Agglutination (Linguistik)

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Eine Agglutination (von lat. agglutinare = anleimen, anheften) (Gegenbegriff: Deglutination) ist die Eingliederung eines syntagmatisch benachbarten Lautes in die Lautkette eines Wortes. Dabei tritt der Laut entweder in an- oder auslautender Position an das betreffende Wort, obgleich er sprachhistorisch dort nicht hingehört.

Agglutinationen kommen vor allem in Sprachen vor, bei denen im Sprechfluss ob fehlender Kehlkopfknacklaute die Wortgrenzen verschwimmen (z. B. Französisch, Englisch).

Beispiel: Frühneuenglisch an eke name ('ein Auch-Name') > Neuenglisch a nickname ('Kosename, Spitzname')
Der n-Anlaut in nickname stammt von dem vorangehenden unbestimmten Artikel.

Auch bei der Zusammenziehung des arabischen Artikels mit den zugehörigen Substantiven bei spanischen Lehnworten arabischen Ursprungs spricht man von Agglutination.

  • as-sukkarazúcar (zusätzliche phonetische Assimilierung des /s/, da Sonnenbuchstabe)
  • al-quṭnalgodón
  • az-zaitaceite

Normalerweise beachten die spanischen Arabismen die phonetischen Regeln des Arabischen. Das heißt, Sonnenbuchstaben werden phonetisch assimiliert, bei Mondbuchstaben bleibt das /l/ des Artikels al- erhalten.

Literatur[Bearbeiten]