Bundeskanzlerplatz

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Der Bundeskanzlerplatz ist ein Verkehrsplatz im Bonner Ortsteil Gronau, an dem die Reuterstraße auf die Bundesstraße 9 mündet. Am Bundeskanzlerplatz befindet sich der geografische Mittelpunkt der Stadt Bonn.

Lage und Verkehrsbeziehungen[Bearbeiten]

Der Platz liegt am westlichen Rand des Bundesviertels, des ehemaligen Parlament- und Regierungsviertels, gemäß Deutscher Grundkarte auf einer Höhe von 62,6 m ü. NHN. Den Abzweig zur Reuterstraße, einer bis zur Bundesautobahn 565 führenden Hauptverkehrsstraße, unterquert die B 9 in Fahrtrichtung Bad Godesberg. Der Verkehrsfluss wird durch zahlreiche Ampelanlagen geregelt. Nördlich des Bundeskanzlerplatzes trägt die B 9 den Namen Adenauerallee, südlich des Platzes seit 1999 Willy-Brandt-Allee.

Geschichte[Bearbeiten]

Blick über den Bundeskanzlerplatz (1967)

Am heutigen Bundeskanzlerplatz, der damaligen Kreuzung Reuterstraße/Koblenzer Straße, befand sich seit 1891 die südliche Endstation der ersten Strecke der Bonner Pferdebahn. Die Kreuzung bildete auch den kurzweiligen Endpunkt der 1892 eröffneten eingleisigen und dampfbetriebenen Eisenbahnstrecke nach Bad Godesberg, die bereits 1893 durch die Kaiserstraße entlang der Reichsbahnstrecke nach Norden verlängert wurde. Sie war Vorläufer der Straßenbahn Bonn–Godesberg–Mehlem. Die Pferdebahn wurde 1896 vom heutigen Bundeskanzlerplatz über den Rheinweg nach Kessenich verlängert, jedoch bereits bis 1907 zu Gunsten des Straßenbahnbetriebs komplett eingestellt. 1937 gewann die Kreuzung mit der Eröffnung der nahegelegenen Reuterbrücke, der Brücke der Reuterstraße über die linksrheinische Eisenbahnstrecke, an Bedeutung.

Nachdem Bonn 1949 Regierungssitz der Bundesrepublik Deutschland geworden war, befand sich die Kreuzung im Zentrum des neu entstandenen Parlaments- und Regierungsviertels. Die von ihr abzweigende Görresstraße in Verlängerung der Reuterstraße war die Zufahrt zum damaligen Bundeskanzleramt und zum Bundeshaus. Der Knotenpunkt wurde nun durch einen Verkehrspolizeiposten geregelt.[1][2] Die Straßenbahn erhielt 1956 einen separaten Gleiskörper in der Mitte der B 9. Die Benennung des Platzes erfolgte auf Beschluss des Rats der Stadt Bonn am 7. Dezember 1967.[3]

Sein heutiges Erscheinungsbild erhielt der Platz mit dem Ausbau der Bundesstraße 9 einschließlich der Errichtung der Unterführungsrampen in Fahrtrichtung Bad Godesberg und dem Neubau der angrenzenden (Regierungs)Gebäude, der in den 1970er-Jahren abgeschlossen wurde. Für den Bau des neuen Bundeskanzleramts wurden die Görresstraße und die Görreswiese Anfang der 1970er Jahre eingezogen (heute existiert nur noch ein Teilstück als Dahlmannstraße). Seit Eröffnung des neuen Stadtbahntunnels 1975 verkehren die Bahnen unterhalb des Bundeskanzlerplatzes. 2005 war ein städtebaulicher Wettbewerb für eine Neugestaltung des Bundeskanzlerplatzes einschließlich der Beseitigung der Rampen geplant.[4]

Bauwerke und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Unmittelbar östlich des Platzes liegt das von 1973 bis 1975 erbaute ehemalige Bundeskanzleramtsgebäude (heute Sitz des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung), an das nördlich das Palais Schaumburg angrenzt. Am Westrand des Platzes befindet sich mit dem 1968/69 entstandenen Bonn-Center das vierthöchste Gebäude Bonns, in dessen Kellerräumen das renommierte Pantheon-Theater ansässig ist. An der Nordwestecke des Bundeskanzlerplatzes stehen die Villa Adenauerallee 212/214 (Sitz des Internationalen Paralympisches Komitees) und der denkmalgeschützte SAS-Pavillon aus dem Jahre 1952, der heute Standort eines Autoverleihunternehmens ist und als bauhistorisches Kuriosium gilt. Den südlichen Abschluss des Platzes bildet die Doppelvilla Willy-Brandt-Allee 4/6, die 1912/13 erbaut wurde und unter Denkmalschutz steht.

Im Mai 1982 wurde außerhalb des Bundeskanzleramts eine Kopfplastik von Konrad Adenauer (Bildhauer: Hubertus von Pilgrim) aufgestellt, die als Symbol der Bonner Republik gilt.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bundeskanzlerplatz – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Verkehrspolizist vor dem Bundeskanzleramt (Abbildung vom 18. September 1961), Wikimedia Commons
  2. Der Minister und der Polizist, Die Zeit, Nr. 37/1958, 11. September 1958
  3. Eintrag im „Bonner Straßenkataster“
  4. Bonner Bundeskanzlerplatz soll aufgemöbelt werden, General-Anzeiger, 15. April 2005

50.7190897.117425Koordinaten: 50° 43′ 9″ N, 7° 7′ 3″ O