Sand in Taufers

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Sand in Taufers
(ital.: Campo Tures)
Wappen von Sand in Taufers
Sand in Taufers (Südtirol)
Sand in Taufers
Sand in Taufers
Lage von Sand in Taufers in Südtirol
Staat: Italien
Region: Trentino-Südtirol
Provinz: Bozen (Südtirol)
Bezirksgemeinschaft: Pustertal
Einwohner:
(VZ 2011/31.12.2013)
5.272/5.332
Sprachgruppen:
(laut Volkszählung 2011)
97,34 % deutsch
2,30 % italienisch
0,36 % ladinisch
Koordinaten 46° 55′ N, 11° 57′ O46.91666666666711.95864Koordinaten: 46° 55′ N, 11° 57′ O
Meereshöhe: 838–3436 m s.l.m. (Zentrum: 864 m s.l.m.)
Fläche: 164,47 km²
Dauersiedlungsraum: 10,8 km²
Fraktionen: Ahornach, Kematen, Mühlen in Taufers, Rein in Taufers
Nachbargemeinden: Ahrntal, Gais, Mühlwald, Percha, Prettau, Rasen-Antholz, Sankt Jakob in Defereggen (Osttirol, A)
Postleitzahl: 39032
Vorwahl: 0474
ISTAT-Nummer: 021017
Steuernummer: 81003390218
Politik
Bürgermeister (2010): Helmuth Innerbichler (SVP)

Sand in Taufers (italienisch: Campo Tures) ist eine Marktgemeinde mit 5332 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2013) im Tauferer Ahrntal im Nordosten Südtirols (Italien). Hauptort der Gemeinde ist das Dorf Sand in Taufers (der Name Sand deutet auf wiederholte Überschwemmungen durch die Ahr hin), das sich in der Weitung des Tauferer Bodens befindet.

Geographie[Bearbeiten]

Das 164,47 km² große Gemeindegebiet von Sand in Taufers setzt sich hauptsächlich aus zwei Teilen zusammen: zum einen aus dem durch mehrere Dörfer besiedelten Tauferer Boden, einer Weitung des Tauferer Tals, wie der untere Abschnitt des Tauferer Ahrntals genannt wird, zum anderen aus dem davon abzweigenden und spärlich besiedelten Reintal.

Das Tauferer Tal nimmt im Süden in der Gegend von Bruneck seinen Anfang und führt von dort nahezu eben und durch die Talstraße verkehrstechnisch erschlossen Richtung Norden. Der zu Sand in Taufers gehörende Anteil des Tals grenzt im Süden an Gais und im Norden bei der Klapf genannten Engstelle an die Gemeinde Ahrntal. Kurz vor der Engstelle befindet sich der Hauptort der Gemeinde, Sand in Taufers (860–900 m s.l.m.). Etwas südwestlich im Talboden am Ausgang des Mühlwalder Tals und der Grenze zu Mühlwald liegt die Fraktion Mühlen in Taufers (850–870 m). Mühlen, wo auch der Mühlwalder Bach in die Ahr mündet, wird im Nordwesten vom zu den Zillertaler Alpen gezählten Speikboden-Massiv überragt. Auf der gegenüberliegenden östlichen Talseite befindet sich die Fraktion Kematen (850–860 m). Nordöstlich oberhalb des Talgrunds schließlich, wo das Reintal vom Tauferer Ahrntal weg nach Osten abzweigt, liegt die Fraktion Ahornach mit seinem kleinen Ortskern (1300–1350 m) und verstreuten Höfen.

Das in West-Ost-Richtung verlaufende Reintal, vom Reinbach entwässert, nimmt den deutlich größten Anteil des Gemeindegebiets von Sand in Taufers ein. Der Hauptort des Tals, Rein in Taufers (1540–1590 m), ist auf drei Seiten von mächtigen Gebirgskämmen umgeben, die zu großen Teilen im Naturpark Rieserferner-Ahrn unter Schutz gestellt sind. Nördlich begrenzt wird das Hochtal von Bergen der Venedigergruppe, die westlich der Ochsenlenke der Durreckgruppe zugerechnet werden. Die höchsten Gipfel hier sind der Große Moosnock (3059 m), das Durreck (3135 m) und der Hirbernock (3010 m). Die Kämme auf der Ostseite (südlich des Klammljochs) und Südseite des Reintals gehören zur Rieserfernergruppe. Im Osten erheben sich an der Staatsgrenze zu Österreich unter anderem (von Norden nach Süden) Dreieckspitze (3031 m), Lenkstein (3236 m), Fenneregg (3123 m), Patscher Spitze (3082 m) und Barmer Spitze (3200 m). Im Südosten des Tals befindet sich mit dem Hochgall (3436 m) der höchste Punkt der Gemeinde. Der von dort Richtung Westen zum Tauferer Tal hin streichende Kamm trägt ebenfalls bedeutende Gipfel, darunter den das südseitige Antholzer Tal dominierenden Wildgall (3273 m), den sich über dem Westlichen Rieserferner aufbauenden Magerstein (3273 m), den Schneebigen Nock (3358 m), die Gelttalspitze (3126 m), die Schwarze Wand (3105 m), den Morgenkofel (3073 m) und die Große Windschar (3041 m).

Geschichte[Bearbeiten]

Gesamtansicht von Sand in Taufers gegen den Hauptkamm der Zillertaler Alpen, ohne die Fraktionen Mühlen, Kematen, Ahornach und Rein; Burg Taufers im Mittelgrund

Die erste Erwähnung von Taufers als „Tvfres“ findet sich im Brixner Traditionsbuch für den Zeitraum 10501065[1], die Namen Sand Maurizien und Sant tauchen erst 1296 bzw. 1410 auf.

Die Gemeinde als solche wurde 1926 unter der offiziellen Bezeichnung „Campo Tures“ aus den acht Kleingemeinden Sand, Drittelsand, Ahornach, Rein, Kematen, Mühlen, Mühlwald und Lappach gebildet. Die beiden letztgenannten wurden aber schon bald abgetrennt und bilden seitdem die Gemeinde Mühlwald.

Der Ort war bis 1957 Endbahnhof für die Tauferer Bahn.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts hinein hatte Sand in Taufers nur eine untergeordnete wirtschaftliche Bedeutung. Dies änderte sich mit dem Aufkommen des Fremdenverkehrs und Alpinismus. Insbesondere die Eröffnung des Skigebietes auf dem Speikboden im Jahre 1973 brachte einen großen Aufschwung. Heute zählt die Gemeinde über 180 Beherbungsbetriebe mit 3.500 Gästebetten und 390.000 Nächtigungen pro Jahr.

Im September 2011 eröffnete die Cascade ihre Pforten, eine Kombination aus Schwimmbad, Sauna und Wellnesslandschaft. Von dem Großprojekt erhofft sich die Gemeinde neue Impulse für den Tourismus.

Eine sehr wichtige Rolle spielen auch Gewerbe und Industrie, vor allem im Talboden, dagegen hat die Landwirtschaft heute eine eher untergeordnete Bedeutung.

Bildung[Bearbeiten]

Sand in Taufers ist Sitz eines Schulsprengels in deutscher Sprache. Dieser umfasst auf dem Gemeindegebiet die drei Grundschulen in Sand, Ahornach und Rein, sowie die Mittelschule in Sand. Dem Schulsprengel angeschlossen sind auch die zwei Grundschulen der Nachbargemeinde Mühlwald.[2]

In Sand sind zudem die einzigen weiterführenden Schulen des Tauferer Ahrntals im Oberschulzentrum Sand in Taufers angesiedelt, das eine Fachoberschule für Wirtschaft und Tourismus, ein Sozialwissenschaftliches Gymnasium sowie eine Berufsfachschule für Pflege und Soziales anbietet.[3]

Sport[Bearbeiten]

Der SSV Taufers organisiert jährlich seit 30 Jahren ein dreitägiges internationales Handballturnier im Jugendbereich.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Oswald Redlich: Die Traditionsbücher des Hochstifts Brixen: vom zehnten bis in das vierzehnte Jahrhundert (Acta Tirolensia 1). Innsbruck: Wagner 1899, S. 50 Nr. 130.
  2. Schulsprengel Sand in Taufers. Südtiroler Bürgernetz, abgerufen am 25. Oktober 2014.
  3. Oberschulzentrum Sand in Taufers. Südtiroler Bürgernetz, abgerufen am 25. Oktober 2014.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sand in Taufers – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien