Abgefragt werden aber auch die Erwartungen für die Eurozone, Japan, Großbritannien und die USA.

Finanzierung und Gremien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Finanzierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Finanzierung des ZEW erfolgt zum größten Teil aus Mitteln des Landes Baden-Württemberg sowie seit dem Jahr 2005 aus der Bund-Länder-Finanzierung; diese institutionelle Förderung betrug im Jahr 2019 ca. 61 Prozent. Drittmittel (inklusive „sonstiger Erträge“) machten 36 Prozent aus. Die restlichen 3 Prozent sind Rücklagen. Die Drittmittel des Instituts stammen zu 45 % von Bund und ausländischen Ministerien, 18 % von den Bundesländern, ebenfalls 18 % von Stiftungen, der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und wissenschaftlichen Einrichtungen, 12 % von Unternehmen und Verbänden und zu 7 % von Europäischen Institutionen.[2]

Aufsichtsrat[10][Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wissenschaftlicher Beirat[11][Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gebäude in L7 Mannheim[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der städtebauliche Entwurf wurde von dem Mannheimer Architekturbüro #Carlfried Mutschler und Partner Joachim Langner, Christine Mäurer und Ludwig Schwöbel entwickelt. Die architektonische Gestaltung wurde vom Nachfolgebüro Ludwig Schwöbel und Christine Mäurer erarbeitet. Das Gebäude erhielt die Auszeichnung guter Bauten vom Bund Deutscher Architekten BDA und die Auszeichnung Vorbildliches Bauen von der Architektenkammer Baden-Württemberg. Es ist in der der Buchreihe Mannheim und seine Bauten 1907 – 2007, Band 3,[12] und im Architekturführer Mannheim[13] veröffentlicht.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://ideas.repec.org/top/top.germany.html
  2. a b ZEW: Über das ZEW. Abgerufen am 28. Oktober 2020.
  3. Kretschmann ehrt scheidenden ZEW-Chef, Mannheimer Morgen 28. Februar 2013
  4. Heike Göbel: Achim Wambach folgt auf Clemens Fuest als ZEW-Chef. FAZ. Abgerufen am 26. April 2016.
  5. http://www.zew.de/de/das-zew/ueber-das-zew/organisation/
  6. ZEW-Forschungsbereich "Digitale Ökonomie". Abgerufen am 20. Februar 2018.
  7. Article ZEW - Sebastian Siegloch leitet künftig den neuen ZEW-Forschungsbereich "Soziale Sicherung und Verteilung". In: zew.de. Abgerufen am 31. Dezember 2018.
  8. Article ZEW - Neue ZEW-Forschungsgruppe "Marktdesign" nimmt Arbeit auf. In: zew.de. Abgerufen am 2. Juni 2016.
  9. ZEW - Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung. In: www.zew.de. Abgerufen am 26. April 2016.
  10. ZEW: Aufsichtsrat - ZEW Mannheim. Abgerufen am 28. Oktober 2020.
  11. ZEW: Wissenschaftlicher Beirat - ZEW Mannheim. Abgerufen am 28. Oktober 2020.
  12. Andres Schenk: Bauten für die Forschung und Lehre. In: Stadtarchiv Mannheim und Mannheimer Architektur- und Bauarchiv e.V. (Hrsg.): Mannheim und seine Bauten 1907–2007. Band 3. Edition Quadrat, Mannheim 2002, ISBN 3-923003-85-4, S. 61.
  13. Andreas Schenk: Architekturführer Mannheim. Hrsg.: Stadt Mannheim. Dietrich Reimer Verlag, Berlin 1999, ISBN 3-496-01201-3, S. 75.

Koordinaten: 49° 28′ 55″ N, 8° 27′ 57″ O