Prettau

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Prettau
(ital.: Predoi)
Wappen von Prettau
Prettau (Südtirol)
Prettau
Prettau
Lage von Prettau in Südtirol
Staat: Italien
Region: Trentino-Südtirol
Provinz: Bozen (Südtirol)
Bezirksgemeinschaft: Pustertal
Einwohner:
(VZ 2011/31.12.2013)
605/585
Sprachgruppen:
(laut Volkszählung 2011)
97,33 % deutsch
2,67 % italienisch
0,0 % ladinisch
Koordinaten 47° 2′ N, 12° 6′ O47.03333333333312.11475Koordinaten: 47° 2′ N, 12° 6′ O
Meereshöhe: 1.325–3499 m s.l.m. (Zentrum: 1475 m s.l.m.)
Fläche: 86,49 km²
Dauersiedlungsraum: 2,7 km²
Nachbargemeinden: Ahrntal, Brandberg (A), Krimml (A), Prägraten am Großvenediger (A), Sand in Taufers, Sankt Jakob in Defereggen (A)
Postleitzahl: 39030
Vorwahl: 0474
ISTAT-Nummer: 021068
Steuernummer: 81001720218
Politik
Bürgermeister (2010): Robert Alexander Steger (SVP)

Prettau (italienisch: Predoi) ist eine Gemeinde mit 585 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2013) im Tauferer Ahrntal in Südtirol (Italien). Sie liegt im hintersten Abschnitt des Ahrntales und bildet die nördlichste Gemeinde Italiens. 70 % des Gemeindegebietes befinden sich im Naturpark Rieserferner-Ahrn. Die Gemeinde besteht aus dem Hauptdorf Prettau und dem Weiler Kasern.

Name[Bearbeiten]

Der Name des Dorfes Prettau leitet sich von "Breite Au" ab, jener von Kasern vom althochdeutschen Wort "kasari (< lat. casarium)" = Alm- bzw. Sennhütte – bezogen auf das dort befindliche Rasthaus Kasern (heute: Berghotel Kasern). Weiters gehören zu Prettau noch die Almsiedlungen Prastmann mit der Wallfahrtskirche Hl. Geist sowie Trinkstein.

Prettau

Geographie[Bearbeiten]

Prettau, die nördlichste Gemeinde Italiens, liegt im äußersten Nordosten Südtirols im hintersten Abschnitt des Tauferer Ahrntals. Prettau grenzt im Norden, Osten und Südosten an Österreich (Nordtirol, Salzburg, Osttirol), allerdings von diesen getrennt durch hohe Gebirgskämme der Zillertaler Alpen und der Venedigergruppe. Für den Straßenverkehr erschlossen ist die Gemeinde lediglich durch die Talstraße, die im Pustertal im Raum Bruneck ihren Anfang nimmt und Prettau von Südwesten her erreicht, wo eine Engstelle des Tauferer Ahrntals, Klamm genannt, die Grenze zur Nachbargemeinde Ahrntal bildet.

Die Siedlungsflächen des 86,49 km² großen Gemeindegebiets konzentrieren sich im Talboden, insbesondere im Hauptort Prettau (1450–1490 m s.l.m.) sowie im Weiler Kasern (1570–1610 m) im Talschluss, nahe den Quellen der Ahr.

Die Nordgrenze Prettaus stellt der von Westen herüberstreichende Hauptkamm der Zillertaler Alpen bis zur Birnlücke (2665 m) – dem Übergang zur Venedigergruppe – dar. Der höchste Gipfel im Prettauer Anteil des Hauptkamms ist der Rauhkofel (3251 m). Östlich der Krimmler Tauern (2634 m) buchtet der Kammverlauf etwas nach Norden aus: Hier befinden sich mit dem Klockerkarkopf (2911 m), dem Westlichen (2835 m) und dem Östlichen Zwillingsköpfl (2841 m) die nördlichsten Punkte Italiens.

Im Osten und Süden ist Prettau von Bergen der Venedigergruppe eingerahmt. Die Ostgrenze wird von einem Kamm gebildet, der von der Dreiherrnspitze (3499 m) über den Ahrner Kopf (3051 m) zur Rötspitze (3496 m) reicht; Dreiherrnspitze und Rötspitze sind die höchsten Gipfel auf Gemeindegebiet. Im Süden bildet die Ochsenlenke (2614 m) einen Übergang ins Reintal (Gemeinde Sand in Taufers). Die Berge der Venedigergruppe westlich der Ochsenlenke werden zur Durreckgruppe gerechnet, an der Prettau noch einen kleinen Anteil hat.

Etwa 70 % des Gemeindegebietes sind im Naturpark Rieserferner-Ahrn unter Schutz gestellt.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Ruine des ehemaligen Schmelzofens außerhalb des heutigen Besucherberkwerks

Wichtige Wirtschaftszweige sind die Land- und Forstwirtschaft und der Fremdenverkehr.

Bekannt ist Prettau darüber hinaus für das Klöppeln und die Maskenschnitzerei. Nachdem das Bergwerk 1893 geschlossen wurde, kehrte Armut in das Dorf ein und die Bevölkerung musste sich um eine neue Erwerbsmöglichkeit umsehen. Der damalige Pfarrer Franz Kleinlechner schickte drei junge Prettauer Mädchen nach Wien, um das Klöppelhandwerk zu erlernen. Nachdem diese zurückgekehrt waren, wurde durch Frau Rosa Kofler Mittermair eine Klöppelschule eingerichtet, welche heute noch besteht.

Mit der Zeit kam durch den aufkeimenden Tourismus wieder ein gewisser Wohlstand zurück ins Dorf. Heute ist Prettau mit seiner Fraktion Kasern dank seiner begünstigten Lage am Talschluss ein beliebter Ausgangspunkt für Skitouren und mit seiner „Sonnenloipe“ ein geschätztes Langlaufgebiet.

Besucherbergwerk[Bearbeiten]

Möglicherweise schon in der Bronzezeit, sicher aber seit dem späten Mittelalter wurde in Prettau Kupferabbau betrieben. Teile des 1960 aufgegebenen Bergwerks dienen heute als Schaubergwerk des Südtiroler Bergbaumuseums. Außerdem wurde ein Heilklimastollen für Atemtherapien (Speläotherapie) gegen Asthma und andere Atemwegserkrankungen eingerichtet. Der Stollen ist mittlerweile stillgelegt, sein spezielles Mikroklima kann Personen mit Atemwegsproblemen Linderung verschaffen.

Der Talschluss des Ahrntales mit der Heiliggeistkapelle

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Das Knappenkirchlein Hl. Geist, im Talschluss gelegen, wurde 1455 von Kardinal Nikolaus Cusanus, dem damaligen Bischof von Brixen, eingeweiht. Es wurde auch von Kardinal Josef Ratzinger besucht.

Wappen[Bearbeiten]

Typische geschnitzte Prettauer Holzmaske

Das Wappen wurde 1967 verliehen. Die Bergmannshämmer stehen in Bezug zum uralten Kupferbergbau.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

  • Jahr 1970/540 Einwohner
  • Jahr 1990/600 Einwohner
  • Jahr 2000/620 Einwohner
  • Jahr 2009/596 Einwohner

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Prettau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien