Ökoton

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Gehölzdominierte Ökotondichte Deutschlands nach Kreisen 2013. Quelle: Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung

Ein Ökoton (auch Saumbiotop oder Randbiotop) ist in der Ökologie ein Übergangsbereich zwischen zwei verschiedenen Ökosystemen oder Landschaften[1]. Der Ausdruck wird manchmal auch für großräumige, breite Übergangsbereiche, zum Beispiel Waldsteppe mit eingestreuten Gehölzinseln zwischen Wald und Steppe, verwendet.[2] Oft sind diese besonders artenreich und weisen eine höhere Artenvielfalt auf als die Summe der Arten, die in den angrenzenden Gebieten vorkommen[3]. Ökotone können natürlich auftreten, zum Beispiel Seeufer oder die alpine Waldgrenze, oder auf den Einfluss des Menschen zurückgehen, zum Beispiel Heckenstreifen und Waldränder in der mitteleuropäischen Kulturlandschaft.

Ökotone zwischen Wald und Offenland, Säume genannt, bieten eine große Anzahl an ökologischen Nischen. Ein anderes Beispiel ist der Mangrovenwald, welcher einen Übergang zwischen Land- und Wasserökosystem darstellt. Weitere Beispiele sind Waldränder, Hecken und Gewässerufer.

Je mehr Saumbiotope es in einer Landschaft gibt, desto höher ist diese Landschaft aus naturschutzfachlicher Sicht zu bewerten. Für Deutschland werden gehölzdominierte Ökotone, das sind Waldränder, Baumreihen und Hecken[4], im Rahmen des Monitor der Siedlungs- und Freiraumentwicklung (IÖR-Monitor) jährlich berechnet und dargestellt. Damit wird die Entwicklung der Säume über viele Zeitschnitte im Rahmen eines Monitorings sichtbar.[5]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. zu Forschungsansätzen in Grenz- und Übergangsbiotopen vgl.: Matthew M. Yarrow & Victor H. Marin (2007): Toward Conceptual Cohesiveness: a Historical Analysis of the Theory and Utility of Ecological Boundaries and Transition Zones. Ecosystems 10: 462–476. doi:10.1007/s10021-007-9036-9
  2. Matthias Schaefer: Ökologie. Wörterbücher der Biologie. 3. Auflage, G.Fischer Verlag, Jena 1992. UTB Taschenbücher 430. ISBN 3-8252-0430-8
  3. Biodiversitäts-Monitoring Schweiz, Glossar (Memento vom 24. März 2010 im Internet Archive), abgerufen am 24. August 2009
  4. Gehölzdominierte Ökotondichte. IÖR-Monitor, Indikatorkennblatt
  5. Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR): Monitor der Siedlungs- und Freiraumentwicklung (IÖR-Monitor), Indikator "Gehölzdominierte Ökotondichte an Gebietsfläche" 2013.