Środa Wielkopolska

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Środa Wielkopolska
Wappen von Środa Wielkopolska
Środa Wielkopolska (Polen)
Środa Wielkopolska
Środa Wielkopolska
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Großpolen
Landkreis: Środa Wielkopolska
Fläche: 17,98 km²
Geographische Lage: 52° 13′ N, 17° 17′ O52.22388888888917.276111111111Koordinaten: 52° 13′ 26″ N, 17° 16′ 34″ O
Einwohner: 22.604
(30. Jun. 2014)[1]
Postleitzahl: 63-000
Telefonvorwahl: (+48) 61
Kfz-Kennzeichen: PSR
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DK11 PosenJarocin
Nächster int. Flughafen: Posen-Ławica
Gemeinde
Gemeindeart: Stadt- und Landgemeinde
Gemeindegliederung: 34 Schulzenämter
Fläche: 207,10 km²
Einwohner: 31.331
(30. Jun. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 151 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 3025043
Verwaltung (Stand: 2012)
Bürgermeister: Wojciech Ziętkowski
Adresse: ul. Daszyńskiego 5
63-000 Środa Wielkopolska
Webpräsenz: www.sroda.wlkp.pl

Środa Wielkopolska (deutsch Schroda, älter auch Neumarkt[2]) ist eine Stadt in Polen in der Woiwodschaft Großpolen.

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung des heutigen Środa Wielkopolska stammt aus dem Jahr 1234. Zwischen den Jahren 1253 und 1261 wurde dem Ort das Stadtrecht nach Magdeburger Recht unter dem Stadtnamen Neumarkt verliehen.

Der Zweite (1655–1661) und der Dritte Nordische Krieg (1700–1721) behinderten die Entwicklung der Stadt. Während letzteren wurde sie von den Schweden 1707 zerstört. Bei der Zweiten Teilung Polens kam die Stadt 1793 an Preußen. Zu dieser Zeit gab es ein Rathaus, zwei Kirchen, eine Kapelle sowie ein Kloster. 1807 bis 1815 war die Stadt Teil des Herzogtums Warschau, danach wurde sie wieder preußisch und zum Sitz des Landkreises Schroda.

1842 wurde eine Post, 1870 eine Telegraphenstation eingerichtet. Fünf Jahre darauf erfolgte der Anschluss an das Schienennetz zwischen Posen und Kreuzburg (Kluczbork). Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Stadt 1919 Teil des wiederentstandenen Polens.

Bereits am ersten Tag des Zweiten Weltkrieges wurden der Bahnhof und die Zuckerfabrik von der deutschen Luftwaffe bombardiert. Die Besetzung durch Hitlerdeutschland endete am 23. Januar 1945.

Bis 1967 hieß die Stadt polnisch Środa, danach wurde der Zusatz Wielkopolska (= Großpolnisch) angefügt. Zwischen den Verwaltungsreformen war sie 1975 bis 1998 Teil der Wojewodschaft Posen, jetzt ist sie Teil der Wojewodschaft Großpolen.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Bei der Angliederung an Preußen 1793 wurde eine Aufstellung über die Größe der Stadt gemacht. Dabei wurden 215 Häuser gezählt, wovon 100 innerhalb der Stadt zu finden waren, die übrigen sich in vier Vorsiedlungen befanden. Dort lebten 1.009 Menschen, davon 556 Männer. Nach Religionen aufgeteilt wurden 897 Katholiken, 102 Juden und zehn Evangelische gezählt. Im Jahr 1800 war die Bevölkerung auf 1.217 angewachsen. 1890 waren von den 4.988 Einwohnern 4.164 katholisch, 257 jüdisch und 562 evangelisch.

Nachfolgend die Einwohnerentwicklung graphisch:[3]

Stiftskirche

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Sehenswert ist die zwischen 1423 und 1428 errichtete spätgotische Kirche, welche Ende des 15./Anfang des 16. Jahrhunderts wieder aufgebaut wurde. Nebst der Kirche befindet sich auch eine zwischen 1598 und 1602 errichtete Kapelle der Familie Gostomski im Stil der Spätrenaissance. Der neogotische Glockenturm aus dem Jahr 1869 verdient Beachtung.
  • Zwischen 1883 und 1888 entstand eine neoromanische evangelische (heute katholische) Kirche.
  • Ferner ist ein Wasserturm aus den Jahren 1910-11 der Beachtung wert.
  • Der neoklassizistische Bieganowo-Palast wurde 1914 gebaut.


Gemeinde[Bearbeiten]

Die Stadt- und Landgemeinde (gmina miejsko-wiejska) Środa Wielkopolska hat eine Fläche von 207,1 km² mit etwa 30.000 Einwohnern. Zur Gemeinde gehören die folgenden kleineren Ortschaften, die in 34 Schulzenämter zusammengefasst sind:

Name deutscher Name
(1815–1918)
deutscher Name
(1939–45)
Annopole Annakolonie Annakolonie
Babin Babin Frauenhof
Bieganowo Bieganowo Laufenstedt
Brodowo Brodowo Reichstedt
Brzeziak Vorwerk Brzeziak Birkau
Brzezie Brzezie
1910–18 Bresche
Bresche
Brzeziny Vorwerk Brzeziny Birkenfelde
Chocicza Chocicza Eulenhorst
Chudzice Chudzice
1910–18 Kahlhorst
Kahlhorst
Chwałkowo Marthashagen Marthashagen
Czarne Piątkowo Czarnepiontkowo Pontkau
Czartki Czartki Elende
Dębicz Gut Dembicz Eichwalde
Dębiczek Dembicz
1906–18 Kolonie Dembicz
Eichwarte
Gajówka Forsthaus Podgaj Forsthaus Kleinhagen
Grójec Grujec Grundhofen
Henrykowo Henrykowo
1908–18 Hedingen
Hedingen
Janowo Janowo Hanstedt
Januszewo Januszewo
1906–18 Jahnsfeld
Jahnsfeld
Jarosławiec Jaroslawiec Hermannsdorf
Kijewo Kijewo Stockheim
Koszuty Koszuty Körber
Koszuty-Huby Kolonie Koszuty
Lorenka Vorwerk Lerchenfeld Lerchenfeld
Mączniki Moncznik
1906–18 Montschnik
Montschau
Marcelino Marcelino
Marianowo Brodowskie Vorwerk Marianowo Marienfelde
Nadziejewo Nadziejewo Hoffnungstal
Nietrzanowo Nietrzanowo Nienstedt
Nowe Miasto nad Warta Nowe Miasto nad Warta Neustadt a/W
Olszewo Olszewo Erlau
Pętkowo Pentkowo Fesselsdorf
Pierzchnica Pierzschno
1906–18 Kolonie Pierschno
Pierzchno Pierschno Reinkingshofen
Pławce Plawce
1906–18 Klingenburg
Klingenburg
Podgaj Vorwerk Podgaj Kleinhagen
Połażejewo Polazejewo Pfohlsheim
Ramutki Ramutki Elisenhof
Romanowo Romanowo Petersdorf
Rumiejki Adlig Rumiejki Rotenbach
Ruszkowo Ruszkowo
1906–18 Ruschkowo
Ruschkau
Słupia Wielka Slupia
1906–18 Groß Slupia
Bleckersdorf
Staniszewo Staniszewo Rehfelde
Starkowiec Piątkowski Starkowiec Mühsal
Strzeszki Strzeszki
1906–18 Rübenfelde
Rübenfelde
Szlachcin Slachcin 1939–43 Adelstett
1943–45 Adelstätt
Szlachcin-Huby Kolonie Slachcin
Tadeuszowo Tadeuszowo Heinrichsaue
Topola Topola Pappeln
Trzebisławki Trebisheim Trebisheim
Turek Vorwerk Turek Turnau
Ulejno Ulejno Deutschwehr
Urniszewo Vorwerk Urniszewo Wildwerder
Winna Góra Winnagura
1906–18 Winnagora
Winnenberg
Włostowo Wlostowo Gießendorf
Żabikowo Zabikowo
1906–18 Heickerode
Heickerode
Zdziechowice Zdziechowice
1906–18 Meienfelde
Meienfelde
Zielniczki Zielnik
1906–18 Schellendorf
Schellendorf
Zielniki Gut Zielnik Schellenhagen
Zmysłowo Zmyslowo Heiter

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Am südlichen Ende der Stadt verläuft von Südosten nach Nordwesten die Landesstraße 11 (droga krajowa 11). Nach etwa 23 Kilometern führt diese zur Autostrada A2. Die A2 verläuft in Ost-West-Richtung etwa neun Kilometer nördlich der Stadt. In südlicher Richtung führt die DK11 nach etwa 33 Kilometern nach Jarocin. Ferner verläuft die Wojewodschaftsstraße 432 (droga wojewódzka 432) durch Środa Wielkopolska, dabei Września im Nordosten mit Śrem im Südwesten verbindend.

Die Stadt verfügt über einen Bahnanschluss mit direkter Verbindungen nach Posen oder Jarocin.

Der nächste internationale Flughafen ist der ca. 40 Kilometer nordwestlich gelegene Flughafen Posen-Ławica.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

weitere Persönlichkeiten, die mit der Stadt in Verbindung stehen[Bearbeiten]

Verweise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • B. Drobig: Geschichte der Stadt Schroda. Schroda 1904 (Digitalisat)

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2014. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 28. November 2014.
  2. http://www.ub.uni-frankfurt.de/bzg/images/Wandkarten/Wk_20.JPG
  3. Für 1793 und 1800: Website der Stadt, „O Środzie - Historia“, abgerufen am 2. März 2008
    Für 1875, 1880 und 1890: geschichte-on-demand.de, „Landkreis Schroda“, abgerufen am 2. März 2008
    Für 1910: gemeindeverzeichnis.de, Landkreis Schroda, abgerufen am 2. März 2008
    Für 1995, 2000, 2005: Główny Urząd Statystyczny
    Für 30. Juni 2007: Główny Urząd Statystyczny, „LUDNOŚĆ - STAN I STRUKTURA W PRZEKROJU TERYTORIALNYM“, Stand vom 30. Juni 2007