Ahrntal

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Dieser Artikel behandelt die Gemeinde Ahrntal; zum geographischen Gebiet siehe Tauferer Ahrntal.
Ahrntal
(ital.: Valle Aurina)
Wappen von Ahrntal
Ahrntal (Südtirol)
Ahrntal
Ahrntal
Lage von Ahrntal in Südtirol
Staat: Italien
Region: Trentino-Südtirol
Provinz: Bozen (Südtirol)
Bezirksgemeinschaft: Pustertal
Einwohner:
(VZ 2011/31.12.2011)
5,911/5.920
Sprachgruppen:
(laut Volkszählung 2011)
98,76 % deutsch
0,93 % italienisch
0,31 % ladinisch
Koordinaten 47° 1′ N, 12° 3′ O47.01666666666712.051054Koordinaten: 47° 1′ N, 12° 3′ O
Meereshöhe: 942–3378 m s.l.m. (Zentrum: 1054 m s.l.m.)
Fläche: 187,3 km²
Dauersiedlungsraum: 15,5 km²
Fraktionen: Luttach, Steinhaus, St. Jakob, St. Johann, St. Peter, Weißenbach
Nachbargemeinden: Brandberg (Tirol), Finkenberg (Tirol), Mayrhofen (Tirol), Mühlwald, Prettau, Sand in Taufers
Partnerschaft mit: Haar (bei München) (D)
Postleitzahl: 39030
Vorwahl: 0474
ISTAT-Nummer: 021108
Steuernummer: 00342270212
Politik
Bürgermeister (2010): Helmut Gebhard Klammer (SVP)

Ahrntal (italienisch Valle Aurina) ist eine Gemeinde mit 5920 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2011) in Südtirol (Italien). Sie umfasst den hinteren Talabschnitt des Tauferer Ahrntals, eines von der Ahr durchflossenen nördlichen Seitentals des Pustertals. Hauptort der Gemeinde Ahrntal ist Steinhaus (italienisch Cadipietra).

Inhaltsverzeichnis

Geografie [Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet erstreckt sich von der Engstelle der Ahr hinter Sand in Taufers, dem sog. Klapf, bis zur Klamme (Talverengung) von St. Peter. Nach Norden wird es vom Hauptkamm der Zillertaler Alpen, nach Süden vom Kamm der Durreckgruppe und südwestlich Luttach vom Speikboden begrenzt.

Geschichte [Bearbeiten]

Die Gemeinde Ahrntal (Comune Valle Aurina) wurde 1929 durch ein königliches Dekret aus den Kleingemeinden Luttach, St. Johann, St. Jakob, St. Peter und Prettau mit Sitz in Steinhaus gegründet. 1957 wurde Prettau ausgegliedert und bildet seitdem eine eigenständige Gemeinde.

Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]

Steinhaus: Bergbaumuseum im Kornkasten und Kirche
  • Südtiroler Bergbaumuseum, Kornkasten Steinhaus und Schaubergwerk Prettau mit Klimastollen
  • Mineralienmuseum Kichler in St. Johann
  • Krippenmuseum Maranatha in Luttach
  • Oberkofler Museum in St. Johann
  • Plattersäge in St. Johann
  • Naturparkaußenstelle in Prettau

Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]

Tourismus [Bearbeiten]

Wichtigster Wirtschaftszweig ist mit 5.400 Gästebetten und über 430.000 Nächtigungen pro Jahr der Tourismus. Im Sommer locken Rad-, Kletter- und Wandermöglichkeiten im Naturpark Rieserferner-Ahrn, außerdem bieten die zahlreichen Gipfel (z. B. Schwarzenstein, 3368 m, Großer Löffler, 3376 m, Hochfeiler, 3510 m) der umgebenden Bergketten auch anspruchsvollen Bergsteigern jede Menge Möglichkeiten (eine Überquerung der nördlichen bzw. nordöstlich gelegenen Berge und Übergänge führt den Alpinisten nach Österreich, zu früheren Zeiten verstärkt auch von Schmugglern genutzt); im Winter laden die nahen Skigebiete Klausberg und Speikboden ebenso ein, wie zahlreiche Langlaufloipen, Rodelstrecken, Skitouren- oder auch Wandermöglichkeiten. Auch der Kronplatz liegt nahe. Für den Erlebnistourismus stehen die Western Horse Ranch in Luttach sowie die Schwarzbachalm oberhalb von Luttach mit Hochseilgarten und Natur-Erlebnisspielplatz zur Verfügung. Wichtige touristische Sehenswürdigkeiten sind das Mineralienmuseum in Steinhaus, das Bergbaumuseum in Steinhaus und das Krippenmuseum in Luttach.

Bildung [Bearbeiten]

Jede Fraktion der Gemeinde hat einen eigenen Kindergarten und eine eigene Grundschule. Die deutschsprachige Mittelschule befindet sich in St. Johann. Der Schulsprengel Ahrntal umfasst die Gemeinde Ahrntal und die Gemeinde Prettau. Der Hauptsitz der Öffentlichen Bibliothek der Gemeinde Ahrntal befindet sich ebenfalls in St. Johann.

Politik [Bearbeiten]

Bei den Gemeindewahlen 2010 setzte sich Gebhard Helmut Klammer von der Südtiroler Volkspartei mit 56,2 Prozent gegen seine Konkurrenten Martin Hofer (Südtiroler Freiheit) und Josef Johan Auer (Die Freiheitlichen) bereits im ersten Wahlgang durch. In Gemeinderat entsendet die Südtiroler Volkspartei 12, die Süd-Tiroler Freiheit 6 und Die Freiheitlichen 2 Vertreter.

In der Gemeinde Ahrntal erzielt die Partei Süd-Tiroler Freiheit bei Wahlen regelmäßig ihre besten Ergebnisse in ganz Südtirol.

Besonderheiten [Bearbeiten]

Das Ahrntal wird südtirolweit oft nur als „Toul“ (zu Deutsch einfach „Tal“ oder „das Tal“) bezeichnet, während man die Bewohner des Ahrntales „Tölderer“ (im Dialekt „Teldra“) nennt.

Einzigartig im Ahrntal ist die Tatsache, dass sich hier über 50 bewirtschaftete Almen befinden (viele davon auch im Winter) und das Tal von über 80 Dreitausendern umgeben ist.

Persönlichkeiten [Bearbeiten]

Panoramakarte [Bearbeiten]

Karte des Ahrntals

Literatur [Bearbeiten]

  • Das Ahrntal: heimatkundliche Beiträge. Der Schlern 52/1978, H. 7/8.
  • Ahrntal: ein Gemeindebuch. Gemeinde Ahrntal, Steinhaus 1999 (mit Beiträgen von Christoph von Hartungen, Ernst Hofer, Reimo Lunz, Lydia Reichegger, Walburg Tanzer, Hannes Obermair, Gertrud Egger, Brigitte Niederkofler, Mathias Schmelzer, Sieglinde Hofer, Margareth Kamelger und Martha Verdorfer).
  • Rudolf Tasser: Das Obermair Medizinbuch aus St. Jakob im Ahrntal. In: Wolfgang Ingenhaeff (Hrsg.): Bergvolk und Medizin. Berenkamp, Innsbruck 2005, ISBN 3-85093-202-8, S. 321–370.
  • Tauferer Ahrntal. Geschichte und Zukunft. Tappeiner, Lana 2007, ISBN 978-88-7073-420-1.
  • Peter Wasserer 1822 bis 1845, Provinz Verlag 2010(Hrsg. Paul Gruber, Franz Josef Künig)

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Ahrntal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien