Abenteuer im Zauberwald

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Filmdaten
Deutscher Titel Abenteuer im Zauberwald
Originaltitel Морозко
Produktionsland UdSSR
Originalsprache Russisch
Erscheinungsjahr 1964
Länge 82 Minuten
Altersfreigabe FSK 6
Stab
Regie Alexander Rou
Drehbuch Nikolai Erdman,
Michail Wolpin
Produktion ZFfKuJf „Maxim Gorki“
Musik Nikolai Budaschkin
Kamera Dmitri Surenski
Besetzung
Synchronisation

Abenteuer im Zauberwald (russisch Морозко/Morozko) (1964) ist ein sowjetischer Märchenfilm[1], der verschiedene Figuren und Geschichten der slawischen Folklore wie Väterchen Frost und die Hexe Baba Jaga aufgreift.

Handlung[Bearbeiten]

Die schöne junge Nastja, genannt Nastjenka, lebt bei ihrem Vater und ihrer bösen Stiefmutter, die sie ausnutzt und ständig zur Arbeit antreibt, während sie ihre eigene, hässliche Tochter Marfuschka verwöhnt und verhätschelt. Die beiden Mädchen sind im heiratsfähigen Alter, aber die Stiefmutter versteckt und verkleidet Nastja, damit niemand sieht, dass sie viel schöner ist als Marfuschka. Ihren Ehemann, den Vater von Nastjenka, hält sie erfolgreich unter dem Pantoffel, indem sie ihn immerzu einschüchtert.

In einem anderen Dorf lebt Iwan, der zwar das Herz am rechten Fleck hat, jedoch ein eitler Prahlhans ist, zusammen mit seiner armen alten Mutter. Iwan will in die Welt hinaus ziehen und legt sich dabei auch gleich mit ein paar Räubern an, deren Knüppel er in den Himmel wirft. Als Nächstes trifft er ein kleines Waldmännlein, das mit ihm Verstecken spielen will und ihm schließlich Pfeile und einen Bogen schenkt. Iwan ist jedoch viel zu stolz, sich dafür zu bedanken und erwidert, es solle sich doch einen Bären suchen, der sich ihm zu Füßen werfen solle.

Auf einem großen Stein liest Iwan, dass er einem Federchen folgen sollte, um sein Glück zu finden. Er schießt daraufhin einen Vogel, zupft diesem eine Feder aus und lässt sie vom Wind tragen. Das Federchen führt ihn an einen Fluss, wo er Nastja kennenlernt, in die er sich sofort verliebt. Nastja will zunächst nichts von ihm wissen, da sie seine Prahlereien nicht erträgt. Als er nun, um ihr zu imponieren, eine Bärenmutter erschießen will, stülpt Nastja ihm einen leeren Wassereimer über den Kopf und in diesem Moment verwandelt ihn das Waldmännlein in einen Bären. Da Iwan dies fälschlicherweise Nastja zuschreibt, beschimpft er sie furchtbar und läuft schnell davon. Nastja bleibt völlig verstört zurück.

Iwan liest auf dem großen Stein, das die Verzauberung in einen Bären die Strafe für seine Eitelkeit ist und ihm begegnet erneut das Waldmännlein, das ihm nahelegt auch einmal Anderen etwas Gutes zu tun. Iwan versteht es so, dass er nur eine gute Tat vollbringen muss, um den Zauber aufzuheben. Diese sollte aber von Herzen kommen und nicht lediglich mit dem Ziel, den Zauber loszuwerden. So nützt es ihm nichts, als er eine alte blinde Frau nach Hause trägt. Als er der alten Frau aber völlig selbstlos ihren Stock nachtragen will, verwandelt ihn das Waldmännlein zurück und versetzt ihn zudem wieder an den Ort an dem er Nastja getroffen hat. Iwan hat die Hoffnung aufgegeben und will sich in den Fluss stürzen. Dabei sieht er jedoch sein Bild im Wasser und macht sich überglücklich und voller Enthusiasmus auf die Suche nach Nastja.

Inzwischen ist es Winter geworden und Nastja wird von ihrer Stiefmutter verstoßen und von ihrem Vater im Wald ausgesetzt, da alle möglichen Freier für ihre Tochter sich nur für Nastja interessierten. Sie trifft dort im kalten Winterwald jedoch bald auf Väterchen Frost, der sie in sein Haus in Sicherheit bringt. Nur sein Zepter solle sie nie berühren, erklärt er, denn es verwandle alle Dinge zu Eis.

Iwan begegnet auf seinem Weg durch die Wälder der Hexe Baba Jaga und ihrem wandelnden Häuschen. Da er sich von der Hexe Hilfe bei seiner Suche erhofft, gibt er ihrer Hütte mehrmals den Befehl sich herumzudrehen, damit er mit Baba Jaga sprechen kann. Die Hexe ist es schließlich leid und gibt einigen in der Nähe stehenden Bäumen mittels ihrer Zauberkraft den Befehl, Iwan in ihre Hütte zu schaffen, wo sie ihn in den Ofen schieben will. Iwan kann die Hexe überlisten, so dass diese selbst im Ofen landet (allerdings nicht verbrennt). Baba Jaga gibt zum Schein auf und gibt Iwan ein in einen Schlitten verwandeltes Schwein mit, das ihm den Weg zu Nastja zeigen soll. Allerdings fährt das Schlittenschwein nur sinnlos durch die Gegend und Iwan kann ihm nicht folgen.

Unterdessen schickt die Hexe ihren schwarzen Kater aus, um Iwans Liebste zu töten. Das Tier dringt in Väterchen Frosts Hütte ein und bringt Nastja dazu, dessen Zepter zu berühren, wodurch sie zu Eis erstarrt. Inzwischen hat Iwan aber mit Hilfe von Nastjas Hund, der ebenfalls auf die Suche nach ihr gegangen ist, den Weg zum Haus von Väterchen Frost gefunden. Als Iwan die eingefrorene Nastja vorfindet, entschuldigt er sich bei ihr für seine Beschimpfungen. Seine aufrichtige Liebe kann schließlich das Eis zum Schmelzen bringen und sie wieder zum Leben erwecken. Nun verliebt auch sie sich in Iwan, da er sich zum Besseren verändert hat und die beiden reisen, von Väterchen Frost reich mit Edelsteinen als Mitgift beschenkt, in Nastjas Heimat, um zu heiraten.

Die Stiefmutter ist empört und schickt Marfuschka ebenfalls in den Wald, um einen reichen Mann zu finden. Die hässliche und faule Tochter benimmt sich jedoch unhöflich und fordernd gegenüber Väterchen Frost und kehrt deshalb zum Gespött des ganzen Dorfes allein auf einem von Schweinen gezogenen Kinderschlitten und mit einer Truhe voller Raben zurück. Zum ersten Mal ist nun auch die böse Stiefmutter sprachlos.

Iwan und Nastjenka werden derweil im Wald von den Räubern überfallen, die von Baba Jaga bezahlt wurden, sie zu töten. Mitten im Kampf fallen jedoch die Knüppel vom Himmel, die Iwan ein Jahr zuvor fortgeworfen hatte, und setzen die Angreifer außer Gefecht.

Am Ende können die beiden jungen Leute endlich heiraten.

Hintergrund[Bearbeiten]

  • Der Originaltitel des Films, Морозко (Morosko) ist einer der russischen Namen von Väterchen Frost. Dies liegt daran, dass die ursprüngliche Absicht darin bestand, das Märchen von Väterchen Frost zu verfilmen. Da jedoch durch die Erweiterungen der Geschichte (es wurden mehrere russische Märchen zu einer Handlung kombiniert) die Rolle von Väterchen Frost im Film vergleichsweise klein ist, wurde der Titel im Deutschen in Abenteuer im Zauberwald geändert.
  • Aufgrund der Titeländerung wurde in Deutschland der komplette Vorspann (bis auf die Musik) geändert. Im Original läuft der Vorspann vor dem Hintergrund winterlicher Motive (z.B. Eiskristalle) ab, im Deutschen sieht man an dieser Stelle einen grünen Wald.
  • Weitere Märchen, die im Film aufgegriffen wurden, sind z.B. "Der alte Steinpilz" und "Iwan der Bär".

Kritiken[Bearbeiten]

„Ein von Zauberern, Hexen und Räubern bevölkertes russisches Volksmärchen, in dem auch die Natur eine aktive Rolle spielt. Klar zwischen Gut und Böse unterscheidend, fesselnd inszeniert und ansprechend gespielt, ist der Film nicht nur für Kinder unterhaltsam.“

Lexikon des Internationalen Films

Das Kinderfilmfestival in Venedig zeichnete den Film als Bester Kinderfilm aller Zeiten aus.

Synchronisation[Bearbeiten]

Die deutsche Synchronfassung des DEFA-Studios für Synchronisation kam am 17. Dezember 1965 in die DDR-Kinos. Das Synchrondrehbuch schrieb Annette Ihnen, für die Dialogregie war Hilde Gruner verantwortlich.

Rolle Deutscher Sprecher
Väterchen Frost Heinz Suhr
Nastjenka Madeleine Lierck
Iwan Erik Veldre
Marfuschka Katja Paryla
Nastjenkas Vater Fritz Links
Stiefmutter Else Wolz
Baba Jaga Ruth Kommerell

DVD[Bearbeiten]

Am 5. Januar 2005 erschien der Film unter dem Titel Väterchen Frost – Abenteuer im Zauberwald als deutsche DVD mit deutschem Dolby-Digital-1.0-Ton und 4:3-Bildverhältnis. Dabei handelt es sich um die gekürzte DEFA-Synchronfassung.

Einzig die russische DVD von der Firma Ruscico Moskau beinhaltet die digital restaurierte Fassung in nunmehr ungeschnittener russischer Original-Version. Sie enthält die Bettlerszene und eine Szene am Filmanfang, in der Iwan singend durch den Wald streift.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vgl. Abenteuer im Zauberwald auf S. 171 - 174 in 77 Märchenfilme - Ein Filmführer für jung und alt (hrsg.) Eberhard Berger, Joachim Giera u.a. Henschel Verlag GmbH; Berlin 1990; ISBN 3362004474