Abkommen von Varkiza

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Das Abkommen von Varkiza (griechisch Συμφωνία της Βάρκιζας) wurde am 12. Februar 1945 zwischen der damaligen griechischen Regierung unter Ministerpräsident Nikolaos Plastiras und der im Zweiten Weltkrieg gegen die Besatzungsmächte Italien, Deutschland und Bulgarien gegründeten Widerstandsorganisation EAM (Ethniko Apeleftherotiko Metopo, Εθνικό Απελευθερωτικό Μέτωπο; nationale Befreiungsfront) im Athener Küstenvorort Varkiza unterzeichnet.

Die eher konservative (rechtsgerichtete) griechische Regierung und die linksgerichtete (vorwiegend kommunistische) EAM einigten sich auf einen Waffenstillstand nach den bewaffneten Auseinandersetzungen in der Schlacht um Athen im Dezember 1944 (Dekemvriana). Des Weiteren vereinbarten die Unterzeichner eine Entwaffnung der ELAS (Ethnikos Laikos Apeleftherotikos Stratos, Εθνικός Λαϊκός Απελευθερωτικός Στρατός, nationale Volksbefreiungsarmee; militärischer Teil der EAM), eine Amnestie für alle politischen Gefangenen und Straftaten sowie das Abhalten freier Wahlen im gleichen Jahr 1945.

Trotz dieses Abkommens kam es im weiteren Verlauf zu erneuten Auseinandersetzungen (auch bewaffnet) zwischen der rechtsgerichteten griechischen Regierung (unterstützt von Großbritannien und den USA ab 1947 im Rahmen der Truman-Doktrin) und den linksgerichteten-kommunistischen Widerstandsbewegung (unterstützt von Albanien, Bulgarien, Jugoslawien und der Sowjetunion). Die Waffen des ELAS wurden nur teilweise abgegeben. Die Verfolgung von linksgerichteten Personen – insbesondere Kommunisten – wurde trotz der gegenteiligen Vereinbarung im Abkommen von Varkiza fortgesetzt. Die vereinbarten Wahlen 1945 wurden von der EAM boykottiert. Die nach dem Abkommen von Varkiza nicht ab-, sondern zunehmenden Spannungen zwischen dem linken und rechten politischen Lager in Griechenland mündeten 1946 in den Griechischen Bürgerkrieg.

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