Adenauerallee 212/214 (Bonn)

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Adenauerallee 214 (2009)
Adenauerallee 212 (2013)

Das Gebäude Adenauerallee 212/214 (auch Villa Salviati genannt) ist eine Villa im Bonner Ortsteil Gronau. Sie liegt am Nordwestrand des Bundeskanzlerplatzes zwischen Reuterstraße im Südwesten und Adenauerallee im Nordosten. Die Villa besteht aus zwei ursprünglich getrennten Häusern, die als Baudenkmal unter Denkmalschutz stehen.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Das heutige Haus Adenauerallee 212[2] wurde um 1890 erbaut und diente als Verwaltungsgebäude der Rheinisch-Westfälischen Bahngesellschaft, der Betreibergesellschaft der 1891 eröffneten Bonner Pferdebahn, deren Depots für die Waggons und Pferdestallungen unmittelbar benachbart waren.[3][4][5] Das Haus Nr. 214[6] wurde 1892 errichtet. Nach 1900 wurde es Wohnsitz des Barons von Salviati, Kammerherr und Hofchef des in der benachbarten Villa Loeschigk residierenden Prinzen Adolf zu Schaumburg-Lippe, der auch Eigentümer des Hauses war. Das Haus Nr. 212 war nach Ankauf der Pferdebahn durch die Stadt Bonn 1904 in deren Besitz übergegangen und wurde dem Beigeordneten Fritz Bottler zur Verfügung gestellt.[7]

Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte das Haus Adenauerallee 214 der Witwe des im Krieg gefallenen Wilhelm von Preußen, der vormaligen Baronin Dorothea von Salviati (1907–1972). 1952 zogen hier Abteilungen des neugeschaffenen Auswärtigen Amtes ein, dessen Leitung zunächst im gegenüberliegenden Bundeskanzleramt (Palais Schaumburg) angesiedelt war: der Sprachendienst im Erdgeschoss und das Pressereferat (3–4 Mitarbeiter) im ersten Obergeschoss. Im zweiten Obergeschoss war weiterhin die Prinzessin Wilhelm von Preußen mit ihren Kindern wohnhaft, bis sie 1958 nach dem erfolgten Verkauf an den Bund aus der Villa auszog.[8][9][10]

1999 wurde die Villa Hauptsitz des Internationalen Paralympischen Komitees, für das im Auftrag der Stadt Bonn ein behindertengerechter Umbau unter Leitung des Bonner Architekturbüros Karl-Heinz Schommer erfolgte. Die vormals getrennten Villen Adenauerallee 212 und 214 wurden dabei im Innern miteinander verbunden.[11][12]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Adenauerallee 212/214 (Bonn) – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Denkmalliste der Stadt Bonn, S. 3, Nummern A 1017 und A 1018
  2. ursprünglich Coblenzerstraße 212
  3. Bonner Nahverkehr auf Trab, Stadtwerke Bonn
  4. Adress-Buch der Stadt Bonn und der umliegenden Gemeinden, Neusser, Bonn (1891, 1892)
  5. Gustav Hofmann: Die Dampfstraßenbahn Bonn–Godesberg–Mehlem. In: Godesberger Heimatblätter, Heft 36/1998, Verein für Heimatpflege und Heimatgeschichte Bad Godesberg, Bad Godesberg 1998, ISSN 0436-1024, S. 13–33.
  6. ursprünglich Coblenzerstraße 214
  7. Adressbuch der Stadt Bonn, Carthaus, Bonn (1904, 1912/13, 1918, 1924)
  8. Dorothea Prinzessin von Preußen, Der Spiegel, 19. Februar 1958
  9. Günther Diehl: Zwischen Politik und Presse. Bonner Erinnerungen 1949–1969. Societäts-Verlag, Frankfurt 1994, ISBN 3-7973-0575-3, S. 50–53.
  10. Stadt Bonn, Stadtarchiv (Hrsg.); Helmut Vogt: „Der Herr Minister wohnt in einem Dienstwagen auf Gleis 4“. Die Anfänge des Bundes in Bonn 1949/50, Bonn 1999, ISBN 3-922832-21-0, S. 176.
  11. Hauptsitz Internationales Paralympisches Comitee, wirges-klein architekten
  12. Architekturbüro Karl-Heinz Schommer, Umbau Hauptsitz des Paralympischen Komitees

50.7195787.111894Koordinaten: 50° 43′ 10″ N, 7° 6′ 43″ O