Émile Boeswillwald

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Émile Boeswillwald (* 2. Februar 1815 in Straßburg; † 20. März 1896) war ein französischer Architekt und Denkmalpfleger.

Boeswillwald trat nach seinem Studium in München in das Architekturbüro von Henri Labrouste in Paris ein. Seit 1840 gehörte er der Kommission der Monuments historiques an, deren Generalinspektor er 1860 in der Nachfolge von Prosper Mérimée wurde. Dabei arbeitete er mit Eugène Viollet-le-Duc zusammen.

Boeswillwald führte 1888 die Vergrößerung des Schlosses von Pontchartrain in Jouars-Pontchartrain durch. Über lange Jahre arbeitete er an der Restaurierung der Abteikirche Notre-Dame in Mouzon. 1874 erneuerte er die im Deutsch-Französischen Krieg beschädigte Kathedrale von Toul. Er führte auch die Instandsetzung der Abtei Saint-Germer-de-Fly, der Kirche Saint-Étienne in Vignory, der Kathedrale von Laon, der Abtei La Trinité in Vendôme, der Kathedrale von Bayonne, von Notre-Dame d’Avioth und der Sainte-Chapelle in Paris durch. Weitere Werke sind die Vergrößerung der Kirche Notre-Dame-en-Assomption in Bourbonne-les-Bains (1875), die Restaurierung der Basilika Saint-Jean-Baptiste in Chaumont (1847–1854), der Kirche Notre-Dame in Isômes (ab 1849) und Arbeiten an der Kirche Saint-Urbain in Troyes (1846–1848).

Im Elsass restaurierte Boeswillwald die ehemalige Abteikirche von Murbach (1862–1870), gestaltete den Rhombenhelm und die Giebel des Vierungsturms der ehemaligen Abteikirche in Neuwiller-lès-Saverne, stellte die Stiftskirche von Niederhaslach her (1853) und restaurierte die Nikolauskapelle in Niedermünster am Odilienberg (1847–1850). [1]

Mit René Cagnat und Albert Ballu veröffentlichte er 1895 das Werk Timgad, une cité africaine sous l’Empire romain.

Boeswillwalds Sohn Paul war ebenfalls Architekt, sein Enkel Émile Artus war Maler.

Literatur[Bearbeiten]

  • Rudolf Echt: Emil Boeswillwald als Denkmalpfleger. Untersuchungen zu Problemen und Methoden der französischen Denkmalpflege im 19. Jahrhundert. Rudolf Habelt, Bonn 1984, ISBN 978-3-7749-2067-5.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Émile Boeswillwald – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Walter Hotz: Handbuch der Kunstdenkmäler im Elsass und in Lothringen, 3. Aufl. 1976. München und Berlin: Deutscher Kunstverlag, S. 167, 173, 178, 181