Henri Labrouste

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Büste von Henri Labrouste
in der Bibliothek Sainte-Geneviève

Henri Labrouste (* 11. Mai 1801 in Paris; † 26. Juni 1875 in Fontainebleau) war ein französischer Architekt und Pionier des Eisenbaus.

Leben[Bearbeiten]

Labrouste lernte in den Ateliers von Vaudoyer und Lebas sowie an der Akademie der bildenden Künste und errang 1824 den großen Preis für Architektur. Früchte seiner daraufhin erfolgenden Reise nach Italien waren neun Zeichnungen des Poseidontempels zu Paestum (veröffentlicht 1878, 21 Tafeln).

1829 wurde er Inspektor der Arbeiten am Palais des Beaux-Arts in Paris und erhielt, nachdem er mehrere größere Bauten wie das Hospiz von Lausanne (1837) und die Bibliothek Sainte-Geneviève in Paris (1843–1850) ausgeführt hatte, auch den Bau der Nationalbibliothek (gebaut von 1862–1868) übertragen, die in Bezug auf die Konstruktion des Innern ein Muster für ähnliche Institute wurde.

Labrouste wurde am 23. November 1867 zum Nachfolger Jakob Ignaz Hittorffs an der Kunstakademie ernannt.

Im Gegensatz zu anderen Architekten seiner Zeit wie etwa Gottfried Semper, welche die sichtbare Verwendung des neuen Werkstoffes Eisen weitgehend ablehnten oder nur in „minderen“ Bauten wie Industriegebäuden oder Bahnhofshallen für angebracht hielten, zeigt Labrouste in seinen beiden Pariser Bibliotheksbauten unverhüllte Eisenarchitekturen.

Werke[Bearbeiten]