Zips (Mafia)

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Zips (auch Siggies oder Geeps) ist ein Slang-Begriff der amerikanischen La Cosa Nostra, im Bezug auf neue Einwanderer der sizilianischen Cosa Nostra aus Italien, aufgrund ihrer zischelnden Aussprache.

Einreise und Eingliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der zunehmenden Gewalt und Präsenz der Regierung in Italien, kamen zeitweilig viele Mafiosi der sizilianischen Cosa Nostra in die vereinigten Staaten und wurden später dann Zips genannt. Die Zips waren für die amerikanische Mafia äußerst effektiv, da sie in den Staaten unbekannte waren und keine Polizeiakte hatten. Sie verkehrten hauptsächlich mit ihresgleichen und waren Großteils ansässig in der Knickerbocker Avenue von Brooklyn (New York).

Sie hatten auch keinerlei Skrupel, Polizeibeamte, Richter, Frauen oder Kinder zu ermorden, was für die amerikanische Mafia im eigentlichen Tabu gewesen war. Ebenso waren sie bekannt dafür, ihre Feinde durch Bombenanschläge zu ermorden, was für die sizilianische Mafia typisch war, was die amerikanische Mafia im Gegensatz eher gescheut hat, da das Risiko unbeteiligte zu verletzen, sehr hoch sein konnte.

Doch trotz ihrer Rücksichtslosigkeit wurden sie von den amerikanischen Mafiosi toleriert, da sie in der Lage waren Millionen von Dollars für die Familien, bzw. die Bonanno-Familie und die Gambino-Familie zu verdienen. Carmine Galante, Boss der Bonanno-Familie, hielt sich eine mehrköpfige sizilianische Leibwache und nahm viele Ehrenmänner aus Sizilien in seiner Familie auf. Galante hielt die sizilianischen Ehrenmänner für zuverlässiger und fähiger als seine Landsleute. Die Zipz, der Bonanno-Capo Cesare „The Tall Guy“ Bonventre und Baldassare „Baldo“ Amato waren Galantes persönlichen Bodyguards.

Pizza Connection[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Zusammenarbeit mit Galante und der Unterstützung anderer sizilianischen Mafiosi, wuchsen Einfluss und Macht der Zips in der New Yorker Unterwelt. Schließlich waren sie in den 1970er und 1980er Jahren in der Lage einen großangelegten Heroin-Schmuggler-Ring zwischen der amerikanischen und der sizilianischen Mafia aufzubauen – die sogenannte Pizza Connection, die zu einem hochprofitablen Geschäft wurde, bei dem die gut organisierte sizilianische Cosa Nostra jedes Jahr mehrere hundert Millionen Dollar verdiente und auch in den USA immer mehr Einfluss gewann. Dies wurde von den Amerikanern aber teils mit Unbehagen und Furcht betrachtet. Eine starke Beteiligung an diesem Geschäft hielt auch der Bonanno-Capo Salvatore "Toto" Catalano und Gaetano Badalamenti, welcher Zeitweise der mächtigste sizilianische Mafioso war.

Der in der Bonanno-Familie verdeckt ermittelnden FBI Special Agent Joseph Pistone alias „Donnie Brasco“, berichtete über das ambivalente Verhältnis der Amerikaner zu den Sizilianern und beschrieb die Eindrücke, die die Sizilianer bei den einfachen „Soldaten“ hinterließen:

„Er sagte „Zips“ seien anfänglich Sizilianer gewesen, die man ins Land geholt habe, damit sie für den New Yorker Bonanno-Boss Carmine „Lilo“ Galante, Heroin verdealen und Mordaufträge ausführen. Sie wurden oft in Pizzerien untergebracht, wo sie Heroin geliefert bekamen und weiterverteilten, Geld wuschen und auf weitere Aufträge von Galante warteten. … er sagte, die „Zips“ seien eine verschworene und verschlossene Clique. … Sie seien, sagte er, die gewissenlosesten Killer, die es in dem Geschäft gebe.“

Joe Pistone[1]

Ermordung Galantes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ironischerweise wurde Carmine Galante am 12. Juli 1979 vor dem Restaurant „Joe & Mary's“ in Bushwick (Brooklyn) ermordet, und die Leibwächter Bonventre und Baldo Amato sollen in das Attentat verwickelt gewesen sein; jedenfalls verschwanden sie zusammen mit den maskierten Schützen vom Tatort.

Bonventre wurde einige Wochen später verhaftet, aber wieder freigelassen. Später kamen Gerüchte auf, die „Kommission“ – als oberste Institution der US-amerikanischen Mafia – habe den Mord an Galante bewilligt, da er seine Gewinne aus den Drogengeschäften nicht teilen wollte. Andere Stimmen sehen seine Ermordung als Verhinderung des Machtausbaus von Galante, der möglicherweise mit seinen „Zips“ und den riesigen Gewinnen ein Capo di tutti i capi werden wollte, um alle anderen Familien als Oberhaupt zu beherrschen.

Filme und Dokumentationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2014: Im Netz der Mafia – Die Geheimakten des FBI; britische 13-teilige Dokumentationsserie (Folge 7: Der Drogenbaron: Carmine Galante); beschreibt u.a. das Verhältnis von Galante und den Zips, sowie seinen Mord und die angebliche Beteiligung von Cesare Bonventre und Baldassare Amato

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Joseph D. Pistone & Charles Brandt: Donnie Brasco: Unfinished Business; 2007; ISBN 0-7624-2707-8
  • Anthony DeStefano: The Last Godfather: Joey Massino & the Fall of the Bonanno Crime Family; 2006
  • Simon Crittle: The Last Godfather: The Rise and Fall of Joey Massino; 2006; ISBN 0-425-20939-3
  • Selwyn Raap: The Five Families: The Rise, Decline & Resurgence of America's Most Powerful Mafia Empire; 2005
  • Carl Sifakis: The Mafia Encyclopedia; 2005; ISBN 0-8160-5694-3
  • Robert J. Kelly: Encyclopedia of Organized Crime in the United States; 2000; ISBN 0-313-30653-2
  • Joseph D. Pistone & Richard Woodley: Donnie Brasco: My Undercover Life in the Mafia; 1999; ISBN 0-340-66637-4.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Claire Sterling: Die Mafia. Scherz Verlag, München 1990, ISBN 3-502-17700-7.